Was steckt hinter der Leader-Förderung? Um die finanzielle Unterstützung aus europäischen Geldern geht es in diesem Teil der FLZ-Serie zur Europawahl. Unsere Redaktion besuchte die Greifvogel-Auffangstation Mittelfranken in Diebach-Unteroestheim (Landkreis Ansbach).
Sechs auf 2,5 Meter ist er groß und leuchtet blau: der neue Container der Greifvogel-Auffangstation Mittelfranken. Er ist beheizbar und mit einem Operationstisch ausgestattet.
„Statt in meinem Wohnzimmer kann ich die verletzten Tiere jetzt im Container wieder aufpäppeln“, freut sich Andreas Ritz. Der 60-Jährige ist Falkner und der Vorsitzende des Auffangstation-Vereins.
Mittlerweile widmet er sich in Vollzeit der ehrenamtlichen Pflege von Greifvögeln, Eulen und Störchen. „Gerade im Winter ist es in den offenen Volieren oft zu kalt“, erklärt er. „Darum ist der Container so wichtig für uns.“
Aktuell sitzt zum Beispiel ein angeschlagener Waldkauz im Käfig. Neben ihm steht ein Karton mit drei Uhu-Jungtieren. Sie wurden bei Waldarbeiten entdeckt und nach Unteroestheim gebracht. Der Turmfalke im anderen Käfig ist wieder fit. Er fand offenbar nicht genug Nahrung und kam abgemagert und geschwächt zu Andreas Ritz. Der entlässt ihn anschließend wieder in die Natur.
10.000 Euro kostete die neue Unterkunft. Neben einem Zuschuss der Elvira-Kress-Stiftung für Tiere flossen 2500 Euro aus Leader-Mitteln. Ritz bewarb sich dafür im Bereich Bürgerengagement – „schnell und unkompliziert“, sagt er. Und: „Das ist wirklich eine konkrete Hilfe für unsere ehrenamtliche Arbeit.“
Das Leader-Programm der Europäischen Union und des Freistaates Bayern will die ländlichen Regionen weiterentwickeln und stärken. Was gefördert wird, entscheiden dabei die Lokalen Aktionsgruppen (LAG) – in diesem Fall die LAG „Region an der Romantischen Straße“. Deren Vorsitzender Herbert Lindörfer sagt: „Wir freuen uns, dass wir so schnell und zielgerichtet helfen konnten.“
An der Europawahl teilzunehmen, ist für Andreas Ritz eine Bürgerpflicht. „Das dient dem Zusammenhalt und ist ganz wichtig für die Demokratie, die in der heutigen Zeit geschützt werden muss.“ Und: „Wir können froh sein, wählen zu dürfen.“
Die Greifvogel-Auffangstation Mittelfranken gibt es seit 2015. Erfahrene Falkner und Jäger – unterstützt von vielen Helfern – sind dort tätig.
2023 wurden mehr als 200 Vögel aufgenommen. In ehrenamtlicher Arbeit päppeln Andreas Ritz und sein Team Greifvögel, Eulen und Störche auf, die aus ganz Mittelfranken gebracht werden.