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Veröffentlicht am 17.01.2024 16:03

Den Nachwuchs mit Projekten für Städtepartnerschaften gewinnen

Rund 100 Gäste folgten der Einladung des Bezirks Mittelfranken zum deutsch-französischen Neujahrsempfang, zu dem Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster sie begrüßte. (Foto: Thomas Schaller)
Rund 100 Gäste folgten der Einladung des Bezirks Mittelfranken zum deutsch-französischen Neujahrsempfang, zu dem Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster sie begrüßte. (Foto: Thomas Schaller)
Rund 100 Gäste folgten der Einladung des Bezirks Mittelfranken zum deutsch-französischen Neujahrsempfang, zu dem Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster sie begrüßte. (Foto: Thomas Schaller)

„Auf die deutsch-französische Freundschaft“, sagte Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster zum Abschluss des Neujahrsempfangs im Bezirksrathaus, der in diesem Jahr im Zeichen der Jugend steht.

In seiner Begrüßung hatte Forster die in diesem Jahr stattfindenden Europawahlen angesprochen, bei denen zum ersten Mal auch 16- und 17-jährige Jugendliche mitwählen dürfen. Es sei wichtig, dass sich junge Leute für Europa begeistern, erklärte er. Partnerschaften trügen dazu bei, „dass Europa ein Erfolg wird“. Er rief dazu auf, „nicht Parteien hinterher zu schauen, die scheinbar einfache Antworten auf komplexe Fragen geben“.

Gelegenheiten zum Austausch schaffen

Eileen Keller vom Deutsch-Französischen Institut Ludwigsburg sprach zum Thema „Engagieren, Realisieren, Inspirieren – Jugend in Aktion“. Sie erinnerte daran, dass schon im Elysée-Vertrag zwischen Deutschland und Frankreich der Jugend ein hoher Stellenwert eingeräumt wird.

Jeder junge Mensch sollte die Gelegenheit zu einem internationalen Austausch bekommen, forderte sie – umso mehr, als das Interesse am jeweiligen Nachbarn auf der anderen Seite des Rheins nicht mehr ganz so groß ist wie noch vor einigen Jahren.

Interesse bei jungen Leuten gesunken

Eine Umfrage, die das Deutsch-Französische Institut in Auftrag gegeben hatte, besagt, dass sich bei jungen Leuten etwa ein Viertel dem Nachbarland intensiv verbunden fühlt, während es bei den Älteren ungefähr ein Drittel ist. Das Interesse sei also gesunken, vor allem in Frankreich, stellte Keller fest.

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Dennoch könne man nicht von einer generellen Abkehr sprechen. Offene Grenzen und eine gemeinsame Währung würden als Selbstverständlichkeit wahrgenommen, die Aussöhnung nach dem 2. Weltkrieg sei „nicht mehr so präsent“.

Die kommunalen Partnerschaften seien zwar nicht vom Aussterben bedroht, aber der Generationswechsel in den Trägervereinen sei oft schwierig. Junge Menschen ließen sich am ehesten über Projekte gewinnen.

„Leuchtturmprojekte” in Mittelfranken

Drei solcher „Leuchtturmprojekte“ in Mittelfranken wurden von den beteiligten Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern vorgestellt. Am Ohm-Gymnasium Erlangen organisiert der Wahlkurs „Francais en action“ verschiedene Aktionen wie einen Abend mit dem französischen Poetry-Slammer Élémo.

Kulturelle und historische Erlebnisse verbindet die Radgruppe des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Erlangen, die auch schon den Mont Ventoux mit dem Rad erklommen hat, der auch regelmäßig auf dem Programm der Tour de France steht. Schließlich wurde ein Video von Schülerinnen und Schülern des Nürnberger Dürer-Gymnasiums gezeigt, mit dem junge Franzosen dazu motiviert werden sollen, Deutsch zu lernen.

„Das sind Botschaften, die vermitteln, warum es sich lohnt, sich zu engagieren“, meinte Eileen Keller zu den Projekten. Es sei Aufgabe der Politik, Rahmenbedingungen zu schaffen, „dass so etwas möglich ist“.

Musikalisch begleitete den Empfang das Duo Erledanz vor allem mit Musik aus dem deutsch-französischen Grenzgebiet.

Fim und Buch über Oradour

Am Freitag, 19. Januar, laden der Bezirk Mittelfranken, die Stadt Ansbach und der Club der Freunde von Anglet zu einem deutsch-französischen Tag in der Karlshalle am Karlsplatz in Ansbach ein. Um 11 Uhr werden Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm „Ein Leben mit Oradour“ gezeigt.

Um 17 Uhr liest außerdem Andrea Erkenbrecher erstmals aus ihrem neuen Buch „Oradour und die Deutschen“, das den Umgang mit dem Erbe des Massakers in Oradour behandelt.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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