Die Bombenangriffe in Ansbach vor 80 Jahren: Auf dem Heimweg zum Kind getötet | FLZ.de

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Veröffentlicht am 11.04.2025 10:30

Die Bombenangriffe in Ansbach vor 80 Jahren: Auf dem Heimweg zum Kind getötet

Luise Wendhack auf einem Foto aus dem Jahr 1942: Am 17. April 1945 und damit kurz vor dem Kriegsende in Ansbach wurde sie durch eine Panzergranate getötet. (Repro: Brigitte Lacher)
Luise Wendhack auf einem Foto aus dem Jahr 1942: Am 17. April 1945 und damit kurz vor dem Kriegsende in Ansbach wurde sie durch eine Panzergranate getötet. (Repro: Brigitte Lacher)
Luise Wendhack auf einem Foto aus dem Jahr 1942: Am 17. April 1945 und damit kurz vor dem Kriegsende in Ansbach wurde sie durch eine Panzergranate getötet. (Repro: Brigitte Lacher)

Heinrich Ströhla und Maria Schönamsgruber starben im Bombenhagel im Februar 1945. Luise Wendhack dagegen töteten am 17. April 1945 Splitter einer Panzergranate, als sie auf dem Weg nach Hause zu ihrer kleinen Tochter war. Tags darauf war in Ansbach der Zweite Weltkrieg zu Ende, die amerikanischen Truppen marschierten in die Stadt ein.

Für unsere Serie „80 Jahre danach“ haben sich die Geschwister Wolfgang und Inge Ströhla mit der Geschichte ihrer Großeltern väterlicherseits, die sie nie kennenlernten, gemeldet. Heinrich Ströhla, der Opa, wurde beim ersten Bombenangriff auf Ansbach am 22. Februar 1945 getötet. Seine Frau Luise überlebte, starb jedoch bald nach dem Krieg.

„Als die Bomben fielen, befand sich unser Vater, damals 27 Jahre, verletzt in einem Lazarett in Norddeutschland“, berichten die Geschwister Ströhla in einem Schreiben an die FLZ. „Die Familie Ströhla wohnte damals in der Oberhäuserstraße 5 nahe der Bahnlinie. Unsere Großmutter sammelte am 22. Februar in einem Wald mit einer Nachbarin Holz und sah die Flieger aus der Ferne. Ihr Mann war an diesem Tag auf dem Weg aus der Innenstadt zurück in die Oberhäuserstraße, als er den Fliegeralarm hörte.“

Ehefrau stand vor dem eingestürzten Haus

Er sei wohl in den Keller des Hauses gelaufen „in der Hoffnung, dort Schutz zu finden“, schildern die Geschwister. „Er kam jedoch ums Leben, da durch die Bombe, die in unmittelbarer Nähe einschlug, das Gebäude komplett zerstört wurde. Als Luise damals in die Oberhäuserstraße zurückkehrte, fand sie das eingestürzte Haus vor.“ Die Witwe schickte ihrem Sohn eine Eilnachricht ins Lazarett bei Wilhelmshaven, um ihn über den Tod des Vaters zu informieren.

Eine ähnliche Geschichte hat Horst Schönamsgruber zu erzählen: Bei ihm war es der Vater, Fritz Schönamsgruber, der zurückkehrte und nur noch die Trümmer seines Hauses und darin die Leichen seiner Lieben vorfand. Seine im achten Monat schwangere Frau Maria und sein sechsjähriger Sohn Erich waren im Keller des Anwesens in der Bahnhofstraße gestorben.

Fritz Schönamsgruber war damals 32 Jahre alt. Als Metzgermeister musste er sich bei Fliegeralarm im Schlachthof melden für den Fall, dass nach Bombardierungen Notschlachtungen auf Bauernhöfen nötig wären. „Er ging also zum Schlachthof, und als er zurückkam, war sein Haus weg“, sagt Horst Schönamsgruber. Der 66-Jährige ist ein Sohn des Metzgers aus dessen späterer Ehe. „Mein Vater hat seine tote Frau und sein Kind mit einem Fuhrwerk selbst zum Friedhof nach Heilsbronn gebracht. Seine Frau stammte aus Heilsbronn.“

Keine Gespräche über Kriegserlebnisse

Von dem, was sein Vater einst durchlitten hat, habe er erst viel später auf Umwegen erfahren, so Horst Schönamsgruber. „Bei uns daheim wurde nie darüber gesprochen, was bei dem Bombenangriff passiert ist.“

Für unsere Serie „80 Jahre danach“ hat sich auch Brigitte Lacher gemeldet: „Meine Großeltern Wilhelm und Luise Wendhack kamen beide kurz vor Kriegsende innerhalb von 14 Tagen ums Leben. Er im Lazarett, sie auf dem Heimweg von der Galgenmühle zu ihrem Haus in Hennenbach. Beide erfuhren gegenseitig von ihrem Tod nicht mehr.“

Ihre Großmutter starb nicht bei den Bombenangriffen, sondern ganz kurz vor dem Kriegsende in Ansbach, erzählt Lacher. „Das Unglück geschah am 17. April 1945. Meine Großmutter Luise Wendhack hat auf dem Weg von der Stadt nach Hause einen Halt in der Zimmerei Finsterer eingelegt. Dort hat man sie wegen eines Alarms gewarnt, weiterzugehen. Wegen ihrer einjährigen Tochter Waltraud, die allein daheim war, wollte sie jedoch zu ihr. Getötet wurde sie durch eine Panzergranate.“

Name ist auf dem Denkmal in Hennenbach zu lesen

Waltraud Wendhack, die Tante von Brigitte Lacher, war nun Vollwaise. „Ich wurde ein Jahr später geboren“, erzählt Lacher. „Der Altersunterschied zwischen meiner Mutter und ihrer Schwester Waltraud waren 18 Jahre. Somit wurden meine Eltern auch die ihrigen und meine Tante meine Schwester.“

Am 18. April 1945 marschierten die US-Truppen in Ansbach ein, der Krieg war zu Ende. Die damals 40 Jahre alte Luise Wendhack gehörte zu seinen letzten Opfern in Ansbach. Ihr Name ist auf dem Kriegerdenkmal in Hennenbach zu finden.


Lara Hausleitner
Lara Hausleitner
Redakteurin für Lokales und Kultur - und Reisende aus Leidenschaft.

"I have never written a word that did not come from my heart. I never shall."
Nellie Bly
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