Der besinnliche Schlusspunkt des Bad Windsheimer Weihnachtsmarktstreits | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.12.2025 15:30

Der besinnliche Schlusspunkt des Bad Windsheimer Weihnachtsmarktstreits

Freuen sich über den Zusammenhalt in Bad Windsheim (von links): Isolde Bratke, Denis Krzenck, Angelika Stegmayer, Max Wimmer, Gisela Heusinger-Herz und Sonja Straetemans.  (Foto: Nina Daebel)
Freuen sich über den Zusammenhalt in Bad Windsheim (von links): Isolde Bratke, Denis Krzenck, Angelika Stegmayer, Max Wimmer, Gisela Heusinger-Herz und Sonja Straetemans. (Foto: Nina Daebel)
Freuen sich über den Zusammenhalt in Bad Windsheim (von links): Isolde Bratke, Denis Krzenck, Angelika Stegmayer, Max Wimmer, Gisela Heusinger-Herz und Sonja Straetemans. (Foto: Nina Daebel)

Die Schaustellerfamilie Krzenck/Straetemans ist nicht auf dem Bad Windsheimer Weihnachtsmarkt mit ihrem Glühweintreff vertreten. Dass sich zuvor so viele dafür engagiert hatten, eine Teilnahme doch noch zu ermöglichen, hat sie indes tief bewegt. Deswegen gab es spontan eine Dankeschön-Aktion – mit positivem Nebeneffekt.

Die Familie Krzenck/Straeteman und die Familie Wimmer hatten gemeinsam in den Hof der Bäckerei Wimmer an der Rothenburger Straße eingeladen, wo es Glühwein und verschiedene Brezen-Variationen gab. Eine Spendenbox war aufgestellt worden und die füllte sich stetig. So waren am Ende der Aktion – nach rund drei Stunden – insgesamt 1719,50 Euro zusammengekommen. Beide Familien haben noch einmal etwas dazu gegeben, sodass die Spendensumme letztlich auf 2500 Euro kletterte.

Das Geld wurde nun an drei verschiedene Bad Windsheimer Organisationen gespendet. Als Einzelkämpferin durfte sich Isolde Bratke über eine finanzielle Unterstützung freuen. Sie führt eine Igel-Auffangstation und das komplett alleine. Dass sie mit einer Spende bedacht wurde, hat sie über alle Maßen gefreut. Denn weil sie keinen Verein hinter sich stehen hat, haben viele potenzielle Geldgeber sie gar nicht auf ihrer Liste.

Auf Igel-Mission unterwegs

Dabei wünscht sie sich dringend und schon seit langem einen Inkubator für ihre Pflegestation, um bei kritischen Fällen noch gezielter helfen zu können. Der muss laut Bratke technisch gar nicht zwingend mit allen Raffinessen ausgestattet sein. Eine einfache Bauweise wäre ausreichend. „Ich habe schon überall herumgefragt, ob irgendwo einer ausrangiert worden ist. Aber bislang war ich nicht erfolgreich.”

Für den Hospizverein Bad Windsheim war dessen Vorsitzende Angelika Stegmayer zur Spendenübergabe gekommen. Sie plant, das Geld für die Finanzierung der bevorstehenden Hospizbegleiterausbildung zu nutzen. Der Verein trägt die Kosten dafür anteilig.

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Gisela Heusinger-Herz indes ist beim Kreisverband des Kinderschutzbunds als Vorsitzende engagiert. Der hat aktuell seine Wunschbaum-Aktion laufen, bei der Bürgerinnen und Bürger in der Bad Windsheimer Sparkasse und der Raiffeisenbank einen Weihnachtsbaum vorfinden, an dem allerlei Geschenk-Wünsche von Kindern aus sozial schwachen Familien hängen. Sie dürfen abgenommen und erfüllt werden. Sollten nicht alle Anliegen einen Adressaten finden, würde Heusinger-Herz die Spende dafür nutzen, auch die übrig gebliebenen Wünsche wahr werden zu lassen. Wenn das aber ohne ihre Hilfe funktioniert, würde die Spende in die Finanzierung der Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen fließen.

Zwei Kriterien für die Auswahl

Sonja Straetemans und Denis Krzenck hatten bei der Auswahl derer, an die eine Spende gehen sollte, zwei Kriterien angesetzt. „Es war uns wichtig, dass das Geld in Bad Windsheim bleibt und wir haben Einrichtungen genommen, zu denen wir einen persönlichen Bezug haben”, sagte Straetemans. So hatte sie selbst einmal einen scheinbar hilflosen Igel gefunden und auf der Suche nach Rat war sie bei Isolde Bratke gelandet. Die unterstützte ohne zu zögern, sodass der Igel überlebte.

Durch die Krebs-Erkrankung ihrer Schwester war Straetemans zudem mit dem Hospizverein in Berührung gekommen, von dem sie in dieser schweren Zeit gut unterstützt worden sei. „Es ist viel wert, wenn erfahrene Menschen da sind und helfen.” Und weil „Kinder immer wichtig sind”, ist auch der Kinderschutzbund bedacht worden.

„Der Zusammenhalt ist ganz wichtig”

„Der Zusammenhalt ist ganz wichtig”, betont Straetemans und verknüpft damit noch einmal einen großen Dank an all jene, die während der Auseinandersetzung um ihre Teilnahme am Bad Windsheimer Weihnachtsmarkt hinter ihnen gestanden, sie gestärkt und unterstützt hatten. Ob sie im nächsten Jahr beim Weihnachtsmarkt wieder dabei sein wollen und werden? „Das wird davon abhängig sein, wer dann Bürgermeister in Bad Windsheim ist”, sagt Denis Krzenck. Sollte Amtsinhaber Jürgen Heckel erneut den Chefsessel im Rathaus besetzen, ist für die Schaustellerfamilie klar: „Dann werden wir unsere Firmen in einer anderen Stadt anmelden und unsere Steuern woanders zahlen.”

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