Das Mega-Projekt der US-Army in Ansbach beginnt mit einem Abriss | FLZ.de

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Veröffentlicht am 02.09.2025 15:12

Das Mega-Projekt der US-Army in Ansbach beginnt mit einem Abriss

Der Bagger der Abriss-Firma hat damit begonnen, das Dach der historischen Tankstelle herunterzureißen. Bis November soll die gesamte Anlage inklusive der unterirdischen Tanks verschwunden sein. (Foto: Winfried Vennemann)
Der Bagger der Abriss-Firma hat damit begonnen, das Dach der historischen Tankstelle herunterzureißen. Bis November soll die gesamte Anlage inklusive der unterirdischen Tanks verschwunden sein. (Foto: Winfried Vennemann)
Der Bagger der Abriss-Firma hat damit begonnen, das Dach der historischen Tankstelle herunterzureißen. Bis November soll die gesamte Anlage inklusive der unterirdischen Tanks verschwunden sein. (Foto: Winfried Vennemann)

Es ist ein Akt mit Symbolkraft, als der Bagger der Abrissfirma beginnt, das Dach der historischen Tankstelle in der Barton-Kaserne abzureißen. Von 1945 bis 2019 wurden hier die Fahrzeuge der US-Garnison betankt. Auftakt für ein Mega-Bauprojekt der US-Armee – rund 330 Millionen Dollar werden in die Modernisierung der Kaserne fließen.

Wie die Tankstelle, die im Jahr 2019 nach einem Brand stillgelegt wurde, hat auch die Barton-Kaserne an der Meinhardswindener Straße viele Jahre im Dornröschenschlaf gelegen. Bis man in Washington entschied, die Kaserne nicht wie ursprünglich geplant an die Bundesrepublik Deutschland zurückzugeben, sondern zu einem modernen Militärstützpunkt umzubauen.

Der Abriss der Tankstelle ist trotz eines Volumens von 3,6 Millionen Dollar ein kleines Projekt. Die Freigabe der Mittel sei am 6. August erfolgt, berichtet Nicholas Ryan von der beauftragten Firma Arcadis. Wobei das Teuerste an dem Rückbau unter der Erdoberfläche liegt.

Vor rund 25 Jahren habe man die unterirdischen Tanks ausgetauscht und dabei ein Leck festgestellt. Damals habe man aber aus technischen Gründen nicht den gesamten mit Benzin und Diesel kontaminierten Boden ausgetauscht. Das wird jetzt geschehen, und die Entsorgung wird unter den wachsamen Augen des Staatlichen Bauamts Nürnberg nach neuesten Umweltstandards erfolgen. Bis November will man mit dem Abriss und der Entsorgung fertig sein.

Regiment wird 760 Leute umfassen

Im Dezember soll dann der 13,7 Millionen Dollar teure Umbau zweier bestehender vierstöckiger Gebäude beginnen. Hier wird Kommandeur Lieutenant Colonel Andre Ruff mit seinem Hauptquartier und der Verwaltung einziehen. Seine Einheit, das Luftabwehr-Regiment 1/57 ADAR (1st Battalion 57th Air Defense Artillery Regiment), ist noch im Aufbau begriffen. Aktuell seien bereits 440 Soldatinnen und Soldaten seiner Einheit in Ansbach, erzählt der Offizier im Range eines Oberstleutnants. Im Endausbau wird das Regiment eine Truppenstärke von 760 haben. Auch große Teile der Ausrüstung seien noch in den Vereinigten Staaten, sagt der Kommandeur.

Damit alle Soldatinnen und Soldaten der Einheit künftig angemessen untergebracht werden können, wird man im Sommer 2026 mit dem Bau zweier Truppenunterkünfte beginnen. Die Gebäude mit 144 beziehungsweise 116 Betten für GIs ohne Familien werden jeweils 100 Millionen Dollar kosten.

Riesige Wartungshalle als größter Brocken

Im Herbst 2027 folgt dann der größte Brocken: Auf dem Gelände der Tankstelle und 15 weiterer Gebäude, die ebenfalls abgerissen werden, wird eine 5400 Quadratmeter große Wartungshalle für taktische Fahrzeuge und Geräte errichtet. In dem riesigen Komplex wird dafür gesorgt, dass die 1/57 ADAR immer mit einwandfrei funktionierendem Equipment ausgerüstet ist. Rund 114 Millionen Dollar soll das riesige „Tactical Equipment Maintenance Facility” (TEMF) kosten.

„Das ist eine Investition in die Sicherheit unserer Soldatinnen und Soldaten”, sagt Lieutenant Colonel Ruff. Dies und der Bau des Hauptquartiers und der Unterkünfte zeige den Nato-Partnern, dass sich die US-Armee weiter in Europa engagieren werde.

Dass das ganze Projekt gut ein Jahr später ins Rollen kommt als vorgesehen, habe keine politischen Gründe, so Garnisons-Sprecherin Gerlinde Hoyle, sondern sei den komplizierten Entscheidungsprozessen in Washington geschuldet. „Wir als Garnison nehmen diese Einheit jetzt auf und sorgen für die nötige Infrastruktur.” Die Gelder dafür seien fest „programmiert”, so Hoyle: „Dieser Prozess ist unumkehrbar.”


Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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