Die Rokoko-Festspiele in Ansbach feiern Jubiläum | FLZ.de

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Veröffentlicht am 04.01.2025 08:00

Die Rokoko-Festspiele in Ansbach feiern Jubiläum

Prachtvolle Kleider und herrschaftliche Uniformen werden während der Rokoko-Festspiele vom 28. Juni bis 6. Juli wieder zuhauf in der Stadt zu sehen sein. (Archivfoto: Jim Albright)
Prachtvolle Kleider und herrschaftliche Uniformen werden während der Rokoko-Festspiele vom 28. Juni bis 6. Juli wieder zuhauf in der Stadt zu sehen sein. (Archivfoto: Jim Albright)
Prachtvolle Kleider und herrschaftliche Uniformen werden während der Rokoko-Festspiele vom 28. Juni bis 6. Juli wieder zuhauf in der Stadt zu sehen sein. (Archivfoto: Jim Albright)

Insgesamt 44 Veranstaltungen an neun Tagen: Um das 75. Jubiläum der Rokoko-Festspiele im neuen Jahr gebührend zu feiern, haben sich Organisatoren einiges einfallen lassen. Das Programm vom 28. Juni bis 6. Juli im Überblick.

Haupt-Programmpunkte

Neu ist beim Jubiläum der Rokoko-Casino-Abend am 4. Juli. Hier frönen die Teilnehmer dem Glücksspiel – natürlich nur mit Spielgeld. Casinoartige Spiele waren fester Bestandteil an den Fürstenhöfen des 18. Jahrhunderts und wurden gerne auch bei großen Festen zelebriert. Gespielt wird unter den Augen des Markgrafen. Gereicht wird zudem ein Rokoko-Buffet.

„Geladen beim Markgrafen“ spielt am 5. Juli abends im Hofgarten. Der Programmpunkt ist in Kooperation mit dem Theater Ansbach entstanden. Das Thema: Der König aus dem fernen Preußen reist an und der Hofstaat gibt alles, um ein großes Lichterfest zu zelebrieren.

Den Abschluss der Feierlichkeiten bildet die „Fürstliche Gartenlust“ (6. Juli), ebenfalls im Hofgarten. Der Markgraf lässt sich die Schönheit seines Gartens, die Tänze seines Gefolges sowie den Zauber von Gauklern, Falken und Pferden zeigen.

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Vorträge

„Fürstentafel und Getreidebrei – Essen und Trinken in der Frühen Neuzeit“ ist ein Vortrag von Dr. Wolfgang F. Reddig, Leiter des Markgrafenmuseums, überschrieben (30. Juni). Mit der künstlerischen Migration im 18. Jahrhundert setzt sich Dr. Christian Schoen unter dem Titel „Retti, Carlone & Co.“ auseinander (1. Juli). Einblicke in die Musik und Architektur des Barock gewährt Kulturforums-Vorsitzende Elisabeth Meisel in ihrem Vortrag „Rom-Paris-Ansbach“ am 3. Juli.

Romantisch wird es bei „Ich liege zu deinen Füßen, ich küsse deine Hände“ im Standesamt (5. Juli). Dabei geht es um die Geschichte des Liebesbriefes, um Kostproben aus der Feder berühmter Persönlichkeiten und Beispiele der Ansbacher Markgrafenpaare. Zu einer literarischen Matinee wird am 29. Juni unter dem Titel „Der literarische Zauber des Rokoko“ eingeladen.

Markttreiben

Um auch Menschen zu erreichen, die sich nicht bewusst für eine Rokoko-Veranstaltung entschieden haben, gibt es im Rahmen des Wochenmarktes (28. Juni und 5. Juli) ein Markttreiben aus dem 18. Jahrhundert. Geboten werden unter anderem Fechtduelle, Gesang und Tanz.

Tanz

Etwas fürs Auge gibt es bei den tänzerischen Angeboten, die sich im Programm verstecken. Eine Tanzaufführung vom Ballett bis zum Hip-Hop wird zum Beispiel bei „Essenz der Bewegung“ geboten. Bei „Parfüm der Seelen“ werden die Besucher bei einer Tanz-Show in eine Welt von Tanz und Duft entführt (jeweils 29. Juni).

Eine Mischung aus Tanz und Vortrag gibt es am 30. Juni. Die Tanzschule Movement Revolution führt die Zuschauer von den Anfängen des Balletts bis in die heutige Zeit. Wer schon immer mal die Tänze lernen wollte, die vom Heimatverein aufgeführt werden, hat am 3. Juli bei einem „Crashkurs Rokoko-Tänze“ die Möglichkeit.

Konzerte

Den Auftakt bildet „Im Licht der Unendlichkeit“ am 28. Juni. Das Ensemble Sonat Vox bringt etwa Werke von Willibald Gluck, Thomas Tallis und der Bachfamilie zu Gehör. Garniert wird das Konzert mit Lichtinstallationen. Die Ansbacher Kantorei gibt das Chor- und Orchesterkonzert „Halleluja! Händel, Bach und Vivaldi“ (4. Juli). Ein interaktives Mitmachkonzert wird am 5. Juli unter dem Titel „Natur-Wunder-Klänge“ angeboten – eine Kombination aus Musik des 18. Jahrhunderts und Erkundung der Natur mit allen Sinnen. Das Ansbacher Kammerorchester spielt festliche Klänge bei einem Teekonzert (29. Juni).

Führungen

Eine ganze Reihe an Führungen wurde zusammengestellt. Zweimal wird die Kinder- und Familienführung „Von Puder, Pasteten und Seidentapeten“ in der Residenz angeboten (28. Juni und 4. Juli). Einen Einblick in die eigenen vier Wände gewährt der Heimatverein bei „Von Soldaterie bis zur Dame in Spitze“ am 28. Juni.

Weitere Themenführungen sind „Karpfenteich und Türkenkoppchen – die keramische Wunderwelt der Residenz“ (29. Juni), „Nur die Tapfersten wurden ausgestopft!? – Die wertvollen Pferde der Markgrafen“ (30. Juni), „Elegant und galant – Französische Gemälde des 18. Jahrhunderts“ (2. Juli), „Höfische Tafelfreuden“ und „Hofkirche der Markgrafen“ (beide am 3. Juli) sowie „Rokokophobie – ein Zeitalter als kultureller und gesellschaftlicher Irrweg“ (5. Juli).

Hinzu kommen die Stadtführungen „Auf den Spuren der Hohenzollern“ (29. Juni und 6. Juli) und „Architektur des Barock und Rokoko“ (2. Juli) sowie die kostümierte Stadtführung „Die Lieblingsplätze der Markgräfin Friederike Luise“ (4. Juli).

Bibliotheken

Einblicke in seine historische Bibliothek gewährt das Gymnasium Carolinum am 1. Juli. Das Büchererbe der Markgrafen kann derweil in der Staatlichen Bibliothek erkundet werden (2. Juli und 5. Juli).

Sonstiges

Zwei Familienkreativ-Samstage sind enthalten (28. Juni und 5. Juli). Die Teilnehmer gestalten dabei Ansbacher Fayencen (Fliesen) und Rokoko-Fächer. Im Rahmen der Festspiele wird das frisch sanierte Herrieder Tor eingeweiht – inklusive Turmbegehungen und Vortrag zu den Baumaßnahmen (30. Juni). Eine offene Diskussionsrunde zur Ansbacher Identitätsfindung als Rokoko-Erbe mit Christian Schoen steht am 3. Juli an. Kutschfahrten mit dem markgräflichen Gespann werden am 5. Juli und ein Festgottesdienst in St. Gumbertus am 6. Juli angeboten.

Neu ist der Programmpunkt „Rokoko-After-Work mit Blick auf die Residenz“ (4. Juli). Dabei handelt es sich um eine Verkostung von Gin, Weinbrand, Whisky und Rum, wie sie schon bei Hofe getrunken wurden.


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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