Seit über 40 Jahren ist der evangelische Kirchenmusiker, Organist und Landeskirchenmusikdirektor Ulrich Knörr (65) der Musik und Kirche tief verbunden. Nach dem Ausstieg aus dem Beruf zieht es den gebürtigen Ansbacher von München in seine Heimat zurück.
Knörr wirkte 23 Jahre in Rothenburg an der Stadtkirche St. Jakob. Zum Jahresende scheidet er aus dem Amt. Als Landeskirchenmusikdirektor war er neun Jahre lang Dienstvorgesetzter aller hauptamtlichen Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker.
In dieser Funktion war er viel in Bayern unterwegs. Im vergangenen Jahr musste er aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten und seine Reisetätigkeiten einschränken. Er konzentrierte sich auf das Verwalten und Organisieren als weiteren Schwerpunkt seiner beruflichen Tätigkeit als Landeskirchenmusikdirektor.
Aus Termingründen wurde Ulrich Knörr bereits Wochen vor seinem offiziellen Ausscheiden aus dem Amt verabschiedet: in der Stadtkirche Bayreuth. Im Kreis der Kantorinnen und Kantoren, die sich einmal im Jahr zu einem Landeskonvent treffen, um Fragen und Themen ins Gespräch zu bringen.
Tagungsort war diesmal die Hochschule für Kirchenmusik in Bayreuth, die Knörr aus seiner Lehrtätigkeit als Honorarprofessor gut kennt. In früheren Jahren tagten die hauptamtlichen Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker im Wildbad Rothenburg. Aber die evangelische Landeskirche hat ihr Tagungs- und Gästehaus in Rothenburg aus Kostengründen aufgegeben und verkauft.
Ulrich Knörr geht nach 41 Jahren Dienstjahren in den Ruhestand. In dieser Zeit hat er viele Kirchen und Orgeln kennengelernt, erzählt er im Gespräch mit der FLZ-Redaktion. Aufgewachsen ist er im Ansbacher Stadtteil Eyb. Nach dem Abitur ging er nach München an die Musikhochschule und studierte Kirchenmusik.
Mit 23 Jahren gewann er bereits einen Preis beim Internationalen Wettbewerb junger Kirchenmusiker. Ab 1984 war er für zehn Jahre Kirchenmusiker in Kempten. 1994 wechselte er als Dekanatskantor und Leiter der Internationalen Orgelkonzerte nach St. Jakob in Rothenburg.
Zudem übte Ulrich Knörr eine langjährige Lehrtätigkeit an der Musikhochschule in München für die Fächer Geschichte der Evangelischen Kirchenmusik und Chorliteraturkunde aus.
Nach 23 Jahren in Rothenburg schlug Ulrich Knörr neue Wege ein. Als neuer Landeskirchenmusikdirektor zog er nach München. Am Sendlinger Tor wohnt er in der Nähe des Landeskirchenamtes und von St. Matthäus, der bedeutendsten evangelischen Kirche in München, wo er hin und wieder sonntags selbst Orgel spielte. Seine Kirchenkonzerte mit ihren künstlerischen und gestalterischen Freiheiten musste er nach dem gesundheitlichen Einschnitt aufgeben.
Den Lebensabend will Ulrich Knörr in der Heimat verbringen – in Rothenburg. Seine Frau ist Lehrerin an der kleinen Verbandsschule im nahegelegenen Oberscheckenbach. Die Nachfolge des scheidenden Kirchenmusikdirektors ist bereits weitestgehend geklärt, wie der zuständige Kirchenrat Wolfgang Böhm bestätigt.
Die Personalentscheidung soll voraussichtlich Ende Oktober bis Anfang November offiziell bekannt gegeben werden. Nur soviel wurde schon verraten: Künftig wird die Landeskirche eine Kirchenmusikdirektorin haben. .