Beim Tierschutzverein Ansbach und Umgebung stehen Änderungen an. Das betrifft auch das Tierheim. Günter Pfisterer steht der Organisation seit 1997 vor. Doch in der nächsten Jahresversammlung kandidiert er nicht mehr. Derzeit bemüht er sich um eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Was muss sie oder er mitbringen?
Genau 28 Jahre hat Günter Pfisterer das Amt in diesem Sommer inne. „Ich bin so oft gewählt worden wie in den Stadtrat“, bemerkt der ehemalige SPD-Mandatsträger lachend. Die Wahlperiode im kommunalen Gremium dauert sechs Jahre, die im Verein vier Jahre. Im Februar wird er 89 Jahre alt.
Die neue Vorsitzende oder den Vorsitzenden erwarten laut Pfisterers Worten finanziell gesicherte Verhältnisse. Die Erbschaft des Ansbachers Horst Mercks, der im vorigen Jahr starb, spielt eine maßgebliche Rolle. Zu dem Vermächtnis gehört eine Immobilie in der Karolinenstraße. Sie könnte einen sechsstelligen Betrag erlösen.
Darüber hinaus gibt es eine eigene Stiftung, die Stiftung Mittelfränkischer Tierschutz. „Sie besteht seit Ende 2004, und um die kann sich die neue Vorsitzende oder der neue Vorsitzende ein wenig kümmern.“ Das Ziel sei, das Stiftungsvermögen zu erhöhen, um den Ertrag entsprechend nutzen zu können.
Der Tierschutzverein bezieht sich nicht nur auf die Stadt. Er ist vielmehr auch für „die, von der Fläche und der Bevölkerung her, größere Hälfte des Landkreises“ zuständig, wie Pfisterer schildert.
Wie viel Arbeit kommt auf die Chefin oder den Chef zu? Machbar ist die Funktion nach den Worten des amtierenden Vorsitzenden auch für Berufstätige. „Ich war ja auch noch zwei Jahre berufstätig“, sagt der pensionierte Vermessungsbeamte.
Ein wichtiger Punkt sei, wie der Vorstand die Aufgaben aufteilt. Als Vorsitzende oder Vorsitzender „sollte man sich nicht vor einem Hund fürchten“, findet er. Günstig sei, wenn man etwas mit Tieren umgehen kann, kommunikationsfähig ist, ein Gefühl für finanzielle Zusammenhänge sowie Verhandlungsgeschick und Fingerspitzengefühl hat.
Günter Pfisterer übt das Amt am Ende fast seit drei Jahrzehnte aus. „Ich habe die Notwendigkeit gesehen, dass jemand da sein muss, der sich darum kümmert.“
Deshalb sucht er momentan aktiv nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger. Er habe schon vier Körbe bekommen, merkt er augenzwinkernd an. Wer außer ihm in dem derzeit siebenköpfigen Gremium aufhört, weiß er nicht. Wenn der neue Vorstand Fragen haben sollte, würde er für diese weiter bereitstehen, auch wenn er sich aus dem Vorstand zurückzieht.
In finanzieller und rechtlicher Hinsicht ist die oder der Vorsitzende de facto Chefin oder Chef des Tierheims, in fachlicher Hinsicht nicht, wie er erklärt. Nur Schatzmeisterin Eva Lindner habe die nötige behördliche Erlaubnis nach dem Tierschutzgesetz. „Sie macht weiter“, fügt der Vorsitzende hinzu. Der Verein zähle um die 700 Mitglieder. Der Wert sei „ungefähr gleichbleibend“.
Das Besondere an dem Amt sei, „dass man sich um so eine noble Aufgabe kümmern kann, der Kreatur zu helfen“. Satzungsgemäß sei man nicht nur für Haustiere, sondern auch für frei lebende zuständig.
Der Tierschutz steht laut Günter Pfisterers Worten heute stärker im Blickpunkt der Gesellschaft. Die Lage habe sich verbessert, und die Menschen seien sensibler geworden. In früheren Zeiten seien Tierheime nicht so bekannt gewesen. Wenn heute jemand zum Beispiel Katzen hortet, dann fällt das Menschen im Umfeld viel öfter auf, wie der Vorsitzende des Vereins darlegt.
Da das Tierheim auch viele Fund- und Abgabetiere beherbergen müsse, nehme es nicht mehr so viele Pensionstiere wie früher auf. Man frage stets bei den Haltern nach, ob sie Alternativen zur Pension im Tierheim haben. Allerdings sind Pensionstiere ein wichtiger finanzieller Posten, wie Günter Pfisterer betont.
Die Liegenschaften des Tierheims sind gemäß seinen Worten in einem guten Zustand. Im Augenblick jedoch wartet er auf die Baugenehmigung für das dringend benötigte neue Hundehaus. Im Frühjahr soll der Bau beginnen.