Während es in der Welt gerade turbulent zugeht, hat der Fasching in Neustadt für viele heitere Momente und ein wenig Ablenkung gesorgt. Doch am Aschermittwoch ist bekanntlich alles vorbei: Das zelebrieren die Geißböcke mit der traditionellen Geldbeutelwäsche am Neptunbrunnen.
Schluss mit lustig. Die Faschingssession 2025/26 ist Geschichte. Ein letzter Schlachtruf mit „Häbberla, Häbberla mäh” und „Geißbock, Helau” ertönte noch einmal lautstark und mit heiseren Stimmen von den Mitgliedern der Neustädter Fastnachtsgesellschaft „Geißbock”, ehe der Geißbock am Rathaustürmchen pünktlich um 12 Uhr seine Runde drehte. Die leeren Geldbeutel wurden schließlich im Neptunbrunnen am Marktplatz mit der Bürste heftig geschrubbt.
Sitzungspräsident Holger Wesp gab außerdem symbolisch den Rathausschlüssel an Bürgermeister Klaus Meier zurück. Ein allerletztes Mal. Denn für Meier, einem bekennenden Faschingsfan, ist diese Zeremonie die letzte seiner 18-jährigen Amtszeit. Im nächsten Jahr wird dann eine andere Person auf dem Chefsessel Platz nehmen.
„Zurzeit ist bei mir als Bürgermeister alles das letzte Mal”, sagte Meier, der bei der Kommunalwahl am 8. März nicht mehr antritt, ein wenig wehmütig. Er trete mit einem lachenden und einem weinenden Auge ab, ab Mai habe er dann viel Zeit. Er bleibe der Neustädter Faschingsgesellschaft aber weiterhin treu, versprach er, und werde die Veranstaltungen als Mitglied und Senator besuchen. Er hoffe natürlich, dass im Mai dann nicht die Narren im Neustädter Rathaus Einzug halten und dort künftig regieren, scherzte der Bürgermeister.
Sitzungspräsident Holger Wesp freute sich über eine gelungene Session. Natürlich war der Höhepunkt die Jubel-Trubel-Sitzung am Samstag in der NeuStadtHalle. Über fünf Stunden Programm. Außer einem Büttenredner und zwei Garde-Auftritten von Gästen standen nur die „Geißböcke” selbst auf der Bühne.
Zum 72. Geburtstag der Gesellschaft war also wieder viel geboten, freute sich auch die Vorsitzende Sylvia Seeberger. „Der Zuspruch war gigantisch.” Und Wesp fügte hinzu, dass alle Altersgruppen bei den eigenen Veranstaltungen vertreten waren. Auch der Kinderfasching in der Markgrafenhalle war mit rund 500 Gästen bestens besucht, so Seeberger. Schön sei es auch gewesen, dass die Eltern oder Omas und Opas ebenfalls verkleidet kamen.
„Wir haben immer ein breites Publikum”, sagte Wesp abschließend. Dann wurden die leeren und sauberen Geldbeutel am Rathaus zum Trocknen aufgehängt. Sparkassendirektor Gunther Frautz übergab den Narren außerdem noch eine Finanzspritze. Denn nach der Session ist bekanntlich vor der nächsten Session.