Zentrumsnah, ruhig gelegen, mit schönem Ausblick: Über den Dächern Ansbachs sollte in Traumlage ein neuer Wohnkomplex entstehen. Allerdings liegt das Projekt „Neubau Am Drechselsgarten in Ansbach” seit nunmehr zwei Jahren auf Eis. Doch jetzt gibt es Hoffnungen, dass das Vorhaben wieder in Schwung kommt.
Konkret geht es um ein rund 3500 Quadratmeter großes Grundstück gegenüber des ehemaligen Hotels, das einst mit einer herrschaftlichen Villa bebaut war. Von dem Gebäude ist längst nichts mehr zu sehen. Es wurde im Jahr 2023 abgerissen, um Platz für das geplante Vorhaben zu schaffen.
Die Alexander Rothschild Liegenschaften GmbH will hier einen Wohnkomplex errichten. Die Verantwortlichen wissen um die lukrative Lage, haben sie doch schon das ehemalige Hotel auf der gegenüberliegenden Seite in Wohnungen verwandelt. Auf dem Villengrundstück sollen vier zusammenhängende Wohngebäude in H-Form gebaut werden.
Die Gebäude sind an die Topografie des Hanges angepasst und sind deshalb zwei- bis dreigeschossig. Über ein zentrales Treppenhaus werden die Gebäude verbunden. Es soll in Massivbauweise mit KfW-Energieeffizienzstandard gebaut werden. In den vier Gebäuden sollen insgesamt 18 Eigentumswohnungen entstehen.
Die kleinste Einheit wird über zwei Zimmer verfügen, die restlichen Drei- und Vier-Zimmerwohnungen werden zwischen 70 und 115 Quadratmeter groß ausfallen. Terrassen, Balkone und private Gartenanteile sollen das Wohnerlebnis für die künftigen Eigentümerinnen und Eigentümer abrunden.
Unter normalen Umständen wäre das Bauprojekt wahrscheinlich schon längst abgeschlossen, die Eigentumswohnungen bereits alle verkauft. Doch Anfang 2024 musste die Rothschild GmbH mitteilen, dass „das Projekt erst einmal auf Eis liegt”. Die Gründe dafür waren vor zwei Jahren verschieden.
Einerseits machten steigende Zinsen, Inflation sowie gestiegene Bau- und Materialkosten der gesamten Baubranche das Leben schwer. Andererseits wurden die KfW-Fördermittel des Bundes gestrichen und die steuerliche Möglichkeit einer Abschreibung eingefroren. Auslöser dafür war eine CDU-Klage, die ein Milliardenloch in den Haushalt der Ampelregierung riss. „Mit den Rahmenbedingungen ist es nicht möglich für Bauträger, ein komplettes Objekt ins Laufen zu bekommen”, fasste der damalige Geschäftsführer Matthias Hämmer die Gemengelage zusammen.
Mittlerweile hat sich der Wind wieder gedreht. Im Hintergrund ist das Unternehmen mit Kalkulationen und dem Einholen von Angeboten beschäftigt, wie Georg Bitterwolf, mittlerweile Geschäftsführer der GmbH, auf FLZ-Nachfrage berichtet. „Wir wollen im Sommer anfangen”, gibt sich Bitterwolf zuversichtlich.
Die Baufreudigkeit in der Branche hält sich nach seinen Worten zwar noch immer in Grenzen, aber es entstehe so langsam wieder eine Dynamik, erklärt er. Das ist Bitterwolf zufolge aber nicht der ausschlaggebende Grund, warum man das Drechselsgarten-Projekt jetzt wieder aus der Schublade geholt hat.
Obwohl man es nicht beworben hat – auf der eigenen Homepage ist es unter den Projekten zu finden, die in Vorbereitung sind –, seien immer wieder Anfragen von Interessentinnen und Interessenten eingegangen, legt der Geschäftsführer dar.