Die Frösche der Region Ansbach werden so langsam unruhig | FLZ.de

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Veröffentlicht am 25.02.2023 19:16

Die Frösche der Region Ansbach werden so langsam unruhig

Um sich zu paaren, laufen Erdkröten (im Bild) und andere Amphibien im Frühling von ihrem Winterquartier genau zu dem Gewässer, in dem sie selbst zur Welt gekommen sind. (Foto: Michael Hauer)
Um sich zu paaren, laufen Erdkröten (im Bild) und andere Amphibien im Frühling von ihrem Winterquartier genau zu dem Gewässer, in dem sie selbst zur Welt gekommen sind. (Foto: Michael Hauer)
Um sich zu paaren, laufen Erdkröten (im Bild) und andere Amphibien im Frühling von ihrem Winterquartier genau zu dem Gewässer, in dem sie selbst zur Welt gekommen sind. (Foto: Michael Hauer)

„Sei kein Frosch, hilf den Fröschen“ lautet das Motto der Rettungszaunaktion, die die Ansbacher Kreisgruppe im Bund Naturschutz (BN) alljährlich in der Zeit der Amphibienwanderung organisiert, um zu verhindern, dass Molche und Kröten beim Überqueren von Straßen umkommen. Die Naturschützer können noch Unterstützung gebrauchen.

Die Tage werden länger, die Nächte kürzer. Diese Verschiebung des Verhältnisses der Tag-Nacht-Länge führt bei den heimischen Amphibien dazu, dass sie langsam unruhig werden und sich auf ihre Wanderung vom Winterquartier zum Laichgewässer vorbereiten. Damit sie dort auch sicher ankommen, sucht die Ansbacher Kreisgruppe noch Unterstützung.

Voriges Jahr wurden 65.000 Tiere gesammelt

Denn wenn eine Straße die Wanderstrecke der Amphibien kreuzt, bedeutet das für viele den Tod – und dies bei ohnehin rückläufigen Populationen. Deshalb organisiert der Bund Naturschutz alljährlich eine der größten Artenschutzaktionen im Landkreis. 2022 betreuten laut Michael Hauer um die 200 Ehrenamtliche an die 60 Straßenabschnitte in der Stadt und im Landkreis Ansbach. Hauer ist Amphibienexperte und seit vielen Jahren Organisator der Rettungszaunaktion bei der Ansbacher Kreisgruppe.

Dadurch konnten rund 65.000 Tiere vor dem Überfahren gerettet werden. „Das ist ein Rekordwert“, sagt Hauer. Er habe nur dank des unermüdlichen Einsatzes der Helfer erreicht werden können. Die ganze Aktion stehe und falle mit einer ausreichenden Zahl an Helfern. Viele seien schon lange dabei.

Zu ihrer Entlastung, wegen Krankheitsausfällen, aber auch zur Betreuung neuer Streckenabschnitte sucht der BN nun Verstärkung. Zwar seien die Strecken, schon eingeteilt. aber mancherorts fehlen noch helfende Hände.

„Im Ansbacher Raum bräuchten wir jemanden, der die Strecken im Geisengrund und beim Technischen Informationszentrum betreut“, sagt Hauer. Außerdem könnte die Betreuerin einer Strecke zwischen Petersaurach und Großhaslach Unterstützung gebrauchen. Helfer sucht der BN auch noch für die Strecke zwischen Neuendettelsau und Wernsbach.

Hauptsächlich nachts oder in der Dämmerung unterwegs

Erfahrungsgemäß beginnen die Amphibien Anfang März zu wandern. „Aber wenn es so warm bleibt und regnet, könnte es sein, dass die ersten Tiere schon vorher aufbrechen“, weiß Hauer.

Die Tiere müssen ihre Haut feucht halten. Daher sind sie vorzugsweise unterwegs, wenn es regnerisch und in Bodennähe mindestens fünf Grad warm ist. Zum Schutz vor Fraßfeinden wandern sie hauptsächlich nachts oder in der Dämmerung.

„Wir rechnen damit, dass die Hauptwanderbewegung zirka in der zweiten Märzwoche einsetzt“, sagt Hauer. Daher bauen die Straßenmeistereien mit Unterstützung durch die Ehrenamtlichen die Fangzäune in der kommenden Woche schon auf.

Optimalerweise werden hinter den Zäunen die Eimer, in die die Amphibien, plumpsen, morgens und abends geleert. „Die Tiere sollten nicht so lange im Eimer sein, sonst bedienen sich Fressfeinde wie der Waschbär“, erläutert Hauer.

Der Trick mit der Korkscheibe

Um die Frösche, Kröten und Molche im Eimer vor ihnen und vor Sonneneinstrahlung zu schützen, empfiehlt er, in jeden Eimer eine leichte Korkscheibe zu legen, unter der sich die Tiere verkriechen können. Das sei freilich kein Muss, werde aber gut angenommen.

Wissenswertes über heimische Amphibien können Helfer und alle Interessierten am Montag, 27. Februar, um 19.30 Uhr in einem eineinhalbstündigen Online-Seminar mit Michael Hauer erfahren. Er spricht über die Bestimmung, die Biologie und die Lebensweise der häufigsten Amphibienarten. Ein Schwerpunkt liegt auf den Unterscheidungsmerkmalen der einzelnen Arten. Außerdem gibt er Tipps zur Amphibienzaunbetreuung und zum Verhalten am Schutzzaun. Der Zugangslink zum Seminar: https://meet.goto.com/175370469.

Wer bereit ist, stunden- oder tageweise beim Auf- und Abbau der Amphibienzäune zu helfen, oder eine Zaunstrecke über einen Zeitraum von zirka vier bis fünf Wochen zu betreuen, möge sich in der BN-Kreisgeschäftsstelle bei Michael Hauer melden. Er hat die Telefonnummer 0981/14213 und die E-Mail-Adresse bn-ansbach@t-online.de.

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