Der heimische Honig in der Region Ansbach ist „echt“ | FLZ.de

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Veröffentlicht am 16.05.2023 15:36

Der heimische Honig in der Region Ansbach ist „echt“

Norbert Hauer, Vorsitzender des Ansbacher Imkervereins und des Kreisverbandes Ansbach, hat derzeit ingesamt 24 Bienenvölker. (Foto: Gisela Hauer)
Norbert Hauer, Vorsitzender des Ansbacher Imkervereins und des Kreisverbandes Ansbach, hat derzeit ingesamt 24 Bienenvölker. (Foto: Gisela Hauer)
Norbert Hauer, Vorsitzender des Ansbacher Imkervereins und des Kreisverbandes Ansbach, hat derzeit ingesamt 24 Bienenvölker. (Foto: Gisela Hauer)

Die heimischen Imker produzieren den Honig mit Hilfe ihrer Bienen. Bei Importware dagegen sollten Verbraucher misstrauisch sein. Die EU deckte auf, dass fast die Hälfte der Proben aus Drittländern mit Zuckersirup vermischt war. Für Bienenfachwart Norbert Hauer ist dieses Ergebnis nicht überraschend.

Der Burgoberbacher ist in ehrenamtlichen Positionen im Verband engagiert. Als Kreisvorsitzender der Imker im Landkreis Ansbach, als Vorsitzender des Bienenzüchtervereins Ansbach und Umgebung sowie als stellvertretender Bezirksvorsitzender und Mitglied des Bayerischen Landespräsidiums hat sein Wort Gewicht in der Szene. Dem Kreisverband – der Größte in Bayern – gehören 28 Vereine und rund 1000 Imker an.

Ehrgeiziger Plan für das Jubiläum

Den Bienenzüchterverein Ansbach mit 130 Mitgliedern leitet der Bienenfachwart seit 2011. Für das Jubiläumsfest im nächsten Jahr zum 150-jährigen Bestehen hat sich Norbert Hauer das ehrgeizige Ziel gesetzt, den Bayerischen Imkertag nach Ansbach zu holen, der jedes Jahr in einem anderen Regierungsbezirk stattfindet.

„Nach sieben Jahren ist Mittelfranken mal wieder dran“, sagt er. Es wäre für ihn das sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem i, das Landesverbandsereignis mit dem Vereinsjubiläum an Ort und Stelle zu verbinden.

Die Imker im Landkreis sind rührig mit der Haltung, Vermehrung und Züchtung von Honigbienen. Auch der Mitgliederförderung durch Anfängerkurse und Aktionen für die Öffentlichkeit widmet man sich intensiv. Für amerikanische Mitbürger gibt es persönliche Anleitungen in englischer Sprache am Lehrbienenstand im Solarpark Brodswinden, der ehemaligen Mülldeponie von Ansbach. Aus- und Fortbildung sind zudem in der neu gebauten Imkerhütte möglich, erzählt Norbert Hauer.

Aus Hobby wurde Passion

Durch seinen Vater wurde er schon von Kindesbeinen an in die Imkerei mit einbezogen. Nach dessen Tod übernahm er die Bienenvölker und intensivierte sein Hobby, das zur Passion wurde. Neben seiner Arbeit als IT-Spezialist. Seine selbstständige Beratertätigkeit und die Bienenhaltung kann er flexibel miteinander vereinbaren. Momentan hat er 24 Bienenvölker.

Die EU-Kommission hat Honig auf seine Reinheit hin untersuchen lassen. Das Ergebnis: In 46 Prozent von 320 Honigproben wurde billiger Zuckersirup nachgewiesen. Vor allem in Importware aus China, aber auch aus der Türkei. Die Beimischung von Sirupen beispielsweise aus Reis, Weizen oder Zuckerrüben zu Honig ist nach EU-Recht verboten. Die dickflüssige Substanz muss als Naturprodukt frei von anderen Stoffen oder sogar Wasser sein, die das Volumen des Produktes erhöhen könnten.

Keine klare Kennzeichnung

Da Honig zu etwa vier Fünfteln aus Zucker besteht, lässt er sich leicht strecken. Erst mit modernen Analysemethoden können Kontrollbehörden gepanschten Honig technisch nachweisen. Es ist in der EU zulässig, auf das Honigglas-Etikett nur draufzuschreiben: „Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“.

Es ist noch nicht einmal vorgeschrieben, wie viel EU-Honig drin sein muss, heißt es auf Nachfrage bei der Verbraucherzentrale Bayern. Die verfälschten Produkte seien zwar „nicht gesundheitsschädlich“, heißt es aus der Beratungsstelle, aber der Verbraucher werde über die Inhaltsstoffe des Honigs im Unklaren gelassen. Man könne auch sagen „getäuscht“.

Imker Norbert Hauer rät deshalb, beim Kauf von Honig auf die Herkunft zu achten oder besser gleich zu einem heimischen Naturprodukt aus der Region zu greifen. Mit dem Kauf beim Imker unterstützt der Verbraucher die naturnahe Bienenhaltung.

Künstliche Enzyme in Honigfabriken

Bei industriell hergestelltem Honig würden die Bienen meist nur als reine Honigtau-Sammlerinnen eingesetzt, klärt eine Fachfrau von der Verbraucherzentrale auf. Der noch unreife Honig werde den Stöcken entnommen und in Honigfabriken getrocknet, gefiltert und mit künstlichen Enzymen versetzt oder mit Zuckern und Sirupen gestreckt.

Bei den Imkern reichern die Stockbienen den gesammelten Nektar und Honigtau mit Enzymen und Mineralien an und lagern ihn in Wabenzellen ein. Ist der Nektar genug eingetrocknet, verfrachten sie ihn in Lagerzellen und verschließen diese mit Wachs. Heraus kommt ein reines Naturprodukt.

Der Klimawandel beeinflusst auch die Nahrungsversorgung der Bienen. Viele Pflanzen blühen früher, so dass im Sommer zunehmend Engpässe – Trachtlücken – während der Vegetationsperiode entstehen. „Die Saison geht schon wesentlich früher los und ist auch früher zu Ende“, sagt Norbert Hauer. „Früher gab es bis in den Juli hinein Honig.“ Im vergangenen Jahr hatte der Imker schon am 15. Mai keinen Zuwachs mehr im Honigertrag.

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