Das Ansbacher DTB-Ranglistenturnier „Benefiz for Kids“ hat neue Sieger bekommen.
Auch die dritte Auflage des Tennisturniers war ein voller Erfolg. Der Wettergott war gnädig und schenkte den Organisatoren, die nach den anhaltenden Regenfällen in den Tagen zuvor mit dem Schlimmsten rechneten, viel Sonnenschein.
Am ersten Tag qualifizierten sich in den ersten Matches acht Spieler für das Herren-Hauptfeld. Markus Staudacher aus Petersaurach vom SC Uttenreuth zählte nicht dazu, er schied in der Qualifikation aus.
Am Freitagabend war es mit der Ruhe auf den Courts vorbei, da in unmittelbarer Nachbarschaft die SpVgg Ansbach ein Fußballspiel absolvierte und Fangesänge, Stadionansagen und Musik die Konzentration auf der Tennisanlage ganz erheblich störten. Überraschend schied in der zweiten Runde der Vorjahresfinalist Marcel Strickroth vom TC Rot-Blau Regensburg in einem hart umkämpften Dreisatzmatch gegen Alexandros Araouzos (Schwarz-Gelb Heidelberg) aus.
Gleichzeitig starteten 21 Frauen in ihre ebenfalls mit 3000 Euro Preisgeld dotierte Konkurrenz. Die Veranstalter bedauerten die erneut recht geringe Teilnehmerzahl bei den Damen, äußerten sich zugleich aber sehr zufrieden mit der sehr starken Besetzung.
Es war das erste Turnier für die an Nummer fünf gesetzte Natali Gumbrecht aus Sachsen bei Ansbach, Weltmeisterin bei den Damen 30 2022, nach einem Muskelfaserriss im April. Unterstützt von einer großen Fangemeinde besiegte sie zunächst die im BTV-Internat in der TennisBase Oberhaching trainierende Lea Aschenberger (Luitpoldpark München). Im Anschluss wartete Anna Zehetgruber (TC Ludwigshafen-Oppau), die zuvor die an zwei gesetzte Lorena Schädel (Heidelberger TC) aus dem Turnier geworfen hatte.
Trotz 2:5-Rückstand im dritten Satz drehte Gumbrecht unter Aufbringung aller Reserven das Match noch und setzte sich im Satztiebreak durch. Gegen die spätere Turniersiegerin Sofia Markova (SportVgg Mögeldorf) machten sich die anstrengenden Begegnungen des Vortages jedoch bemerkbar. Gumbrecht schied nach einem noch ausgeglichenen ersten Satz gegen Markova aus, die bis dahin in zwei leichten Matches nur drei Spiele abgegeben hatte.
Die Vorjahresfinalistin von der SportVgg Mögeldorf traf im Finale auf Hannah Schäfer vom TC Durlach, welche ihr Halbfinale gegen die starke Maya Drozd (Luitpoldpark München) durch aggressives und konsequentes Spiel dominiert hatte.
Im Finale schenkten sich die Kontrahentinnen nichts. Markova gelang es, mit ihrem intelligenten und facettenreichen Spiel den Rhythmus der Gegnerin zu stören und den Titel mit 7:6 6:4 zu erringen. Die mit Familie angereiste Markova zeigte sich erneut begeistert von der besonderen und familiären Atmosphäre des Turniers und kündigte an, im kommenden Jahr zurückzukehren.
Bei den Herren war bereits am Sonntagmorgen ein „kleines Finale“ zwischen dem Erst- und Drittgesetzten zu bestaunen. Vorjahressieger Sven Lemstra (Luitpoldpark München), der sich als einer der ersten wieder zum Turnier angemeldet hatte, vermochte jedoch trotz harter Gegenwehr nur wenig gegen die Nummer 53 der deutschen Rangliste, Neo Niedner vom TC Bad Homburg, auszurichten.
In der unteren Hälfte des Tableaus hatte sich überraschend der Qualifikant Alex Solanki vom SC Uttenreuth in vier Matches bis ins Halbfinale vorgearbeitet, wo er sich dem fünftgesetzten Frederic Schloßmann von TC Rot-Blau Regensburg geschlagen geben musste.
Gebannt verfolgten die rund 130 Zuschauer das hochkarätige Finale, in dem Schloßmann zu keinem Zeitpunkt klein beigab. Jedoch setzte der in den USA College-Tennis spielende Niedner wenn es eng wurde immer noch eins oben drauf und entschied so das Endspiel mit 6:4 6:1 für sich.
„Gerade im ersten Satz hätte das Ergebnis auch ganz anders aussehen können“, kommentierte der an Nummer eins gesetzte Sieger das Finale und äußerte Hochachtung vor dem Gegner.
Der eigens engagierte B-Oberschiedsrichter Gernot Heinzel hob die professionelle Organisation des noch verhältnismäßig jungen Turniers hervor, dessen Ablauf auch durch zwei Regenunterbrechungen nicht erschüttert wurde.
Dank galt den Sponsoren und dem unermüdlichen Einsatz der über 60 ehrenamtlichen Helfer. Die Organisation eines solchen überregionalen Turniers bedeutet eine gewaltige Anstrengung für den TSV Ansbach. Die Strahlkraft weit über Ansbach und Mittelfranken hinaus wiegt die Strapazen jedoch auf.