Als neues Projekt hat sich der Neustädter Seniorenrat „Medienkompetenz für alle“ vorgenommen. Er hielt schon etliche Workshops, Vorträge und Praxisangebote zu anderen Themen, um auch Älteren die Teilhabe am immer weiter automatisierten und technisierten Alltag zu ermöglichen. Nun geht es um den Umgang mit digitalen Medien.
Dies zu erlernen, erachten Ingrid Tisch-Rottensteiner und Karlheinz Haag vom Seniorenrat als sehr wichtig. Der Umgang mit digitalen Medien, der in manchen Bereichen fast schon alternativlos ist, kann den Alltag für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht nur komplizierter machen, sondern auch erleichtern. Da nicht jeder die neue Technik schon anwenden kann, bedarf es der Unterstützung.
Diese bieten verschiedene Stellen in Neustadt bereits an. Im Freiwilligenzentrum des Caritasverbandes, im BayernLab und beim Rot-Kreuz-Seniorentreff gibt es Schulungen und Informationen rund um PC, Tablet und Handy. Tisch-Rottensteiner und Haag begrüßen diese Angebote sehr, würden sie jedoch gern stärker bündeln, um die Effektivität zu erhöhen. Die Anbieter würden dies ebenfalls sehr begrüßen.
„Wir möchten das Ganze gern unter einem Dach vernetzen“, betonen sie. Dafür ist eine Kooperation mit Freiwilligenzentrum und BayernLab angestrebt. Ins Boot holen will man ferner den BRK-Seniorentreff. Beim Freiwilligenzentrum gebe es, so Haag, viele Angebote, die individuell auf den Teilnehmenden zugeschnitten sind. Das sei für den Einzelnen klasse, andere könnten von dessen Fragen in dem Moment jedoch nicht partizipieren. Von Gruppenangeboten, die ebenfalls gemacht werden, würden alle profitieren.
Seitens des Seniorenrats möchte man nun erst einmal erkunden, wo Bedarf herrscht. Braucht jemand etwa einen Ratschlag, bevor er sich Handy, Tablet oder einen PC zulegt? Hat man diese Geräte schon und benötigt eine Einweisung oder ab und zu Hilfe? „Wenn wir dies wissen, können wir gezielt zu Schulungen einladen und einen Schwerpunkt bilden“, erklärt Tisch-Rottensteiner und weist darauf hin, dass man auch dringend weitere Multiplikatoren sucht, die fit im Umgang mit digitalen Geräten und Medien sind und ihr Wissen gern weitergeben möchten.
Die Flugblätter zum Thema und zur Bedarfsabfrage liegen in vielen Neustädter Geschäften, Apotheken, im Rathaus und in Arztpraxen aus. Auch auf der Internetseite sen-rat-nea.de können die Informationen nachgelesen werden. Interessierte können sich ferner telefonisch melden, Rufnummer 09161/6217311 (es ist ein Anrufbeantworter geschaltet). „Wir rufen zurück“, versichert Haag.
Das Sammeln, Sortieren und Auswerten der Rückmeldungen nach Schwerpunkten braucht Zeit. Deshalb kann man noch keinen konkreten Termin nennen, wann die ersten Angebote zu spezifischen Themen laufen. Eine Gruppengröße von sechs bis acht Leuten sieht man als ideal an und weist schon einmal auf ein aktuelles Angebot hin. Infos zum NEA-Mobil und dem ÖPNV (wie etwa der App) gibt es am 12. Juni ab 18 Uhr in der Rathausehrenhalle.