Die Scheinfelder Kinderbaustelle wird demnächst geräumt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.02.2023 17:53

Die Scheinfelder Kinderbaustelle wird demnächst geräumt

Der Scheinfelder Bauausschuss sah sich auf der Kinderbaustelle um, die demnächst aufgelöst wird, und sammelte erste Ideen, was mit dem Gelände künftig geschehen könnte. (Foto: Andreas Reum)
Der Scheinfelder Bauausschuss sah sich auf der Kinderbaustelle um, die demnächst aufgelöst wird, und sammelte erste Ideen, was mit dem Gelände künftig geschehen könnte. (Foto: Andreas Reum)
Der Scheinfelder Bauausschuss sah sich auf der Kinderbaustelle um, die demnächst aufgelöst wird, und sammelte erste Ideen, was mit dem Gelände künftig geschehen könnte. (Foto: Andreas Reum)

Die Scheinfelder Kinderbaustelle ist Geschichte. Das Gelände nördlich des Freibads soll demnächst geräumt werden. Ein genauer Termin dafür steht zwar noch nicht fest, aber im Bauausschuss machte man sich am Montag bereits Gedanken, wofür das Grundstück künftig genutzt werden könnte.

Vor knapp elf Jahren wurde die Kinderbaustelle, zunächst auf einer kleineren Fläche näher an der Tennisanlage, dann auf dem heutigen, knapp 4000 Quadratmeter großen Gelände auf private Initiative der Pädagogin Tanja Jordan angelegt. Die Trägerschaft übernahm schließlich die in den Heimat- und Kulturverein integrierte Kinderbaustellen-Abteilung.

Vor Corona konnten die Kinder zu den Öffnungstagen – in der Regel zwischen Frühjahr und Herbst einmal monatlich, aber auch im städtischen Sommerferienprogramm – nach Herzenslust sägen, hämmern und schrauben. Oft saßen die Mädchen und Buben an der Lagerfeuerstelle bei Stockbrot zusammen. Das Selbstvertrauen zu stärken, indem man mit eigenen Händen und gemeinsam etwas gestaltet, war eines der grundlegenden Anliegen der Kinderbaustelle, erläuterte Jordan. „Es gibt Kinder, die träumen da nach wie vor davon“, sagte Bürgermeister Claus Seifert beim Ortstermin.

Im ersten Corona-Jahr 2020 zeichnete sich mit einem teilweisen Rückzug Jordans ab, dass der Weiterbetrieb mit ausschließlich ehrenamtlichen Kräften schwierig werden würde. Zwar fand sich ein Unterstützerteam, doch schrumpften die Aktionstage auf nur noch wenige zusammen. Die Pandemiebeschränkungen, etwa die Hygieneregeln, erschwerten beziehungsweise verhinderten den Betrieb.

Hinzu kamen noch Diebstahl und Vandalismus. „Echt mies“, fand Jordan, dass Unbekannte den Kindern das gespendete, vor Ort gelagerte Werkzeug klauten. Derlei frustrierte die Helfer zusätzlich.

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Auf dem Gelände hat sich allerlei an Zusammengezimmertem angesammelt. Zwei Bauwagen, ein Lagerschuppen und ein Toilettenhäuschen gehörten zur Infrastruktur. Das muss jetzt alles weggeräumt werden. Jordan erwog, dass das eine oder andere andernorts gebraucht werden könnte. Vielleicht könne der künftige Waldkindergarten etwas mit dem Schuppen anfangen; und für die Bauwagen finden sich eventuell ebenfalls Interessenten. Jordan ist bestrebt, den Abbau „so schnell wie möglich“ abzuwickeln. Laut Bürgermeister Seifert „geht es nur noch darum, einen Termin zu finden, wann aufgeräumt wird“.

Städtische Trägerschaft wäre nicht zu stemmen

Ein Weiterbetrieb der Kinderbaustelle unter anderer, etwa städtischer Federführung ist offenbar nicht machbar. Seifert machte beim Ortstermin des Bauausschusses noch einmal deutlich, dass solch eine Einrichtung üblicherweise eher in der Großstadt-Liga spielt; eine kleine Stadt wie Scheinfeld könne derlei nicht leisten.

Das Gelände gehört der Stadt, ebenso die westlich und nördlich angrenzenden Flurstücke. Aus Sicht des Bürgermeisters eröffnen sich mit dem Wegfall der Kinderbaustelle nun andere Möglichkeiten. Ein sogenannter Dirtpark für Radsportler könne erwogen werden, also eine weitere Freizeiteinrichtung im Umfeld von Freibad, Tennisanlage und Fitness-Center. Alternativ hielt Seifert eine Gartenanlage für denkbar.

Doch auch eine touristische Nutzung wäre für den Bürgermeister einer Erwägung wert: „Ihr könnt euch auch ein Feriendorf hier vorstellen.“ Eine Überlegung in diese Richtung – eine Mittelalter-Feriensiedlung – gab es schon einmal vor gut 15 Jahren. Das einst sehr groß gedachte Projekt hätte auch das Gelände der damals noch nicht existenten Kinderbaustelle umfasst.

Auch wenn die Kinderbaustelle demnächst also der Vergangenheit angehört, sorgte sich SPD-Rat Thomas Lechner noch um die Sicherheit. Er mahnte an, dass man „unbedingt“ noch ein Schild „Betreten auf eigene Gefahr“ am Eingangstor anbringen müsse.

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