Der Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim unterstützt Eltern von Sternenkindern | FLZ.de

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Veröffentlicht am 08.10.2025 08:00

Der Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim unterstützt Eltern von Sternenkindern

Dieses Bild und viele weitere farbenfrohe Exemplare gestaltete Susanne Schwab vom Neustädter Landratsamt ehrenamtlich für die Flyer, Karten und digitalen Information zum Thema Sternenkinder, die auf der Homepage des Landratsamtes zu finden sind.  (Foto: Susanne Schwab)
Dieses Bild und viele weitere farbenfrohe Exemplare gestaltete Susanne Schwab vom Neustädter Landratsamt ehrenamtlich für die Flyer, Karten und digitalen Information zum Thema Sternenkinder, die auf der Homepage des Landratsamtes zu finden sind. (Foto: Susanne Schwab)
Dieses Bild und viele weitere farbenfrohe Exemplare gestaltete Susanne Schwab vom Neustädter Landratsamt ehrenamtlich für die Flyer, Karten und digitalen Information zum Thema Sternenkinder, die auf der Homepage des Landratsamtes zu finden sind. (Foto: Susanne Schwab)

Ein Kind zu verlieren, sei es vor, während oder kurz nach der Geburt, ist für betroffene Eltern unaussprechlich schmerzhaft. Um Mütter und Väter in dieser schweren Zeit zu unterstützen, hat der Arbeitskreis „Sternenkinder” im hiesigen Landkreis eine Internetplattform gestaltet. Zudem wird bald ein Sternenkindercafé in Neustadt angeboten.

Auf der Homepage finden sich schnell zugängliche, gebündelte Informationen und Hilfen zu Beratungsstellen, die Trost und Unterstützung bieten, aber auch Anregungen, wie man mit dem schmerzlichen Verlust des Sohnes oder der Tochter umzugehen lernt, informieren die beiden KoKi-Koordinatorinnen Manuela Stern und Sylvia Fichtelmann, die den Arbeitskreis ins Leben gerufen haben.

Mit dem Schicksal nicht alleine

Diesem gehören unter anderem Schwangerschaftsberatungen, Erziehungs- und Lebensberatung, Klinikseelsorge, eine Trauerbegleiterin, Hebammen und Familienkrankenschwestern, der Hospizverein, der Verein „Gemeinsam für Sternenkinder und Frühchen in Franken” sowie das Mutter-Kind-Zentrum an. Die Gruppe kommt dreimal im Jahr zusammen.

Im Mittelpunkt steht dabei vor allem, den verwaisten Eltern zu zeigen, dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein sind, dass ihnen viele Stellen zur Seite stehen und Halt geben. Darüber hinaus soll das Thema Sternenkinder, die oft auch als Schmetterlings-, Regenbogen- und Engelskinder bezeichnet werden, ins Bewusstsein der Bevölkerung gebracht und aus der Tabuzone geholt werden. „Durch den Tod eines Kindes befindet man sich in einer Ausnahmesituation, da kann man nicht lange recherchieren, wo man Informationen bekommt”, sagt Fichtelmann. Die Internetplattform präsentiert sich ansprechend und bunt.

Tanja Rechter ist stellvertretende Vorsitzende bei „Gemeinsam für Sternenkinder und Frühchen in Franken” und lagert die vom Verein genähten Klamotten auf ihrem Dachboden. (Foto: Anna Beigel)
Tanja Rechter ist stellvertretende Vorsitzende bei „Gemeinsam für Sternenkinder und Frühchen in Franken” und lagert die vom Verein genähten Klamotten auf ihrem Dachboden. (Foto: Anna Beigel)

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Farbenfrohe, handgemalte Bilder

Susanne Schwab vom Landratsamt gestaltete ehrenamtlich die farbenfrohen, handgemalten Bilder, die auch Postkarten und Flyer zieren. Die Sternenkinder-Startseite ist in fünf Punkte untergliedert. Da geht es etwa um die ersten Schritte, die nach dem Verlust zu gehen sind, Hebammen können hier begleiten. Erinnerungsstücke wie Fotos, Hand- und Fußabdrücke des verstorbenen Kindes werden gern gemacht, aber auch Kleidung für die Kleinsten wird benötigt.

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Unter dem Punkt Wissenswertes finden die verwaisten Eltern rechtliche Informationen und Beratungsstellen. Wenn es darum geht, Abschied zu nehmen, bedarf es der Menschen, die begleiten, beraten und ein wenig die Last abnehmen. Infos gibt es folglich zu Bestattungsunternehmen, Trauerbegleitung, Seelsorge und spezialisierten Ansprechpartnern. „Weitergehen” heißt der nächste Punkt. Auch hier finden sich Stellen und Institutionen, die Wege aufzeigen, Unterstützung anbieten und Hilfestellung leisten, um den Schmerz zu tragen und langsam damit zu leben. „Diese Angebote mindern nicht den Verlust, sondern können helfen, den schweren Weg des Weiterlebens zu bewältigen”, betont man.

Erinnerungen bleiben lebendig

Die Erinnerungen an das Sternenkind bleiben immer lebendig. Nur wenn man das verlorene Kind als Teil des Lebens annehme, könne man den Weg des Trostes gehen und Erinnerungen bewahren, ist auf der Internetplattform nachzulesen. Hierzu können auch Gottesdienste und Gedenkfeiern für Sternenkinder beitragen. Am Mittwoch, 15. Oktober, wird eine solche Feier in der katholischen Kirche in Neustadt angeboten, erklären Gemeindereferentin Jutta Friedel und Pfarrerin Ruth Neufeld. Sie und der Arbeitskreis Sternenkinder sind für diese Veranstaltung verantwortlich.

Das neue Sternenkindercafé, zu dem nicht nur verwaiste Eltern, sondern auch weitere Angehörige eingeladen werden, findet am 10. November erstmals statt. Angeboten wird es ab 18 Uhr im Caritasgebäude in der Ansbacher Straße 6. Als weitere Termine wurden der 29. Januar, 26. März und 25. Juni genannt. „Wir wollen schauen, wie sich die Cafés entwickeln”, erklärt Stern. Anfangs wolle man noch einen kleinen Input geben, indem etwa Sterne gebastelt werden. Ansonsten sollen die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit bekommen, sich auszutauschen, sich zu erinnern. Mario Vicedom wird als ehrenamtlicher Mitarbeiter der KoKi und Vater eines Sternenkindes als Ansprechpartner dabei sein, ebenso wie aus dem Seelsorgeteam Jutta Friedel und Ruth Neufeld.

Finanzierung über Spenden

Wer sich darüber hinaus noch in irgendeiner Form einbringen möchte, ist willkommen. „Das Ganze lebt von der Vielfalt, auch andere Fachleute können mitmachen”, sagt Friedel. Überlegungen wurden beim Zusammentreffen des Arbeitskreises schon laut, den Veranstaltungsort eventuell auch einmal zu wechseln und das Sternenkindercafé etwa in Uffenheim oder Scheinfeld anzubieten, um das Thema flächendeckend im Landkreis darzustellen. Finanziert wird das Angebot, für das rund 2000 Euro pro Jahr anfallen werden, über Spenden.

Mario Vicedom hat sich schon andere dieser Cafés in Ansbach und Kitzingen angeschaut. Dieser Austausch über die Landkreisgrenzen sei gut, betont er. Dass auch Auswärtige kommen könnten, betont Fichtelmann deshalb ebenfalls. Wichtig sei die sichtbare Vernetzung nach außen. In Ansbach beispielsweise seien mehr Väter als Mütter dabei gewesen, erzählt Vicedom – ein Paar dort hatte sein Kind erst eine Woche zuvor verloren und wollte erfahren, wo sie Hilfe und Beistand in dieser Zeit bekommen.

All diese Angebote können Betroffenen helfen, zeigen, dass sie nicht allein sind und sie Menschen an ihrer Seite haben, die den schweren Weg ein Stück weit mit ihnen gehen.

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