Die evangelisch-lutherische Kirche St. Katharina im Neustädter Teilort Schauerheim wird derzeit renoviert. Der Gesamtkostenpunkt liegen bei 700.000 Euro. Dies teilte Hubert Wagner, Bereichsleiter Hochbau im Staatlichen Bauamt Ansbach, mit.
Die Maßnahme läuft seit März. Bislang wurde das Gerüst gestellt, auf der Nordseite mit der Natursteinfassade begonnen, die Turmspitze abgenommen, die Haube zimmermannsmäßig überarbeitet. Derzeit wird diese wieder neu mit Schiefer gedeckt.
Auf der Westseite wird der Anbau unterfangen, hier wurden, da um die Schauerheimer Kirche einst ein Friedhof lag, Skelette gefunden, die von Archäologen geborgen und teilweise von Anthropologen untersucht wurden.
Grundsätzlich handelt es sich laut Wagner bei der Baumaßnahme um eine Außen- und Glockeninstandsetzung. Im Innenraum der Kirche fand eine Begasung wegen eines sehr starken Anobienbefalls statt. Dabei handelt es sich um den „Gewöhnliche Nagekäfer“.
Zahlreiche Vorarbeiten waren notwendig gewesen. Zuerst wurde ein genaues Schadbild aufgenommen, allen voran in der Statik. Dort wurden Schäden festgestellt, insbesondere eine Rissbildung im Kirchenschiff. Die Risse kamen aus dem Baugrund, vermutlich aufgrund eines niedrigen Grundwasserspiegels.
Wie Wagner mitteilte, sind zwei der drei Glocken sogenannte „Eisenhartgussglocken“, die erst nach dem Ersten Weltkrieg eingebaut wurden. Diese rosten von innen nach außen, daher besteht nach 80 bis 100 Jahren die Gefahr des plötzlichen Springens, wie der Bereichsleiter Hochbau weiter ausführte.
Diese Glocken werden ausgetauscht, entweder durch einen Neuguss oder passende Glocken aus der Glockenbörse. Ebenso wird der Glockenstuhl überarbeitet und die dazu gehörige Elektroinstallation.
Zudem werden noch Messungen laufen, ob der Turm beim Glockenläuten zu schwingen anfängt und dadurch Schäden an seiner Statik des entstehen, wenn die neuen Glocken eingebaut wurden.
Eine Untersuchung des Baugrunds und eine Messung waren notwendig gewesen, um herauszufinden, ob die Risse im Kirchenschiff vom Baugrund kommen.
Mehrere Archäologen haben die Arbeiten im Erdreich begleitet, da die Schauerheimer Kirche einschließlich des unmittelbaren Umgriffs auch ein Bodendenkmal ist.
Während des Baus muss natürlich auch der Artenschutz beherzigt werden. Auf den Schutz und die Ruhe der „Mieter“ – Dohlen und Turmfalken – nehme man Rücksicht, ebenso auf die Fledermäuse, die sich im Anbau eingerichtet haben.
Ausgeschrieben worden waren die Gewerke Gerüstbau, Zimmerarbeiten, Dachdeckung Schiefer, Naturstein, Baumeister, Spezialbaumeister, Kirchenmaler, Spengler und Schreiner.
Das Halten von Gottesdiensten in der Kirche ist weiterhin möglich – allerdings mussten die maroden Glocken jetzt zunächst ganz ausgeschaltet werden. Mitte 2025 wird mit der Fertigstellung gerechnet. Die neuen Glocken werden dann zu einem späteren Zeitpunkt eingebaut, da erst die anderen Maßnahmen vollständig abgeschlossen sein müssen.
Die Katharinenkirche war im Jahr 1403 eine Ersatzschenkung für einen unbekannten, älteren Bau durch Burggraf Johann von Nürnberg.
1509 erfolgte die Grundsteinlegung. Beide unteren Turmgeschosse sind gotischen Stils und dieser wurde auch 1516 beim Turmgewölbe beibehalten.
Im Jahr 1732 kam es zur Erweiterung des Langhauses. Mittlerweile herrschte ein anderer Baustil vor: der Barock.
1757 kam es zur Aufstockung des Turmes um zwei Geschosse.
Eine große Maßnahme stand 1903 an: der Anbau der neubarocken Emporenaufgänge. Dieser wurde im neobarocken Stil ausgeführt.
Die letzte Sanierung fand von 1969 bis 1970 statt. Dies war die Außeninstandsetzung.