Schon seit geraumer Zeit sind die Schornweisacher „Waldmäuse” im Exil – im Uehlfelder Kunststückhaus. Das allerdings ist und war nur als Übergangslösung für die Bau- und Sanierungsphase in Schornweisach gedacht. Diese soll „in Bälde” starten, sagt Bürgermeister Detlef Genz im Nachgang der Ratssitzung auf Nachfrage unserer Redaktion.
Eigentlich war der Schornweisacher Kindergarten am Donnerstag gar nicht auf der Tagesordnung gestanden, aber Genz hatte Informationen aus den vergangenen nicht-öffentlichen Sitzungen bekanntgegeben. Eine davon: Vergaben für die Erweiterung des „Waldmäuse”-Domizils. Denn im Uehlfelder Ortsteil soll nicht nur der Bestand saniert und aufgehübscht, sondern auch mehr Platz durch einen Anbau geschaffen werden. Dieses Thema war immer wieder in Sitzungen rege diskutiert worden, doch irgendwann wurde es – zumindest im öffentlichen Teil – verdächtig ruhig. Bis Donnerstag.
Dann wurde bekannt, dass die Arbeiten für den Roh- und Holzbau sowie das Tischler-Gewerk vergeben wurden. In der Zwischenzeit seien die wirtschaftlichsten Anbieter auch schon startbereit, allerdings macht das Wetter derzeit noch einen Strich durch die Rechnung: „Wir haben heuer mal wieder einen Winter wie seit Jahren nicht mehr”, betont Genz im Gespräch mit unserer Redaktion. Genau jetzt, wo es die Marktgemeinde Uehlfeld und die beauftragten Baufirmen am wenigsten gebrauchen können. Durch Schnee und Eis habe sich der Baubeginn für den Rohbau verzögert, „er beginnt aber in Bälde”, verspricht der Bürgermeister.
Einen fixen Termin gebe es allerdings – vor allem auch witterungsbedingt – noch nicht. Jedoch seien für den Anbau jetzt die großen Gewerke beauftragt, „damit wir ihn mal gestellt kriegen”. Sobald dieser Schritt abgeschlossen ist, könne dann der Innenausbau beginnen, der dann auch nicht mehr so wetterabhängig sei, erläutert Detlef Genz.
Die genauen Vergabe-Ergebnisse hatte Genz zwar beim Telefonat mit der Redaktion nicht im Kopf, jedoch seien die Kosten im Vergleich zur Kostenschätzung „minimal darüber” gelegen. In der Novembersitzung 2024 waren im öffentlichen Teil Gesamtkosten für die Schornweisacher Maßnahme, also Neubau und Bestandssanierung inbegriffen, von rund einer Million Euro genannt worden, bei mindestens 575.000 Euro Förderung. Aber schon damals hatte der Geschäftsleitende Beamte der Verwaltungsgemeinschaft Uehlfeld, Andreas Keßler, noch weitere Zuschüsse in Aussicht gestellt – rund 100.000 Euro mehr, wenn die Marktgemeinde mit dem Baubeginn bis Februar 2025 wartet. Ein Blick auf den Kalender zeigt: Das ist mehr als passiert.
Die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen im Bestand seien aktuell aber noch nicht vergeben, informiert Detlef Genz. „Das wird vorbereitet jetzt, damit der Kindergarten wieder wohnlich wird.” Und nun soll endlich Geschwindigkeit in das Schornweisacher Projekt kommen, der Bürgermeister gibt ein ambitioniertes Ziel als Marschrichtung vor: „Es ist weiterhin unser fester Plan, die Räume zum neuen Kindergartenjahr im September nutzen zu können.” Entsprechend äußert Genz vor allem eine Bitte gen Himmel: „Wir hoffen, dass das Wetter mitspielt.”
Darauf hoffen sicherlich auch die „Waldmäuse”. Obwohl ein Banner am Kunststückhaus immer noch den Dank der Schornweisacherinnen und Schornweisacher zum Ausdruck bringt, dort untergekommen zu sein, warten sie dem Vernehmen nach trotzdem schon sehnsüchtig auf die Rückkehr in ihr altes Zuhause im neuen Gewand.