Die SPD-Landeschefin fordert in Ansbach mehr Wohnungen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.07.2023 14:41

Die SPD-Landeschefin fordert in Ansbach mehr Wohnungen

Hart und fleißig arbeitende Menschen „verdienen soziale Politik, die sie unterstützt“. Das sagte SPD-Spitzenpolitikerin Ronja Endres. (Foto: Oliver Herbst)
Hart und fleißig arbeitende Menschen „verdienen soziale Politik, die sie unterstützt“. Das sagte SPD-Spitzenpolitikerin Ronja Endres. (Foto: Oliver Herbst)
Hart und fleißig arbeitende Menschen „verdienen soziale Politik, die sie unterstützt“. Das sagte SPD-Spitzenpolitikerin Ronja Endres. (Foto: Oliver Herbst)

Oft genug hat es beim SPD-Waldfest in Ansbach geregnet. Auch an diesem Samstag schüttete es am Vormittag noch. Am Spätnachmittag war es jedoch heiter. Ein Wink des Schicksals für die wenig erfolgsverwöhnte Partei? Die Co-Landesvorsitzende Ronja Endres jedenfalls wollte vor der Landtagswahl „Lust auf Zukunft“ machen.

Die Sozialdemokraten feierten am Zeilberg ihr 66. Waldfest – „nachdem es heute früh wirklich so ausgeschaut hat“, als müsste man das Ganze absagen, bemerkte die Vorsitzende des Kreisverbands Ansbach Stadt, Kathrin Pollack. Nach ihren Worten waren rund 150 Besucher da.

Das Angebot reichte vom Kinderschminken über einen Eiswagen bis zur Pflanzenbörse. Die Landtags- und die Bezirkswahl am 8. Oktober standen jedoch im Mittelpunkt.

Die CSU und die Freien Wähler führen gemäß Ronja Endres’ Worten gerade Debatten etwa um den umstrittenen Song „Layla“, die Figur Winnetou, den Wolf, Gendern, „Fleisch oder nicht Fleisch“ auf dem Teller oder um die Ampel.

Die Frage nach Miete, Strom und Heizung

Aber „die Themen, die ich von den Menschen bekomme, die sind ganz andere“. Sie gingen darum, ob man sich die Miete, Strom und Heizung noch leisten könne oder ob man den Klimaschutz bewerkstellige.

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Die Regensburgerin warf die Frage auf, was die derzeitigen „Veränderungen in der Welt eigentlich für meinen Arbeitsplatz“ bedeuten. Zudem fragte sie nach einer „guten Bildung“ und Zukunft für Kinder.

Die hart und fleißig arbeitenden Menschen in Bayern – in Beruf, Ehrenamt und Familie – „verdienen soziale Politik, die sie unterstützt“. Bezahlbaren Wohnraum zu finden, bereite nicht mehr nur in München und Nürnberg Schwierigkeiten. In Bayern wiesen mehr als 200 Städte und Gemeinden einen angespannten Wohnungsmarkt auf.

Die Sozialdemokraten wollen deshalb eine Milliarde Euro in bezahlbare Wohnungen im Freistaat investieren. „Die wollen wir den Kommunen geben, damit die bauen können, und nicht der fragwürdigen BayernHeim“, der staatlichen Wohnungsbaugesellschaft.

Für eine kostenlose Kinderbetreuung im Freistaat

Ronja Endres machte sich für eine kostenlose Kinderbetreuung im Freistaat stark – mit genügend Personal, das auch von Verwaltungsaufgaben befreit sein müsse.

„Wir müssen dasselbe auch bei der Ganztagsbetreuung für die Grundschulkinder haben.“ Die Lehrkräfte seien ebenfalls überlastet. Viele Unterrichtsstunden fielen aus. „Gutes Personal braucht einfach gute Rahmen- und Lebensbedingungen“, sagte die Co-SPD-Vorsitzende. Dies gelte auch für andere Berufe, in denen Mangel herrsche.

Ihr fehlt „eine echte Gesundheitsplanung in Bayern“ – mit Blick darauf, wo welche Versorgung gewährleistet sei und wo man besser werden müsse: von Fachärzten über Rettungsdienste bis zu Krankenhäusern. Dies sei Aufgabe des Freistaats. „Wir müssen die Arbeitsbedingungen für Pflegende und Ärztinnen und Ärzte in Bayern verbessern.“

Die Festbesucher rief Ronja Endres auf, die Demokratie zu verteidigen: „Widersprechen Sie der Hetze.“ Die Demokratie müsse man nicht zurückholen, sondern pflegen, reagierte sie auf Bayerns stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

Derzeit auf dem fünften Platz im Landtag

Bei der Landtagswahl 2018 kam die SPD auf 9,7 Prozent und rutschte damit vom zweiten auf den fünften Platz ab. In einer neuen Umfrage taxiert das Meinungsforschungsinstitut Insa sie bei elf Prozent.

Was wünscht sich Ronja Endres nun für die Wahl am 8. Oktober? „Wir reden jetzt nicht über Zahlen“, aber ein ordentlicher Zuwachs gegenüber der Landtagswahl von 2018 müsse schon sein, machte sie im Gespräch mit der FLZ deutlich.

Als Direktkandidatin für den Landtag im Stimmkreis Ansbach-Nord unterstrich Kathrin Pollack, „dass es eine starke SPD in Bayern braucht, weil die SPD die einzige Partei ist, die echte soziale Politik für dich und für euch macht“. Diejenigen müssten „eine Stimme bekommen, die selbst eben keine laute Stimme, keine Lobby haben“.

Solidarität, also Eintreten füreinander, „ist das, was mich motiviert“, erklärte die Rothenburgerin Michaela Ebner. Sie bewirbt sich im Stimmkreis Ansbach-Nord um das Direktmandat im Bezirkstag. Sie möchte in einigen Bereichen genau für die eintreten, für die sonst niemand eintrete: in der Bildung und in Sachen seelischer Gesundheit und Sucht.

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