Am Freitagnachmittag wurde Brigitte Limbacher als fachliche Leiterin des Neustädter Schulamts verabschiedet. Dazu kehrte sie in ihre erste Wirkungsstätte im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim zurück.
Das heißt, eigentlich beschäftigt Schule in unterschiedlichen Formen die scheidende Schulamtsleiterin schon seit 60 Jahren, wie sie erzählte. Nach Grundschuljahren in Scheinfeld ging es über Ansbach und noch einmal Scheinfeld nach Neustadt, wo sie ihr Abitur ablegte. Nach dem Lehramtsstudium unterrichtete sie in Herzogenaurach, von dort kam sie dann als stellvertretende Schulleiterin an die Caspar-Löner-Schule in Markt Erlbach, wo ihre Verabschiedung nun in schönem Rahmen gefeiert wurde.
Weitere Stationen waren die Schulleitung der Neustädter Mittelschule am Turm, von dort wechselte sie ans Staatliche Schulamt nach Neustadt, zu dessen fachlicher Leitung sie 2015 ernannt wurde. Ihr Vater war einer ihrer Vorgänger.
Bei der Verabschiedung, die ihre Kollegin, bisherige Stellvertreterin und Nachfolgerin Inge Knörr organisiert hatte, wurde Limbacher von Abordnungen der Regierung, des Personalrats, der fast vollständig versammelten Schulleitungen der Grund- und Mittelschulen und nicht zuletzt von Knörr selbst gewürdigt: Da war von ihrer beeindruckenden Fähigkeit die Rede, pragmatische Lösungen zu finden, von ihrem hintersinnigen Humor sowie von ihrer zuverlässigen Teilnahme an der Schulrätefahrt, bei der die „Barbara Stamm der bayerischen Schulaufsicht“ für das leibliche Wohl sorgte.
Empathie und Gelassenheit wurden gleich mehrfach als ihre Stärken genannt. In Weisheit und Beharrlichkeit ähnle sie ihrem Lieblingstier, der Schildkröte, die in vielen Geschenken und sogar den Pralinen bei der Verabschiedung auftauchte.
Dass das Schulamt die Lehrerverteilung, die in den vergangenen Jahren leider eine Mangelverwaltung gewesen sei, dann doch immer irgendwie hinbekommen habe, hat man vor Ort sicher mitbekommen. Weniger bekannt ist ihr Engagement im Schulaufsichtsverband in Mittelfranken und ganz Bayern: Mit allen Kultusministern der vergangenen Jahre – Knörr: „Und das waren einige“ – hatte sie persönlich verhandelt, sich für den Erhalt der Schulämter und den Erhalt und die Stärkung der Mittelschulen (die zunächst noch Hauptschulen hießen) eingesetzt.
Dass Ministerpräsident Dr. Markus Söder von Neustadt nicht einen Abstecher nach Markt Erlbach machte, bedauerte Limbacher mit etwas Sarkasmus: „Ich hätte ihm gerne gedankt, dass die Besoldung für Grund- und Mittelschullehrkräfte nach A13, die zu meinem Studienende angekündigt worden war, 42 Jahre später tatsächlich auf den Weg gebracht wurde.“
Die Schulleitungen sangen und spielten mit Limbacher „Dalli klick!“ (wobei sie ausgerechnet die Caspar-Löner-Schule nicht erkannte). Die Musik kam aus Scheinfeld: Hermann Schmelzer und Bettina Henninger sorgten hierfür.