Die große Leidenschaft der Familie Maier in Altentrüdingen im Landkreis Ansbach gehört der Jagd und den Hunden. Seit nunmehr 100 Jahren hat die Familie das rund 600 Hektar große Revier Altentrüdingen gepachtet.
Heinrich Maier, der Großvater des jetzigen Jagdpächters Heinz Maier, stand am Anfang der langen Tradition: Aufgewachsen in Himmerstall war er mit seinem Bruder Fritz als Jäger aktiv und heiratete 1908 nach Altentrüdingen. Zunächst ging er im benachbarten Revier Obermögersheim seinem Hobby nach. Im Jahr 1923 ergab sich schließlich eine Gelegenheit zu einem Tausch. Der bisherige Altentrüdinger Jagdpächter wollte nach Obermögersheim wechseln. Heinrich Maier erhielt im Gegenzug mit einem Partner die Altentrüdinger Jagd.
Sohn Heinrich Maier junior übernahm die Jagd in den 1950er Jahren, ebenso den landwirtschaftlichen Hof. „Zuerst die Arbeit, dann die Jagd“, war sein Motto, wie sich Heinz Maier heute noch schmunzelnd an die Einstellung seines Vaters erinnert. Denn dieser habe sich an den Grundsatz nicht immer gehalten.
Heinz Maier hat die Jägerprüfung 1969 absolviert und den Hof mit Hühnern, Kühen, Schweinen und Ackerbau weitergeführt. Übernommen hatte er das landwirtschaftliche Anwesen nach seiner Hochzeit mit seiner Frau Karen, geborene Popp. Sie stammt aus Nürnberg, die Eltern hatten ein Anwesen im nahen Dennenlohe. Das Paar hat vier Töchter. Alle sind der Jagd verbunden, insbesondere Julia Maier.
Die 32-Jährige hat vor zwölf Jahren den Jagdschein gemacht. Zunächst wegen der Hunde, erklärt sie. Zum Hause Maier gehören Deutsch-Drahthaar und Parson Russell Terrier. Karen Maier züchtet.
In der Rückschau erinnert sich Heinz Maier heute noch an seinen ersten erlegten Rehbock, an einen mächtigen Keiler mit fast 100 Kilogramm Gewicht sowie an Jagden bei Freunden in der Lüneburger Heide oder in Schweden. In der Herbst- und Winterzeit sind Julia und Heinz Maier mit den Hunden nahezu jedes Wochenende auf Jagden in ganz Bayern unterwegs.
Für Julia Maier war die Pirsch auf Damwild in Brandenburg ein besonderes Erlebnis. Sie sieht sich bestätigt, dass die Jagd „weiblicher und jünger“ geworden ist. Laut dem Deutschen Jagdverband (DJV) liegt die Frauenquote bereits bei 24 Prozent in der einstigen „Männerdomäne“. Das Durchschnittsalter bei Frauen liegt laut der Studie des DJV bei 35 Jahren, bei Männern bei 36 Jahren.
Aus allen Berufszweigen kommen die neuen Jägerinnen und Jäger. Julia Maier ist medizinische Fachangestellte in einer Praxis in Muhr am See.
Heinz Maier, der mit Sven Schöllhammer die Jagd Altentrüdingen gepachtet hat, bereitet der dramatische Rückgang beim Niederwild große Sorge. In den 1970er Jahren wurden bei Treibjagden bis zu 100 Hasen geschossen, heute sei so etwas undenkbar. Große Bestände an Rebhühnern waren damals ebenfalls vorhanden. Wildschweine nahmen erst mit der Grenzöffnung in den 1990er Jahren überhand.
Dankbar sind Julia und Heinz Maier über das gute Verhältnis zu den Jagdgenossen in Altentrüdingen, einem Ortsteil von Wassertrüdingen, um Jagdvorsteher Christian Schmidt. Daran wollen sie beim 100. Jagdpachtjubiläum erinnern, das am Samstag, 30. Dezember, um 18 Uhr in der Altentrüdinger Kirche mit einem Jägergottesdienst mit den Dinkelsbühler Jagdhornbläsern und danach mit kleinem Festakt in der Gastwirtschaft Ebert gefeiert wird.