Vieles haben die Verantwortlichen probiert, ein nachhaltiger Erfolg wollte sich nicht einstellen. Deshalb hat der Heilsbronner Stadtrat nach intensiver Diskussion beschlossen, die Reißleine zu ziehen. Die Konsequenz: Der traditionelle Kathreinmarkt in der Innenstadt wird ab sofort nicht mehr stattfinden.
Noch in den 1990er Jahren waren die Märkte zu Lichtmess und Kathrein echte Besuchermagneten. Diese Zeiten sind aber längst vorbei. Spätestens die Corona-Pandemie hat den beiden Veranstaltungen, die früher mehr als 50 Stände vom Unteren Tor bis zum Katharinenturm umfassten, den Stecker gezogen.
Verwaltung und Stadtrat haben immer wieder versucht, der Entwicklung entgegenzuwirken. In einem ersten Schritt wurde der Kathreinmarkt vom 25. November, dem Gedenktag der Katharina von Alexandrien, auf den letzten Sonntag im Oktober verlegt. Die Hoffnung war, in Verbindung mit einem verkaufsoffenen Sonntag, dem Markt neues Leben einzuhauchen.
In einem zweiten Schritt hat man sich mit Herrieden in Verbindung gesetzt, um Anregungen vom dortigen florierenden Markt zu bekommen. Dies mündete in einem neuen Konzept, das 2023 zum Zug kam. Den Besuchern bot sich eine Mischung aus frischen Lebensmitteln, handgefertigten Waren und regionalen Spezialitäten. Hinzu kam ein Trödelmarkt sowie Auftritte der Heilsbronner Musikanten und der Stadtkapelle.
Gleichwohl wollte sich das neue Konzept nicht in guten Zahlen widerspiegeln. Laut der Vorlage für die Stadträte waren nur 17 von 23 angemeldeten Fieranten vor Ort. Beim Trödelmarkt wurden 13 Händler verzeichnet. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Fieranten auf zwölf. Diesen standen 17 Trödel-Teilnehmer gegenüber. Das reichte aus Sicht der Verwaltung aber nicht aus, um die allgemeine Attraktivität der Veranstaltung deutlich zu steigern.
Wir haben es uns nicht leicht gemacht, diese Tradition aufzugeben
„Wir haben es uns nicht leicht gemacht, diese Tradition aufzugeben“, betonte Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer im Nachgang der Sitzung. Man habe auch vorgeschlagen, die Öffnungszeiten auf den Zeitraum von 13 bis 17 Uhr zu legen, um dem Besucherverhalten gerecht zu werden. Auf der anderen Seite stand die Frage, ob die Veranstaltung noch den gewünschten Nutzen, die Belebung der Innenstadt, hat.
Laut Bürgermeister Pfeiffer wurde in der Sitzung intensiv darüber diskutiert, ob und wie man die Traditionsveranstaltung nicht doch retten kann. Letztlich sind Verwaltung und Gremium aber zu dem Schluss gekommen, dass die Möglichkeiten ausgeschöpft wurden. Pfeiffer zufolge ist die Entscheidung, den Kathreinmarkt aufzugeben, „nahezu einstimmig“ gefallen.
Zudem kam aus den Reihen des Heilsbronner Stadtrates das deutliche Signal, die nun freien Kapazitäten in diesem Bereich anderweitig zu verwenden. „Wir haben andere Märkte, die deutlich besser angenommen werden“, sagt der Bürgermeister. Als Beispiel nennt er den Grünen Markt, der aktuell im Rahmen des Citymanagements organisiert wird.