In der Reithalle des Verbands der Reit- und Fahrvereine Franken wurde am Wochenende gleich doppelt Geburtstag gefeiert: Der Verband wurde 100 Jahre alt und der Festredner, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, feierte am selben Tag seinen 69. Geburtstag. Am Ende seiner Ansprache wurde ihm ein Ständchen gesungen.
Innenminister Joachim Herrmann wies in seiner Ansprache auf die stolze Reitertradition in Bayern hin. Außerdem sagte er, dass mit den Pferden Sport bis ins hohe Alter gemacht werden könne. Auch für die Inklusion sei der Pferdesport wichtig. Zudem könnten Jugendliche durch ihre Begeisterung für Pferde an sportliche Aktivitäten herangeführt werden.
Dies wurde bei der Festveranstaltung mit Vorführungen verdeutlicht: Beim Voltigieren wurden akrobatische Übungen auf dem Pferderücken gezeigt. Zudem gab es eine Quadrille aus Parareiterinnen und Parareitern. Das ist eine Gruppe, die mit ihren Pferden eine Choreografie vorreitet. Auf Schulpferden bewiesen sich Reiterinnen und Reiter zudem in der Dressur. Diese Disziplin wird häufig auch als „Pferdeballett” bezeichnet.
Anlässlich des Jubiläums wurde auch eine Ausstellung über die Evakuierung des Gestüts Trakehnen vor 80 Jahren gezeigt. Es wurde rund um Pferdehaltung sowie den Reitbetrieb informiert. Zudem gab es Kutschfahrten, Pferdefußball und Ponyreiten.
Auch die Entstehungsgeschichte wurde erzählt: Heute ist der Verband der Reit- und Fahrvereine Franken der Dachverband von 304 angeschlossenen Vereinen mit fast 27.000 Mitgliedern. Doch 100 Jahre Geschichte kamen dem zuvor. Darüber informierte Gerhard Wunderlich beim Jubiläumsfest.
Seine Ursprünge hat der Verband nach dem Ersten Weltkrieg: Aus einer Idee zur Förderung des Reit- und Fahrsportes entstand ein Zusammenschluss. Am 29. Dezember 1925 wurde der „Verband der ländlichen Reit- und Fahrvereine des Gestütsbezirkes Ansbach“ in Würzburg gegründet.
Nachdem die politische Lage ab 1933 für Einschnitte gesorgt hatte, gab es 1952 eine Wiedergründung. Da sich immer mehr Vereine anschlossen, stand 1963 schließlich die Namensänderung an: „Verband der Reit- und Fahrvereine Franken“ ist der bis heute gültige Name.
Beim Festakt würdigte auch der Landtagsabgeordnete Andreas Schalk die sportliche Arbeit mit Pferden und dankte allen Ehrenamtlichen für ihren Einsatz. Der unterfränkische Regierungspräsident Stefan Funk machte auf die enge Verbindung zwischen Mensch und Tier aufmerksam, die beim Pferdesport gelebt werde. Ansbachs Oberbürgermeister Thomas Deffner drückte seine Freude aus, dass durch den Verband Ansbach das Zentrum des Pferdesports weiterhin in Franken sei.