Denza Z9 GT will mit Komfort und Technik in die Oberklasse | FLZ.de

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Veröffentlicht am 20.01.2026 00:07

Denza Z9 GT will mit Komfort und Technik in die Oberklasse

Neuer Hecht im Luxusteich? Das wird man sehen, doch zielt Denza mit dem Z9 GT auf die automobile Oberklasse. (Foto: BYD/dpa-tmn)
Neuer Hecht im Luxusteich? Das wird man sehen, doch zielt Denza mit dem Z9 GT auf die automobile Oberklasse. (Foto: BYD/dpa-tmn)
Neuer Hecht im Luxusteich? Das wird man sehen, doch zielt Denza mit dem Z9 GT auf die automobile Oberklasse. (Foto: BYD/dpa-tmn)

Berlin (dpa/tmn)- Audi, BMW und Mercedes allein auf weiter Flur? Das war einmal. Denn mit der Elektrifizierung trauen sich immer neue Spieler in die Oberklasse - vor allem aus China. Dort läuft sich nach Nio oder XPeng nun der nächste Kandidat für die Premier-League warm: BYD bringt seinen vornehmen Ableger Denza nach Deutschland.

Das erste von anfangs vier und später mal bis zu acht Modellen wird der Z9 GT, der seine Inspiration vor allem von Porsche Panamera und Taycan bezieht. Mit einen Preis von etwa 100.000 Euro wird er sich ab dem Frühjahr aber wohl knapp unterhalb seines Vorbilds einsortieren.

Der elegante Shooting Brake stammt aus der Feder des ehemaligen Audi-Chef-Designers Wolfgang Egger, der einen modernen aber gleichermaßen opulenten Luxusliner gezeichnet hat. Nicht umsonst misst der Gran Turismo stolze 5,20 Meter in der Länge. Der Vorteil: Bei 3,13 Metern Radstand bietet er innen spürbar mehr Platz als die meisten europäischen Konkurrenten. Davon profitieren vor allem die Hinterbänkler.

Und als wäre die üppige Beinfreiheit auch in der zweiten Reihe nicht schon Luxus genug, sorgt das große Glasdach obendrein für einen lichten Raumeindruck. Nur der Kofferraum ist mit knapp 500 Litern eher durchschnittlich. Fein ausgeschlagen und üppig ausgestattet, zeugt das Innenleben des Z9 GT vom chinesischen Hang zur Digitalisierung. In der ersten Reihe sitzt man deshalb vor einem nahezu durchgängigen Display und wird fast geblendet von der animierten Bilderflut. Gut, dass es zudem noch ein Head-up-Display gibt, wenn sich Fahrer aufs wesentliche konzentrieren wollen.

Bis dahin mag der Z9 GT ein bisschen bunter und schillernder sein als seine schwäbischen Vorbilder. Deren strammer Sportlichkeit setzt die BYD-Tochter deutlich mehr Komfort entgegen. Aber weil die Chinesen längst nicht mehr nur kopieren, sondern optimieren, haben sie etwas weiter gedacht.

Statt gewöhnlicher Ablagen gibt es deshalb für den spontanen Einkauf auf dem Heimweg sogar ein Gefrierfach an Bord. In den meisten Fällen mag das eher albern sein, aber wenn der Nachtisch unterwegs auftaut, ist das auch ärgerlich. Wobei die Gefahr eher gering ist. Schließlich hat der große Gleiter bis zu 710 kW/966 PS und erreicht maximal 240 km/h.

Panzerwende und Krebsgang für die Generation Tiktok

Wie bei der Ausstattung bietet BYD auch bei der Technik einen Mehrwert, der zwar nur von zweifelhaften Nutzen ist, der aber insbesondere in den sozialen Medien mächtig Eindruck macht: 

  • Das Luftfederfahrwerk zum Beispiel soll sich auch von Reifenplatzern nicht aus der Ruhe bringen lassen.
  • Und die E-Motoren sowie die Lenkung an der Hinterachse lassen sich so steuern, dass der Gran Turismo wie ein Panzer auf der Stelle oder im Krebsgang seitlich in eine Parklücke rutscht. 

Das wird man zwar im Alltag nur selten brauchen. Aber es zeigt, wie ausgefuchst die chinesischen Ingenieure mittlerweile sind und wie viel ihre Technik kann.

So schwebt der Z9 auf Knopfdruck mal wolkenweich über schlechte Strecken und schnurrt leichtgängig um die Kurven wie ein Kuschelkater. Oder er liegt mal mit scharfen Sinnen und gestrafften Muskeln auf der Piste und rasiert die Radien wie eine Raubkatze. Eben noch S-Klasse-Herausforderer, ist dann plötzlich wieder der Taycan das Vorbild. 

Mit Strom oder Sprit 

Wie sonst in der Luxusklasse allenfalls BMW gibt sich ausgerechnet der selbst erklärte Weltmarktführer der E-Mobilität beim Antrieb technologieoffen. Es wird den Gran Turismo deshalb nicht nur rein elektrisch geben, sondern auch als Plug-in-Hybrid. An der Hinterachse arbeiten immer zwei E-Maschinen von je 220 kW/299 PS, am Bug wahlweise ein dritter Magnetläufer mit 230 kW/313 PS oder ein 2,0-Liter-Turbobenziner mit 200 kW/272 PS.

Beim Plug-in-Hybrid hat der Akku 38,5 kWh und reicht für etwa 200 Kilometer, die E-Version soll mit 100 kWh rund 630 Kilometer weit fahren.

Laden so schnell wie Tanken 

Das ist zwar kein Rekordwert. Doch dafür wollen die Chinesen auch beim Laden besser sein als die Konkurrenz: Der Z9 soll das erste Auto in Europa für das sogenannte Flash Charging werden. Diese Technologie ermöglicht Ladeleistungen von bis zu 1.000 kW, so dass der Luxusliner in fünf Minuten den Strom für 400 Kilometer nachlädt. Und weil dafür die Infrastruktur fehlt, will BYD bis zum Sommer immerhin 300 entsprechende Säulen in Europa aufstellen.

Fazit: Ambitionierte Pläne und gute Aussichten 

Ja, es haben sich schon viele daran versucht, das süddeutsche Trio in seiner Heimat zu bedrängen - und die allermeisten sind gescheitert. Denn nirgendwo sind die Kunden konservativer als im Oberhaus, und nirgends sind die Marke und Vertriebsnetz wichtiger. Und während der Z9 GT technisch allemal auf Augenhöhe ist mit Audi, BMW und Mercedes, tun sich die Chinesen damit noch schwer.

Doch mit dem Rückenwind der großen Mutter hat Denza die vielleicht besten Chancen, um für BYD neben Masse auch Klasse zu beweisen. Und der Name kann dabei auch nicht schaden. Schließlich steht BYD für „Build Your Dreams“. Datenblatt: Denza Z9 GT

 

 

 

 

© dpa-infocom, dpa:260119-930-568481/1


Von dpa
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