Das Leitmotiv des diesjährigen Bayerischen Kirchentags am Pfingstmontag, 29. Mai, auf dem Hesselberg lautet „Neues wächst auf“. Ein bildreiches Thema, auch mit Blick auf zwei Abschiede.
Denn einerseits endet die Amtszeit von Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm nach zwölf Jahren mit dem diesjährigen Reformationstag, sein Nachfolger Christian Kopp wird, so wird beim ausrichtenden Dekanat Wassertrüdingen gehofft, im nächsten Jahr auf dem Kirchentag sein Predigtdebüt geben. Und der für den Kirchentag verantwortliche Dekan Hermann Rummel aus Wassertrüdingen wird nach fast 20-jähriger Amtszeit am Sonntag, 24. September, in den Ruhestand verabschiedet.
Die FLZ bat beide Amtsträger, über ihre langjährigen Erfahrungen mit den Kirchentagen auf Mittelfrankens höchster Erhebung zu berichten. Welche Besonderheiten zeichnen diesen Kirchentag aus? Welche Erlebnisse hatten sie dort? Mit welchen Erwartungen kamen sie? Und mit welchen Eindrücken gingen sie?
Eine große Strahlkraft und eine Stärkung und Ermutigung für den weiteren Lebensweg geht für Dekan Rummel vom Kirchentag aus, stellt er rückblickend fest. Für Bedford-Strohm ist es eine „wunderbare Gemeinschaftserfahrung an einem wunderbaren Ort. In Kirchen sitzen die Menschen oft alleine, aber am Kirchentag spüren wir, wie viele Gläubige wir sind.“
Eine Glaubenskraft gehe von diesem Kirchentag aus, ist der Landesbischof überzeugt, geprägt von den starken fränkischen Gemeinden. Für beide Kirchenmänner ist der Gottesdienst um 10 Uhr das zentrale Element und der Höhepunkt des Kirchentags, natürlich dazu auch der Kinderkirchentag mit dem parallelen Kindergottesdienst um 10 Uhr.
Der riesige Posaunenchor sowie die Chöre und Musizierenden sind für Bedford-Strohm und für Rummel ein beeindruckendes Erlebnis. Aber nicht zu unterschätzen seien die Informationsstände und Begegnungsangebote für die Zukunftsperspektiven der Kirche, betonen Rummel und Bedford-Strohm.
Der Landesbischof freut sich auch auf die persönlichen Gespräche und Gesprächsrunden. Den Bayerischen Kirchentag am Hesselberg zeichne eine Tradition und Regionalität aus, von Generation zu Generation werde der Termin am Pfingstmontag weitergegeben. Gestaunt hat Rummel über die Treue zum Kirchentag, gleich ob heftige Regenschauer oder sengende Sonne – die erwartete Begegnung mit vielen Bekannten, der Blick vom Berg und die festliche Atmosphäre locke die Menschen an.
Eine „evangelische Zeitansage“ ist für den Landesbischof der Kirchentag, bei dem die Zugewandtheit zur Welt und Spiritualität spürbar und erlebbar werden. Auch unter widrigen äußerlich Verhältnissen hatte der Kirchentag seine geistige Kraft, resümiert. Selbst wenn es äußerlich auf dich einprasselt, sei Gott der Herr immer bei den Menschen.
Der Kirchentag wirke seit über sieben Jahrzehnten weit über die Region hinaus und sei ein fester Termin im kirchlichen Jahresablauf, fasst Dekan Rummel den Evangelischen Bayerischen Kirchentag am Hesselberg zusammen.
Der Kirchentag am Montag, 29. Mai, beginnt um 10 Uhr mit dem Gottesdienst. Parallel findet der Gottesdienst zum Kinderkirchentag statt.