Benjamin Woodcock ist der neue Geschäftsführer der Franken-Therme Bad Windsheim. Der 47-Jährige wohnt aktuell noch in Lippe in Nordrhein-Westfalen, sitzt aber bereits auf gepackten Umzugskartons. Denn Bad Windsheim soll voll und ganz sein neuer Lebensmittelpunkt werden.
Woodcock will präsent sein und gut ankommen. Deswegen will er vor Ort sein, ansprechbar – für das Team, für die Gäste. Ab dem 1. Januar wird er seine neue Aufgabe offiziell übernehmen. Der bisherige Geschäftsführer Oliver Fink wird ihn dann noch einen Monat lang als Berater begleiten. Das hat sich Woodcock ausdrücklich gewünscht. „Ich möchte von seinen Erfahrungen profitieren, um auf einem sicheren Standbein zu stehen”, sagt er.
Bürgermeister Jürgen Heckel freut es, dass es für Woodcock im neuen Jahr endlich losgeht. „Es ist wichtig und wertvoll, dass er beginnt”, betonte er. Denn die Thermen-Mitarbeiter hätten damit wieder Sicherheit. Auf die Angestellten will sich der 47-Jährige denn auch fokussieren, die ersten 30 Tage will er vor allem sie kennenlernen. Denn sie alle würden den Betrieb der Therme täglich tragen und am Laufen halten. Er wolle ihre Erfahrungen und Ideen hören, um sich ein Bild machen zu können und sich einen Gesamteindruck zu verschaffen.
Den Blick auf die Therme vergleicht Woodcock mit dem auf ein Puzzle, bei dem möglicherweise einige Teile nicht ganz passen. Die möchte er sich genauer anschauen und passend machen, so dass aus den Einzelteilen ein harmonisches Gesamtbild entsteht. Und in die Zukunft gedacht, will er das Puzzlebild vergrößern.
Seine Ausbildung hat Woodcock klassisch als Fachangestellter für Bäderbetriebe gemacht. Im Laufe der Zeit habe er gemerkt, dass er gerne gestaltend in verantwortlicher Position tätig ist und ihm auch die Mitarbeiterführung liegt. Deswegen hat er sich zum Meister Bäderbetrieb weiter gebildet, war als Betriebsleiter und Technischer Leiter einer Therme tätig und zuletzt als Regionalmanager für die Bali-Therme in Bad Oeynhausen und das Sauna Wellness Hotel Gut Sternholz in Hamm verantwortlich. Nun wollte er einen weiteren Karriereschritt gehen.
Dass seine Bewerbung als Geschäftsführer der Franken-Therme erfolgreich war, freut den verheirateten Vater zweier erwachsener Kinder deswegen sehr. Bevor er die Bewerbung abgeschickt hat, habe er sich die Einrichtung erst einmal genau angeschaut. „Ich war als Gast dort, um mir einen eigenen Eindruck zu verschaffen.” Er habe den Mitarbeitern einige Fragen gestellt und genau hingesehen.
Man sei ihm stets höflich und professionell begegnet, und die Angestellten hätten den Eindruck vermittelt, Spaß an ihrer Arbeit zu haben. Negative Rezensionen im Internet habe er zwar registriert, aber er wisse, dass diese mitunter „mit Vorsicht” zu genießen seien. Manchmal sei es eine kleine Unzufriedenheit, die zu einem Verriss führe, weil sich die Gäste in dem Moment einfach über etwas ärgern und das loswerden wollen.
Woodcock hofft, dass die Besucherinnen und Besucher der Therme möglichen Unmut künftig direkt an ihn herantragen. Eine gute Kommunikation in allen Bereichen sei ohnehin enorm wichtig und maßgeblich für eine erfolgreiche Entwicklung, betont der neue Geschäftsführer. Deswegen will er nach seinem Start im Januar erst einmal viele Gespräche führen. „Ich höre immer erst zu, bevor ich etwas entscheide.”
Bürgermeister Heckel freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem Neuen. Die Therme sei ein großer Anziehungspunkt für Bad Windsheim, von dem die ganze Stadt profitiere, sagt er. Trotzdem sei auch die Therme wiederum nur ein Teil des Ganzen. Umso wichtiger sei es, dass alle Akteure miteinander vernetzt seien, denn nur so lasse sich die Marke Bad Windsheim nachhaltig aufstellen und erfolgreich in die Zukunft führen.
Der Aufsichtsrat der Therme hatte der Personalie bereits, wie berichtet, zugestimmt. In nicht-öffentlicher Sitzung tat dies nun auch der Stadtrat. „Mehrheitlich”, wie Bürgermeister Heckel gegenüber der Redaktion sagte.