Der Wechsel auf ein Sportinternat in Thüringen hat der Karriere von Pius Rosenecker den erhofften Schub gegeben. Der Flintenschütze aus Haslach wird den Deutschen Schützenbund bei den Europameisterschaften in Italien vertreten.
Beim zweiten und finalen Teil der EM-Qualifikation in Schale setzte sich der 17-Jährige als einer der Jüngsten gut in Szene und platzierte sich mit 114 Treffern nach den fünf Runden (23, 24, 21, 24, 22) auf Rang eins im Trap-Wettbewerb der Junioren.
„Das unterstreicht die gute Nachwuchsarbeit, die in Suhl gemacht wird“, lobte Bundestrainer Uwe Möller, der Rosenecker umgehend für die EM nominierte, die Mitte Mai in Lonato stattfindet.
Es ist der erste große internationale Wettkampf für Rosenecker, der beim JSSV Herrieden-Wieseth das Flintenschießen unter anderem vom Vater lernte und sein Talent auf nationaler Ebene schon früh mit guten Platzierungen unter Beweis stellte.
Der zweimalige Olympiastarter Andreas Löw aus Weihenzell, der ebenfalls öfter beim JSSV aktiv ist, förderte das Talent, das im Februar 2023 auf das Sportgymnasium Oberhof wechselte, wo auch Schützen speziell gefördert werden.
Um diese Chance zu ergreifen, nahm Rosenecker, der mittlerweile für den Förderverein Schießsportzentrum Suhl startet, einiges auf sich. Als Realschüler musste er sich den Übergang aufs Gymnasium erst mühsam erarbeiten und vieles nachlernen, was am Ansbacher Theresien-Gymnasium passierte.
Den Willen und das Engagement, den es für die neue Schullaufbahn brauchte, zeigte er dann auch beim Sport. Viele tausend Schrotladungen jagte er während der Übungsstunden durch die Läufe seiner Flinte. Mehrfach pro Woche trainieren die aktuell sieben Flinten-Kaderschützen in Thüringen am Schießstand, dazu kommt Athletiktraining, das bei Rosenecker zum deutlichen Gewichtsverlust beitrug.
Knapp 200 junge Leistungssportler kann das Internat in Oberhof maximal aufnehmen, wobei Wintersport dominiert.
Bei der EM in Italien sind nun gleich zwei Sportschützen aus Westmittelfranken am Start. Bei den Aktiven wurde erwartungsgemäß Andreas Löw nominiert, der in Schale 119 Treffer und Platz zwei erreichte und gemeinsam mit Marco Kroß (Torgau) und Paul Pigorsch (Süptitz) das Trap-Team bildet.
Für die Männer geht es in Italien auch noch um einen Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Paris.