Näher heran an die Bürgerinnen und Bürger will Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU). Gelingen soll das mit dem Land-Truck, einem umgebauten Oldtimer-Trailer, der am Freitag auf dem Marktplatz in Dinkelsbühl Station machte.
Nach einer lockeren Aufwärmphase stellte sich Aigner zunächst der Diskussion mit Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Dinkelsbühl, der staatlichen Wirtschaftsschule und der Hans-von-Raumer-Mittelschule. Besonders die mögliche Wiederbelebung der Wehrpflicht beschäftigte die jungen Leute. Die Abgeordneten aller Landtagsparteien befürworteten einen Dienst an der Allgemeinheit, SPD und Grüne auf freiwilliger Basis, CSU, Freie Wähler und AfD wollen ihn verpflichtend für alle.
Weitere Themen waren unter anderem die geplante Aktienrente, Zukunftsvorstellungen der Parlamentarier, der Klimawandel und die Haltung zu Abtreibungen.
Um die Politik vor Ort ging es im anschließenden Gespräch mit Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer und der Landtagspräsidentin. Martina Haas, Leiterin der FLZ-Redaktionen in Dinkelsbühl und Feuchtwangen, fragte die beiden Politiker nach dem zentralen Begriff, den sie mit der Demokratie verbinden. Für Ilse Aigner ist dies in erster Linie die Freiheit.
Christoph Hammer stellte als Jurist die Demokratie primär in den Kontext der Rechtsstaatlichkeit, die auch Minderheiten schütze. Mehr Frauen in der Politik wünschen sich sowohl die Landtagspräsidentin als auch der Oberbürgermeister. Letzterer verwies aber darauf, dass es immer schwieriger werde, überhaupt Kandidierende zu finden. Während am Vormittag die Bänke auf dem Marktplatz trotz kühler Temperaturen dicht mit Schülerinnen und Schülern besetzt waren, blieben sie nach deren Abschied am frühen Nachmittag weitgehend leer.
Trotzdem widmete sich die Diskussionsrunde mit den Abgeordneten Helmut Schnotz, Wolfgang Hauber, Johannes Meier und Martin Stümpfig engagiert der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum und dem öffentlichen Nahverkehr, einschließlich der Reaktivierung von Bahnlinien wie der Hesselbergbahn oder der Romantischen Schiene.
In einem Flächenlandkreis wie Ansbach mit rund 1000 Ortsteilen sei es schwierig, den öffentlichen Nahverkehr vernünftig zu organisieren, bekannte Schnotz. Man müsse daher „kleinteiliger werden”. Eine Möglichkeit dazu, so Wolfgang Hauber, wäre ein Rufbusangebot. Johannes Meiers Überlegungen gehen eher dahin, CO₂-Bepreisung zurückzunehmen und so das Autofahren wieder billiger zu machen. Martin Stümpfig meinte, Rufbusse seien zu kompliziert und würden kaum genutzt. Das Deutschlandticket habe für eine bessere Auslastung der Busse gesorgt. Angesichts der leeren Kassen des Landkreises wäre er schon zufrieden, wenn zumindest das bestehende Angebot erhalten bliebe.
Gegen eine Reaktivierung der Romantischen Schiene, also der Bahnlinie zwischen Dombühl und Nördlingen, hätte keiner der Abgeordneten etwas, aber es wurde auch erneut deutlich, dass noch viele Jahre ins Land gehen werden, bis zumindest der Abschnitt bis Wilburgstetten wieder in Betrieb gehen wird.