Eine aufgebaute Bühne, funktionierende Lichter und einen guten Sound kennen wir alle von verschiedenen Veranstaltungen und Konzerten. Aber was läuft davor ab und wer kümmert sich um all das? Ein Beispiel aus Stübach.
In dem Bierzelt in Stübach wird lauthals geredet und gelacht. Trotz des frühen Nachmittags sind die älteren Herren an einem der Biertische bestimmt nicht bei ihrem ersten Bier. „Wir bekommen noch eins”, ertönt es regelmäßig in Richtung Bedienung. Vor der Bühne stehen einige große schwarze Kisten. Johannes Wolfram und Maxi Windrich sehen den Veranstaltungsort gerade zum ersten Mal leibhaftig. Sie müssen sich überlegen, wie sie all ihr Equipment auf der Bühne unterbringen.
Die beiden Männer arbeiten bei MPAS, einer Ton- und Lichtverleihfirma aus Ipsheim. „Die Ortsburschen haben uns geholfen, die Kisten vom Auto ins Zelt zu bringen”, erzählt Wolfram. Er kommt bald ins zweite Ausbildungsjahr zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Insgesamt dauert die Ausbildung drei Jahre.
Die Band Monkey Business wird am Abend auf der Stübacher Kirchweih spielen. „Sie bringen nur ihre Instrumente mit, den Rest machen wir”, sagt der 23-Jährige. Die Firma und die Band arbeiten bereits seit Jahren zusammen – man kennt, man vertraut sich. Generell gilt: Jede Musikgruppe hat bestimmte Wünsche und Vorstellungen, die erfüllt werden müssen.
Monkey Business bekommt den „Full Service”, das Equipment wird also vorher geliefert und aufgebaut. Während der Show werden Licht und Ton betreut. Danach wird alles wieder abgebaut. Dabei habe die Arbeit schon unter der Woche angefangen. Das Material musste vorab herausgesucht und verladen werden.
Aber erst einmal wird aufgebaut. Die Traverse wird als erstes aufgestellt. Sie bildet das Grundgerüst. „Die Bühne ist viel kleiner, als wir dachten”, erzählt Wolfram: „Wir haben vorher ein Bild bekommen, da sah alles etwas größer aus.” Deshalb muss alles platzsparend aufgestellt werden. Jedes kleinste Detail zählt, also werden auch die Füße des Metallgestänges nochmal gedreht. Hauptsächlich die Bühnentiefe, Größe und Länge des Zeltes seien wichtig für die Vorbereitung und Auswahl des Equipments.
Als Nächstes werden die Lichter in der Traverse befestigt. Die „moving heads” können sich – wie der Name schon sagt – bewegen und auch farbige Lichter erzeugen. Durch die Nummerierung wird sichergestellt, dass sich alle in der richtigen Reihenfolge befinden. „Wir haben vorprogrammierte Lichtshows”, sagt Wolfram. Der Anspruch sei es, dass die Lichter bei jeder Show identisch sind. Auch statische Beleuchtung wird noch installiert.
Weiter geht es mit der Verkabelung der Technik. „Wir haben unsere eigene Stromverteilung dabei.” Eine normale Haussteckdose reiche für das komplette Equipment nicht aus, 32 Ampere Starkstrom werden benötigt. Da die Sicherheit sehr wichtig ist, wird das nachgemessen. Passt, sie können also weiter aufbauen.
„Manchmal muss man echt kreativ werden”, sagt Windrich. Der 33-Jährige hat im Job schon einige Schwierigkeiten erlebt. Wenn das Kabel zu kurz oder die Bühne zu klein ist, müsse man eben improvisieren.
So auch beim Molton. Der schwarze Stoff sorgt für einen schöneren Hintergrund und dafür, dass die Lichter besser zur Geltung kommen. Und was, wenn der Stoff nicht ausreicht? Auch hierfür finden die beiden eine Lösung. Wenn sie die Stoffe anders hinhängen, reicht alles aus und wirkt fast, als wäre es so gewollt.
Während auf der Bühne weiter fleißig aufgebaut wird, fangen die Männer am eingangs erwähnten Biertisch das Singen an. So unterschiedlich kann ein Samstag-Nachmittag also aussehen.
Nachdem das Band-Logo aufgehängt ist, wird das Gestell nach oben gekurbelt. Bei 1,85 Meter ist Schluss. „Die Bühne ist sehr hoch, das Zelt ist niedrig”, schlussfolgert Wolfram. Normalerweise sei es auf 3,40 Meter. Aber daran könne jetzt nichts geändert werden.
Dann sind die Musikboxen dran. Auf beiden Seiten der Bühnen stapeln Wolfram und Windrich die Boxen aufeinander. Ein im Weg stehender Deko-Baum wird kurzerhand von seinen Befestigungen befreit und umplatziert. Die beiden Türme werden jeweils mit Spanngurten befestigt.
Über eine wacklige Leiter geht es für Windrich hoch ans Zeltdach. Damit das Publikum die Band auf der Bühne auch sehen kann, hängt er noch die Frontbeleuchtung auf.
Wenn alles fertig aufgebaut ist, steht noch der Soundcheck an. Der Abbau später, erzählt Wolfram, gehe deutlich schneller als der Aufbau. „Das ist viel unkomplizierter.” Vorher werden die beiden den Abend aber noch auf der Stübacher Kirchweih verbringen, den Ton mischen, die Lichter drücken und dafür sorgen, dass der Abend reibungslos abläuft.