Was passiert, wenn der Strom für längere Zeit komplett ausfällt? Und: Wie kann sich die Bevölkerung auf einen totalen Blackout vorbereiten? Antworten auf diese und andere Fragen hat der Ortsverband Feuchtwangen im Technischen Hilfswerk (THW) am Donnerstag im Rahmen einer Übung auf dem Marktplatz angeboten.
Bevor hier die rund 20 Feuchtwanger THW-Helferinnen und -Helfer zusammen mit sechs Aktiven vom Ortsverband Rothenburg anrückten und ihr Info-Zelt sowie einen per Generator betriebenen Leuchtturm kurz nach 19 Uhr am Röhrenbrunnen aufbauten, hatten sie an ihrem Stützpunkt in Banzenweiler für sich den Ernstfall geprobt: Bei der Einsatzübung Blackout-Intern habe alles – von der stillen Alarmierung über die Notstromversorgung bis hin zur Einrichtung einer mobilen Tankanlage für Einsatzfahrzeuge und Aggregate – reibungslos funktioniert, bilanzierten Zugführer Christopher Beckler und der für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Sascha Lemke.
Indes kamen später nur wenige Bürgerinnen und Bürger zum Marktplatz, wo das mit fünf Fahrzeugen angerückte Team für den Dialog mit der Bevölkerung bereit stand. In ihrem Zelt zeigten die THW-Mitglieder all das, womit sich die Menschen auf einen angesichts der veränderten politischen Weltlage zunehmend drohenden Blackout vorbereiten sollten. Dazu zählten haltbare Lebensmittel, die eine Person für zehn Tage benötigt, sowie Flaschen mit geeigneten Getränken. Ebenfalls zu Anschauungszwecken hatte Ortsbeauftragter Florian Stöckert batteriebetriebene Lampen, Gaskocher, ein Erste-Hilfe-Set, ein vom Stromnetz unabhängiges Kurbel-Radio sowie geeignete Kleidung vorbereitet. Zudem konnten Interessierte Broschüren mit Empfehlungen zur Selbsthilfe bei Stromausfällen und Ratgeber zur Notfallvorsorge mitnehmen.
Wie Zugführer Beckler und Ortsbeauftragter Stöckert mitteilten, ist jede Kommune laut dem Sonderplan Blackout des Landratsamts Ansbach angehalten, für den „Fall X“ mindestens einen „Leuchtturm“ als Anlaufstelle für die Bevölkerung einzurichten. Hier sollten Notrufe angenommen und weitergeleitet oder Kochgelegenheiten bereitgestellt werden.
Derweil sei der Info-Point auf dem Marktplatz jetzt aufgestellt worden, um die Menschen für das Thema Resilienz und Durchhaltefähigkeit zu sensibilisieren. Denn: „Am Ende ist jeder für sich selbst verantwortlich und kann mit entsprechenden Vorbereitungen und Vorkehrungen zur Entlastung unseres Systems beitragen – es geht nur miteinander.“
Der THW-Ortsverband habe seinerseits schon Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung seiner Einsatzbereitschaft bei einem Blackout getroffen. Dazu zählten Schulungen zu Zivilschutz und privater Vorsorge, Alarm- und Kommunikationspläne sowie geeignete Handlungsschleifen.
Als Teil der Blaulichtfamilie arbeite das THW mit anderen Hilfsorganisationen zusammen: „So stehen wir zum Thema Zivilschutz mit allen betroffenen Schnittstellen im Bereich der Stadt Feuchtwangen im engen Austausch“, so Stöckert und Beckler.
Ergänzend dazu meinte Bürgermeister Patrick Ruh, um die Einsatzfähigkeit „bei einem großflächigen Stromausfall“ zu garantieren, gelte es, auf allen Ebenen „unbürokratisch“ zu kooperieren: das THW als Bundesorganisation, die Polizei im Bereich der Landeshoheit und die Feuerwehr als kommunale Einrichtung. In Feuchtwangen sei ein Konzept dafür „im Entstehen“.