Immer wieder hatten die Uehlfelder Boulefreunde nach dem Sachstand ihrer Bahn gefragt und sich beschwert, dass nichts vorangeht. Damit ist nun Schluss. Denn: Der Bauhof hat sich den Bürgerpark mittlerweile vorgenommen und mit dem Boule-Bau begonnen. Zufrieden sind offenbar trotzdem nicht alle: Friederike Wio (CSU/FB) sieht eine Absprache nicht eingehalten.
Früher drehte hier im Gärtchen neben dem Rathaus eine Eisenbahn ihre Runden. Doch die ist Geschichte. Schon seit geraumer Zeit hatte es deshalb Gedankenspiele gegeben, dort einen Bürgerpark zu errichten. Das Herzstück: eine Boule-Bahn für die Uehlfelder, die sich dort verabreden, um ein paar Kugeln nach französischem Vorbild zu werfen.
Doch der Traum entpuppte sich mehr und mehr als Alptraum. Vor allem der Kopf der Boule-Gruppe, Karl-Werner Hirsch, beschwerte sich mehrfach in Ratssitzungen über den schleppenden Fortgang. Immerhin hatte die Gruppe ihre Eingabe an das Ratsgremium bereits im Oktober 2022 gemacht. Nun aber hat der Bauhof – endlich möchten die Kugelspieler wahrscheinlich sagen – begonnen. In der jüngsten Ratssitzung sorgte das aber nicht nur für Freude.
Friederike Wio erinnerte an eine Absprache aus dem Ratsgremium: „Wir hatten mal gesagt, dass wir beschließen, was in den Bürgerpark kommt.“ Das aber sei nicht geschehen. Und mit dem begonnenen Bau der Boule-Bahn habe man sich nun einiger Handlungsmöglichkeiten beraubt, fand die CSU/FB-Rätin.
Das wollte Bürgermeister Detlef Genz (Bürgerblock) allerdings so nicht unkommentiert stehen lassen. Er erinnerte an die „starken Forderungen“ nach der Boule-Bahn. In einem ersten Schritt werde die jetzt eben errichtet und der kleine Teich entsprechend gesichert, damit dort keine Gefahrenstelle entsteht. „Dann können wir das weitere Vorgehen im Ausschuss mal besprechen“, also was den Bürgerpark noch bereichern könnte. Fitnessgeräte für Erwachsene waren beispielsweise schon einmal im Gespräch. Aber Genz sagte auch klar: „Ewig groß ist er nicht.“
Sein Vize Gerhard Winkler (Grüne) verteidigte das Vorgehen ebenfalls. Die Boule-Bahn auf dem Gelände unterzubekommen, ohne die Kettensäge beim Baumbestand ansetzen zu müssen, sei gar nicht so einfach gewesen. „Es wurde die fast einzige Möglichkeit abgesteckt.“ Das betonte auch Genz nochmals: Die Bahn habe bestimmte Maße und Anforderungen. Auch wenn Winkler angesichts der „martialischen Auskofferung“ nicht ganz glücklich war – „aber das ist jetzt halt so“. Kleinigkeiten könnten dann noch ergänzt werden.
Das stimmte auch Wio einigermaßen versöhnlich: „Dass die Realität häufig nicht so ist, wie der Wunsch, ist mir klar.“ Sobald die Arbeiten für die Boule-Bahn abgeschlossen sind, soll sich der Ausschuss ein Bild vor Ort machen und über weitere Attraktionen für den Uehlfelder Bürgerpark neben dem Rathaus beraten.
Wie Genz auf Nachfrage erläuterte, soll das Projekt im nahenden Frühjahr abgeschlossen werden – ein konkretes Datum wollte er allerdings noch nicht in Aussicht stellen. „Bei der Boule-Bahn sind wir gerade drüber.“ Zur neuen Freiluft-Saison wird diese dann sicherlich bespielbar sein.
Ansonsten soll der Park noch ein wenig gepflegt und kindersicher gemacht werden, schließlich wird er später öffentlich zugänglich sein. Derzeit steht auch noch eine kleine Ritterburg dort. Darauf angesprochen, lacht Detlef Genz. „Die wird sich später bestimmt auch irgendwo im Garten finden.“