Sir Simon Rattle ist ein Weltstar in der Klassikszene. Die Ansbacher Musiklehrerin Franziska Argmann und ihre Kollegin Elena Eismont haben den Dirigenten nun persönlich kennengelernt: bei einem Workshop in München zur Vorbereitung von zwei großen Konzerten mit Simon Rattle, bei denen der Kammerchor des Gymnasium Carolinum singen wird.
Simon Rattle ist seit der Saison 2023/2024 Chefdirigent von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Zuvor war er viele Jahre lang künstlerischer Leiter sowie Chefdirigent der Berliner Philharmoniker und anschließend, von 2017 bis 2023, Musikdirektor des London Symphony Orchestra. Die drei Orchester gehören zu den Top 10 der Weltrangliste. Der mit zahlreichen Preisen geehrte Künstler setzt sich intensiv für den musikalischen Nachwuchs ein.
„Singen mit Sir Simon” heißt sein aktuelles Projekt, bei dem 49 junge Sängerinnen und Sänger aus der 10. bis 13. Klasse des Carolinum, die Chorleiterin Franziska Argmann und die Gesangs- und Klavierpädagogin Elena Eismont dabei sein dürfen. Der Schulchor gehört zu den zwölf Chören, die von einer Fachjury für die Teilnahme ausgewählt wurden. Beworben hatten sich über 200 Laienchöre aus ganz Bayern.
Bei den beiden Konzerten im Sommer, in die das Projekt gipfelt, wird unter anderem Carl Orffs „Carmina Burana” aufgeführt: am 5. Juli im Münchner Circus-Krone-Bau sowie am 12. Juli bei einem Open-Air-Konzert in Bad Kissingen. Die zwölf Laienchöre mit insgesamt rund 530 Sängerinnen und Sängern treten gemeinsam mit dem BR-Chor und dem BR-Symphonieorchester auf – unter dem Dirigat Simon Rattles.
„Alle Chorleiterinnen und Chorleiter der zwölf Chöre waren bei dem Treffen mit Sir Simon vertreten”, erzählt Franziska Argmann. „Sir Simon war sehr zugewandt, offen und neugierig auf alle Chöre, überhaupt nicht distanziert oder abgehoben. Sein britischer Humor blitzte immer wieder auf, was die Atmosphäre locker gemacht hat.” Der Dirigent freue sich auf die Konzerte und darauf, die verschiedenen Chöre zusammenzuführen, schildert die Musiklehrerin. „Dabei ist es ihm wichtig, dass jeder Chor seinen eigenen Charakter behält.”
Bei dem Workshop wurde das weitere Konzertprogramm geplant. Neben der „Carmina Burana” sollen Kompositionen von Aaron Copland und Ralph Vaughan Williams aufgeführt werden – etwas weniger opulente Kost als Orffs mächtige Kantate. In den nächsten Monaten werden Franziska Argmann und Elena Eismont die Werke mit den Jugendlichen einstudieren – unterstützt von Mitgliedern des BR-Chores, die im Frühjahr für einen Tag ans Carolinum kommen. Anfang Juli treffen sich dann alle ausgewählten Laienchöre mit den Profis vom BR-Chor in München, um mit Simon Rattle persönlich zu proben.
Ausgewählt wurde neben dem Kammerchor des Carolinum auch der Chor Mixtura Cantorum mit Sitz in Dinkelsbühl. Dessen Sängerinnen und Sänger stammen aus verschiedenen Regionen Süddeutschlands, zu ihren Proben treffen sie sich an wechselnden Orten. Dabei sind außerdem der Weidener Kammerchor, der Dürerchor Nürnberg, der Kammerchor Nürnberg e.V., die Young Voices Lindau, das Ensemble Cantoccini aus Reichertshausen, der Hardy Chor München, der MonaCoro e.V. München, der don camillo choir München, die Chorbande Schwabing und der Medizinerchor München.