Das Wasser in der Altmühl soll besser werden: Kritik im Colmberger Gemeinderat | FLZ.de

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Veröffentlicht am 22.02.2025 12:17, aktualisiert am 22.02.2025 14:00

Das Wasser in der Altmühl soll besser werden: Kritik im Colmberger Gemeinderat

Die Renaturierung der Altmühl ist anderswo bereits im Gange. Im September bearbeitete ein Bagger das Flussbett der Altmühl bei Kleinried, einem Ortsteil von Bechhofen. (Archivfoto: Winfried Vennemann)
Die Renaturierung der Altmühl ist anderswo bereits im Gange. Im September bearbeitete ein Bagger das Flussbett der Altmühl bei Kleinried, einem Ortsteil von Bechhofen. (Archivfoto: Winfried Vennemann)
Die Renaturierung der Altmühl ist anderswo bereits im Gange. Im September bearbeitete ein Bagger das Flussbett der Altmühl bei Kleinried, einem Ortsteil von Bechhofen. (Archivfoto: Winfried Vennemann)

Das Ansbacher Wasserwirtschaftsamt hat ein Konzept für die Renaturierung des gesamten Flusses vorgelegt. Die Altmühl ist von ihrer Mündung bis zum Colmberger Ortsteil Binzwangen im Landkreis Ansbach als „Gewässer 3. Ordnung“ eingestuft. Damit geben die entsprechenden Richtlinien vor, dass die Kommunen für Kosten von „Wasserbaulichen Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität“ aufkommen müssen. Das hat jetzt in Colmbergs Marktgemeinderat für eine lebhafte Diskussion gesorgt.

Zur Umsetzung im Bereich der Gemeinde Colmberg hat das Wasserwirtschaftsamt ein Konzept vorgelegt. Für die Altmühl summieren sich diese Kosten zu einem Betrag in Höhe vom 409.830 Euro. Darüber hinaus ist Colmberg von einem Vorschlag für den Zailachbach betroffen. Hierfür sind 16.000 Euro geplant.

Bürgermeister Gerhard Wachmeier erklärte, man stehe den Anregungen „grundsätzlich positiv gegenüber“. Allerdings schränkte er mit Blick auf die Haushaltslage in Verbindung mit laufenden Großprojekten ein: Die Umsetzung könne nicht vor dem Jahr 2027 angegangen werden und dies nur bei maximaler Höhe der Zuschüsse.

Zunächst die Biber-Problematik lösen

Im Gemeinderat riefen besonders die Vorschläge für die Altmühl wenig Begeisterung hervor. Marktgemeinderat Reinhold Meyer sah diesbezüglich einen Zusammenhang mit „Riesenproblemen im Altmühlsee“. Er bestand auf genauen Informationen zu Sinn und Zweck von Maßnahmen. Wenn der Schlamm im Altmühlsee das Problem sei, „brauchen wir hier oben nicht anfangen“. Ergänzend fügte er hinzu, an der Oberen Altmühl gelte es zunächst die „Biber-Problematik“ zu lösen.

„Weil die den Altmühlsee nicht tief genug ausgebaggert haben, sollen wir jetzt zahlen“, empörte sich Kollege Jörg Walther. Auch Bernhard Heubeck vertrat die Meinung, es würden Kosten auf die Kommunen abgewälzt. Er forderte mehr Transparenz, wo denn genau Schlamm eingebracht werde. Christian Unbehauen schlug in die gleiche Kerbe: Beim Lesen der Vorlage habe auch er „Puls gehabt“, pflichtete das Ratsmitglied bei – um nachzuschieben: „Wer zahlt, gibt an. Ich sehe nicht ein, dass die über unser Geld bestimmen“. Gemeinderat Bernd Blümlein wies darauf hin, das es um Wasserqualität gehe. „Ich find’s wichtig, dass etwas passiert“ befürwortete er die Absichten der Behörde.

„Naturwehr“ für den Zailachbach

Für den Zailachbach ist ein Stauwehr, welches in ein „Naturwehr“ umgebaut werden soll, vorgeschlagen. Diese Kosten werden mit 16.000 Euro angegeben.

„Wir müssen das noch im Detail erklärt bekommen“ meinte der Bürgermeister und schlug vor, einen Vortrag durch das Wasserwirtschaftsamt zu beantragen. Weiter bat er die Mandatsträger, die Vorschläge als „denkbar“ in Betracht zu ziehen. Dies gelte unter der Bedingung eines Zuschusses in Höhe von 90 Prozent und Durchführung nicht vor 2027. Der Beschlussvorschlag wurde gegen vier Stimmen angenommen.

Auf die Folgen des Klimawandels einstellen

Der Chef des Wasserwirtschaftsamtes Ansbach Thomas Keller erklärte auf FLZ-Nachfrage, dass das WWA ein Konzept für die Renaturierung der gesamten Altmühl erstellt habe: „Da nehmen wir auch die Bereiche mit rein, für die die Kommunen zuständig sind.“ Das sei dann ein Vorschlag an die Gemeinden, die sich ebenfalls auf die Folgen des Klimawandels einstellen müssten. Verbesserungen am Oberlauf des Flusses, was Struktur-Reichtum oder Beschattung angehe, seien dringend nötig und hätten dann auch einen Einfluss auf die Wasserqualität des Altmühlsees. Er versicherte, das werde man „partnerschaftlich“ angehen.

Keller betonte, die Colmberger hätten hier bereits viel geleistet, zum Beispiel der Bau der Gemeinschafts-Kläranlage mit Geslau und Windelsbach, was der Wasserqualität diene. Man brauche aber zusätzlich den ökologischen Umbau der Gewässer. Hier gewähre der Freistaat mit 90 Prozent der Kosten einen immensen Zuschuss. Keller kündigte an, sein Haus stehe für eine Info-Veranstaltung natürlich zur Verfügung: „Hier herrscht ein Kommunikations-Defizit, das wir gerne beheben.“


Von Theo Clausen
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