Die Karavane der bunt illuminierten Traktoren in Neustadt | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 12.12.2025 20:00

Die Karavane der bunt illuminierten Traktoren in Neustadt

Der Lichterzug schlängelte sich am Freitagabend durch Neustadt. Bürgermeister Klaus Meier (an der Traktortür) dankte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit einem kleinen Geschenk. (Foto: Mirko Fryska)
Der Lichterzug schlängelte sich am Freitagabend durch Neustadt. Bürgermeister Klaus Meier (an der Traktortür) dankte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit einem kleinen Geschenk. (Foto: Mirko Fryska)
Der Lichterzug schlängelte sich am Freitagabend durch Neustadt. Bürgermeister Klaus Meier (an der Traktortür) dankte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit einem kleinen Geschenk. (Foto: Mirko Fryska)

Ja, Demos dürfen auch Spaß machen, sehr viel Spaß sogar. Das bewiesen am Freitagabend zahlreiche Landwirte und Trucker beim Lichterzug in Neustadt. Bunt geschmückt rollten Traktoren durch die Straßen, und auch auffällig viele Lastwagen reihten sich ein. Aus einem „Funken Hoffnung”, so der offizielle Titel, wurde ein buntes Lichtermeer.

Aus der Ferne ertönen Weihnachtslieder, über der Stadt liegt ein sanfter Duft von Dieselabgasen. Mittlerweile ist es schon zur Tradition geworden, dass Traktor an Traktor und Laster an Laster im Dezember durch Neustadts Gassen tuckern. „Demo für die Unterstützung der regionalen Landwirtschaft” lautet der zweite Titelteil hinter dem Funken Hoffnung. Ein bunter Demonstrationszug ist es für die Landwirte, ein vorweihnachtliches Blinkspektakel für die vielen Gäste. Vor allem die Kinder sind begeistert, winken den Fahrerinnen und Fahrern begeistert zu und haben ganz große, glitzernde Augen. Selbst das kitschigste Weihnachtshaus kann bei so viel Lichterglanz, Sternschnuppen und Weihnachtsbäumen nicht mithalten.

„Toll, was die sich alles einfallen lassen”, sagt eine Frau. Um sie herum widerspricht niemand. Minutenlang dauert es, bis der Zug aus 60 Traktoren, Lastwagen und Spezialgefährten vorüberzieht, einer pompöser geschmückt als der andere. Am Rathaus trifft man Bürgermeister Klaus Meier. Teilnehmer für Teilnehmer passt er ab, winkt. Die Tür geht auf, Meier reicht ein Geschenk hinein: „Danke, dass ihr dabei seid.” Für Neustadt ist diese Aktion, die zeigt, wie groß der Zusammenhalt in der Landwirtschaft (nicht zuletzt auch durch die diversen Protestaktionen) geworden ist, ein echtes Highlight in der Weihnachtszeit.

Reifen-Schneemann und ein Rentier

Jahr für Jahr ist der Funke Hoffnung zwar vom Grundkonzept her gleich, aber doch wieder komplett anders. Kreativ sind sie, diese Landwirte: Da werden kleine, weiß lackierte Reifen kurzerhand zum Self-Made-Schneemann gestapelt. Auf der Schaufel ist kein Heuballen aufgespießt, sondern ein stolzes Rentier, hell erleuchtet, thront über dem Traktor. Und zu zählen, wie viele Lämpchen da leuchten – das ist ohnehin ein unmögliches Unterfangen. An diesem Freitagabend rücken die Proteste gegen die Auflagen- und Bürokratieflut und gegen Freihandelsabkommen à la „Mercosur” in den Hintergrund. Das Weihnachtspektakel dominiert.

Die Idee stammt aus der Corona-Zeit, den Menschen in düsterer Zeit Licht und Freude zu schenken. Vor allem auch Seniorenheime liegen ganz bewusst auf der gewählten Route. Und auch die Bewohnerinnen und Bewohner, oftmals selbst noch mit landwirtschaftlichem Ursprung oder früher selbst Bauern, staunen. Am Ende kommt das knallbunte Spektakel auch noch einem sozialen Zweck zugute. Am Festplatz kommt man nach der Parade noch zusammen – bei Glühwein, Punsch und Bratwurst. Ein verfrühter dritter Advent.

Das könnte Sie auch interessieren
Die Qual der Wahl: Kunsthandwerkermarkt Großbreitenbronn als BesuchermagnetIn Triesdorf zeigen junge Bäuerinnen und Bauern, wie man eine Kuh richtig melktGroßes Hoffest bei Oberdachstetten: Rund 2000 Interessierte kamen nach MöckenauFass ausgeschüttet: Unbekannte verschmutzen in Schopfloch einen Bach mit HeizölLetztes Jahr im Amt: Renate Ixmeier zieht sich bald als Kreisbäuerin zurückHier geht's um die Wurst: Metzger aus Ehingen ist der letzte HeißräuchererDer Heimatverein und die Stadt Ansbach halten das Rokoko-Erbe hochÜber 60 Karpfen bei Lehrberg verendet: Kam Gülle in den Teich?Schwankende Rapspreise sorgen für Unsicherheit in der LandwirtschaftMomente, die im Herzen bleiben: Neue Weinprinzessin in Ippesheim gekröntWie man sich in Szene setzt: Videoworkshop für Direktvermarktende im Kreis AnsbachEin neuer „Genussomat” für Uffenheim: Fleisch- und Wurstwaren rund um die UhrÜberraschende Attacke beim Fahrradfahren: Hund springt aus Traktor und beißt zuLangenfeld: Nach dem Ende von Tegut braucht der Dorfladen einen neuen LieferantenKunst und Kultur in Uffenheim: Rund 70 Ausstellende präsentieren sich

Getränke-Erlöse für den Hospizverein

Alle Erlöse aus der Getränkeausgabe spenden die Landwirte um Organisator Bastian Dietrich dem Neustädter Hospizverein. Denn der teilt, so drückt es Dietrich aus, ein ähnliches Schicksal: „Dieser Verein leistet – vielleicht auch ein bisschen wie wir Landwirte – oft still und im Hintergrund wertvolle Arbeit, die mehr öffentliche Anerkennung verdient.”

north