Nicht nur Liebe geht durch den Magen. Auch Freundschaften lassen sich leichter bei einem guten Essen schließen und vertiefen. Das hatten sich auch Mitglieder der Soldatenkameradschaft Dottenheim gedacht und Soldaten aus den Storck Barracks in Illesheim zum Schäufele-Essen ins Gasthaus Hufnagel nach Walddachsbach eingeladen.
Es war bereits das zweite Mal, dass man sich getroffen und Zeit miteinander verbracht hatte. Bereits im September des vergangenen Jahres waren insgesamt 15 Illesheimer Amerikaner von einer Einheit aus Fort Cavazos in Texas, einer der größten Militärbasen der US-Armee, eingeladen worden.
Und zwar zur Kirchweih nach Dottenheim. „Sie halfen eifrig beim Aufstellen des Baumes und verlebten einen geselligen Tag bei Musik, Ghäckbrot und Bier, Dottenheimer Kerwa halt“, erzählt Holger Lunz, Schriftführer bei der Soldatenkameradschaft Dottenheim.
Lunz war es auch, der geholfen hatte, das zweite Treffen zu organisieren. Den Anstoß dazu hatte die Schäufele-Schwärmerei eines ebenfalls bei der Kerwa anwesenden Lieutenant Colonel (LTC), vergleichbar mit dem Dienstgrad eines Oberstleutnant bei der Bundeswehr, gegeben. Der hatte Lunz nämlich von seinem Einsatz in Afghanistan erzählt, bei dem er in der deutschen Truppenküche irgendwann einmal ein fränkisches Schäufele, eine „frankonian shoulder“, serviert bekommen habe. Die hatte ihm so gut geschmeckt, dass sich ihm dieser Genuss nachhaltig eingeprägt hatte.
Nachdem Lunz das wusste, war es ihm geradezu ein persönliches Anliegen, dass die Illesheimer Amerikaner noch einmal ein echt fränkisches Schäufele essen, bevor sie nach neun Monaten in Franken wieder zurück in ihre Heimat müssen. Das nämlich wird Lunz zufolge Mitte März soweit sein. Der Übergabeappell an die ablösende Einheit habe bereits stattgefunden.
Dazu hatten die Amerikaner nicht nur den Bürgermeister von Dietersheim, Jürgen Meyer, und seinen Stellvertreter Wolfgang Bachmann eingeladen. Auch die neuen Freunde der Soldatenkameradschaft Dottenheim waren bei dem feierlichen Akt anwesend. „Wir waren mit zehn Kameraden geladen. Normalerweise werden wir höchstens zu zweit geladen. Das zeigt unsere gute Beziehung zu dieser Einheit“, sagte Lunz und berichtet von der persönlichen Begrüßung vor dem Übergabeappell „mit Umarmungen und Schulterklopfen“. Man sei sofort wieder ins Gespräch gekommen.
Auch zur nachrückenden Einheit, die diesmal aus Fort Bliss in Texas stammt, sind Lunz zufolge bereits erste Kontakte geknüpft worden. Und eine Einladung zur Dottenheimer Kirchweih im September sei natürlich längst erfolgt.
Bis zum endgültigen Abschied der Freunde vom Fort Cavazos wiederum dauert es nun nicht mehr lang. Eines soll aber auf jeden Fall noch einmal möglich gemacht werden: Gemeinsam mit den Dottenheimern wollen sie erneut und damit ein vorerst letztes Mal ein Schäufele essen gehen.