Die Eltern in Heilsbronn müssen tiefer in die Tasche greifen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.01.2024 16:35

Die Eltern in Heilsbronn müssen tiefer in die Tasche greifen

Im Herbst weihte die Stadt Heilsbronn gemeinsam mit dem Einrichtungsträger AWO die neue Kita am Weiterndorfer Weiher ein. Weil die Betriebskosten steigen, werden die Elternbeiträge erhöht. (Archivbild: Eckard Dürr)
Im Herbst weihte die Stadt Heilsbronn gemeinsam mit dem Einrichtungsträger AWO die neue Kita am Weiterndorfer Weiher ein. Weil die Betriebskosten steigen, werden die Elternbeiträge erhöht. (Archivbild: Eckard Dürr)
Im Herbst weihte die Stadt Heilsbronn gemeinsam mit dem Einrichtungsträger AWO die neue Kita am Weiterndorfer Weiher ein. Weil die Betriebskosten steigen, werden die Elternbeiträge erhöht. (Archivbild: Eckard Dürr)

Für die Betreuung ihrer Kleinen in den Kindergärten, Krippen und Horten müssen Eltern künftig deutlich tiefer in die Tasche greifen. Ab 1. April steigen die Beiträge durchschnittlich um ein Viertel, in der Spitze um 45 Prozent. Begründet wird die Erhöhung mit massiv gestiegenen Kosten für Personal und Unterhalt der Einrichtungen.

Der Heilsbronner Stadtrat fasste den Beschluss einstimmig. Die Beiträge werden nicht gleichmäßig angehoben, sondern durchaus differenziert. In den Krippen liegt der Aufschlag bei durchschnittlich 30 Prozent, in den Regelgruppen bei 22,5 Prozent. Weil die Stadt und die Träger der Heilsbronner Kitas einer Empfehlung des Staatsministeriums folgen, werden die Sätze für lange Buchungszeiten stärker angehoben als für kurze Buchungszeiten.

Die Zustimmung fiel nicht leicht

Ein Beispiel: Wer sein Kind ein bis zwei Stunden am Tag in die Krippe bringt, zahlt 23 Prozent mehr (künftig 168 Euro im Monat), wer es für bis zu zehn Stunden anmeldet, zahlt 45 Prozent mehr (künftig 344 Euro). Damit soll gefördert werden, dass Eltern nur jene Zahl an Betreuungsstunden buchen, die sie tatsächlich benötigen.

Geschäftsleiter Ralf Wittmann wies darauf hin, dass künftig das „Tee- und Spielgeld“ und der „Rohkost-Teller“ von zusammen 8,50 Euro mit den Beiträgen abgegolten seien. Die Eltern von über Dreijährigen würden durch den Staatszuschuss von 100 Euro entlastet, für Krippenkinder könnte unter bestimmten Voraussetzungen das „Bayerische Krippengeld“ beantragt werden.

Gleichwohl machten Stadtratsmitglieder deutlich, dass ihnen die Zustimmung zu den neuen Beiträgen nicht leicht falle. Eltern, die ihre Kinder beispielsweise mangels Alternativen lange in die Kitas geben müssten, „tut das weh“, betonte Wolfgang Prager (FW). Mit Blick auf das hohe städtische Defizit im Bereich Kinderbetreuung sei der Schritt jedoch „unumgänglich“. Petra Hinkl (SPD) sagte, sie könne den Verwaltungsvorschlag „nachvollziehen und mittragen“. Sie nannte die neuen Beiträge im Vergleich zu anderen Kommunen „angemessen“.

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Mit den neuen Beiträgen wird die Stadt Mehreinnahmen von 119.000 Euro im Jahr erzielen – bei konstanter Kinderzahl und gebuchten Betreuungsstunden. Zuletzt betrug das Defizit im städtischen Haushalt bei der Kinderbetreuung rund 1,2 Millionen Euro. Die neuen Beiträge waren zuvor mit allen Kita-Trägern abgestimmt. Der aktuelle Aufschlag ist laut Verwaltung unter anderem so hoch, weil die Erhöhungen in den vergangenen beiden Jahren bei jeweils nur 2,5 Prozent gelegen seien.

Linie des Freistaats Bayern in der Kritik

Die Beratungen nahmen einige Ratsmitglieder zum Anlass, die Finanzierung der Kinderbetreuung in Bayern zu kritisieren. Schulen und Kitas sollten gleichbehandelt werden, forderte Thomas Franck (Grüne). Es gebe Bundesländer, in denen der Kita-Besuch kostenfrei ist. Kinderbetreuung sei eigentlich eine Aufgabe des Staats und nicht der Stadt. Auch Petra Hinkl sprach sich für eine „generelle Beitragsfreiheit“ aus.

Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer betonte, Heilsbronn wolle eine kinderfreundliche Kommune sein und habe deswegen stark in Kindertagesstätten investiert. Die Folge davon seien „finanzielle Härten“. Zugleich beklagte er die Tendenz, Kommunen immer mehr mit Aufgaben zu überhäufen, ohne eine Gegenfinanzierung sicherzustellen. Die steigende Aufgabenfülle überlaste Städte und Gemeinden sowohl finanziell als auch personell, so sein Appell an „die höheren Ebenen“ der Politik.


Von Eckard Dürr
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