Das Gute gewinnt. Und das in jeder Hinsicht, jedenfalls im Stück „Weltenwanderer“, das die Scheinfelder Jugendtheatergruppe „Smash“ an drei Abenden mit großem Erfolg vor Publikum präsentierte.
In dem selbstverfassten Werk geht es um den Schüler Paul (gespielt von Felix Röder). Paul ist unglücklich, denn er wird von seinen Mitschülerinnen drangsaliert – so sehr, dass er am liebsten entfliehen möchte. Das Gute, das ist für Paul zunächst einmal schlicht die Abwesenheit des Bösen.
Das ist die Einstiegsszene, die in der Freilicht-Inszenierung der Smash-Gruppe im Hier und Jetzt vor dem Schwarzenberger Hochschloss spielt. Paul wird wieder mal von Chantal (Miriam Kuballa) und Zeynep (Mona Kretzschmann) gemobbt. Er rennt weg und möchte sich verstecken. Seine Flucht führt ihn jedoch unverhofft in eine Parallelwelt. Chantal, Zeynep und die komplette Zuschauerschar folgen ihm durch die Nebelschwaden zum Hauptspielort des Stückes, einer Wiese des Schlossgeländes, die Waschplatz genannt wird.
Doch kaum auf der Bühne angekommen, muss Paul feststellen, dass er sich nicht nur in einer Fabelwelt befindet, sondern dass dort ebenfalls das Böse dominiert. Die Vampirfürstin Fiona von Fionor (Sina Schroth) hat alles und jeden unter ihrer Fuchtel.
Immerhin aber regt sich noch Widerstand, insbesondere in Person der Zauberin Muriel (Swea Ludwig). Sie sieht in Paul einen Hoffnungsträger, da er bestens zu einer Weissagung passt, die der Fabelwelt die Befreiung vom Joch der Vampire verheißt. Paul fügt sich in die ihm zugewiesene Heldenrolle – nicht, weil er will, sondern weil ihm nichts anderes übrig bleibt.
Dass Paul, Muriel und ihre Gefolgsleute letztlich erfolgreich sind, haben sie auch dem Umstand zu verdanken, dass sowohl Chantal und Zeynep geläutert werden, als auch Vampirtochter Lyanna von Fionor (Antonia Rückel) mit ihrer Mutter bricht und sich auf die gute Seite schlägt.
Das Smash-Ensemble ist auch bei seiner zweiten Produktion - voriges Jahr feierte man mit Robert Louis Stevensons „Schatzinsel” Premiere - mit sichtlicher Begeisterung und Spielfreude am Werk und weiß auch so manche Pointe gut zu setzen. Dass Mut und Zuversicht und vor allem freundschaftliches Verhalten am Ende die Oberhand behalten und sowohl die Fabelwelt als auch die Realität zu bessern vermögen, mag dabei ein pädagogisches Konzept gewesen sein. Als Fingerzeig ans Publikum darf es allenthalben verstanden werden.