Die Kinder Europas in der Heilsbronner Hohenzollernhalle | FLZ.de

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Veröffentlicht am 16.05.2025 19:45

Die Kinder Europas in der Heilsbronner Hohenzollernhalle

Die verfeindeten Räuberbanden stehen sich gegenüber und singen sich zornig an – eine Szene aus der Aufführung von „Ronja Räubertochter“. Sportgeräte wurden darin zu Burgen, Bäumen und Wäldern. (Foto: Tizian Gerbing)
Die verfeindeten Räuberbanden stehen sich gegenüber und singen sich zornig an – eine Szene aus der Aufführung von „Ronja Räubertochter“. Sportgeräte wurden darin zu Burgen, Bäumen und Wäldern. (Foto: Tizian Gerbing)
Die verfeindeten Räuberbanden stehen sich gegenüber und singen sich zornig an – eine Szene aus der Aufführung von „Ronja Räubertochter“. Sportgeräte wurden darin zu Burgen, Bäumen und Wäldern. (Foto: Tizian Gerbing)

Ein besonderes Projekt, eine trinationale Schulbegegnung fand diese Woche in Heilsbronn den Abschluss: Kinder aus Heilsbronn, Frankreich und Tschechien brachten „Ronja Räubertochter“ auf die Bühne – und das anders als gewöhnlich: Hier hatte Ronja nicht nur Räuber, sondern gleich zwei Orchester um sich herum.

Bunte Pappkulissen, bemalte Wälder und eine große Burg gaben der Hohenzollernhalle ein ganz neues Gesicht. Sportgeräte wurden zur Bühne, zur Räuberhöhle oder zur Plattform für spannende Szenen. Alles wirkte in der Mehrzweckhalle lebendig und kreativ.

Schon beim Einzug der Kinder wurde klar, wie viel Mühe sich alle für dieses Musical gegeben hatten. Die eine Gruppe trug dunkelblaue Gewänder, die alle mit einem alten Strick als Gürtel gebunden waren. Die andere Gruppe war in orange-braunen Gewändern gekleidet. Später schlüpften sie in die Rolle der beiden verfeindeten Räubergruppen.

Großes Projekt fand seinen Höhepunkt

Schon vor einigen Tagen war der Auftakt für das Projekt mit den drei Schulen. Nun war es so weit: Die Kinder zeigten, was sie in nur wenigen Tagen gemeinsam erarbeitet hatten. Schnell wurde klar, was möglich ist, wenn junge Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenkommen. 92 Kinder wirkten – aus Heilsbronn, aus dem französischen Objat und aus der tschechischen Hauptstadt Prag. Zwei Orchester begleiteten die Aufführung: links die tschechischen Musikerinnen und Musiker, rechts das französische Ensemble. In der Mitte spielten und sangen die Kinder aus Heilsbronn. Das gemeinsame Ziel: die Geschichte von Ronja Räubertochter erzählen.

Das Musical basiert auf dem Kinderbuch von Astrid Lindgren. Es dreht sich um Ronja, die mutige und kluge Tochter eines Räuberhauptmanns. Im Wald begegnet sie Birk Borkason, dem Sohn einer verfeindeten Räuberbande. Was mit Streit beginnt, wird zu einer starken Freundschaft. Gemeinsam kämpfen sie gegen die Vorurteile ihrer Familien und gegen Gefahren im Wald. Es ist eine Geschichte über Mut, Freiheit – und darüber, dass man mit dem Herzen sehen muss, nicht mit Vorurteilen.

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Mit kleinen Theaterkämpfen

Die Kinder verkörperten die Figuren mit viel Bewegung, Gesang und Einsatzfreude. Besonders eindrucksvoll war, wie die beiden Räubergruppen sich gegenüberstanden – mit Liedern, Gesten und kleinen Theaterkämpfen. Alles wirkte sehr lebendig, aber nie zu wild. Man spürte: Die Kinder hatten Spaß dabei.

Ein besonderer Moment war das gemeinsame Musizieren zum Schluss. Die Europahymne „Freude schöner Götterfunken“ erklang als großes Finale. Auf der linken Seite dirigierte Ramona Schulz das tschechische Orchester, auf der rechten Annette Poulard die französischen Musiker. Ein bewegender Moment – für die Kinder wie für das Publikum. Minutenlanger Applaus folgte, viele standen auf und klatschten begeistert.

Schon bei der Vorstellung des Projekts am Dienstag hatte Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer betont, wie wichtig solche Begegnungen sind. „Musik geht sowieso gleich ins Herz“, sagte er damals. Und das konnte man an diesem Donnerstag deutlich spüren.

Ein Abschluss mit viel Gefühl

Das Projekt wurde durch viel Engagement ermöglicht – nicht nur der Kinder, sondern auch der Organisatoren. Wolfgang Prager, der die Gesamtleitung hatte, wurde als „echter Sechszylinder“ bezeichnet.

Nach dem letzten Ton der Europahymne blieb ein Gefühl der Gemeinschaft und des Zusammenhalts zurück. Die Kinder, die sich vorher nicht kannten, hatten gemeinsam etwas Großes geschaffen. Organisator Wolfgang Prager wusste am Ende selbst nicht mehr, wer aus Frankreich, Tschechien oder Heilsbronn kam. Die Kinder hätten ihn verdutzt angeschaut, wenn er sie auf Französisch angesprochen habe, erzählte er auf der Bühne. Sie hätten gelernt, aufeinander zu achten und sich zu verständigen.

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