Das Halloween-Horror-Haus in Ansbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 31.10.2023 06:00, aktualisiert am 31.10.2023 19:44

Das Halloween-Horror-Haus in Ansbach

Zwischen Skelett und Spinne: Christa und Steve Miller. (Foto: Irmeli Pohl)
Zwischen Skelett und Spinne: Christa und Steve Miller. (Foto: Irmeli Pohl)
Zwischen Skelett und Spinne: Christa und Steve Miller. (Foto: Irmeli Pohl)

Ein Skelett baumelt von einem Baum. Daneben rechteckige Gruben im Rasen: Gräber. Aus einem spitzelt eine blutverschmierte Puppe. Jedes Jahr Ende Oktober verwandeln sich Haus und Garten von Christa und Steve Miller im Ansbacher Ortsteil Höfstetten in eine Grusel-Szenerie.

Überall weiße, dichte Spinnweben. Hunderte Spinnen seilen sich von allen Ecken ab – zahlreiche so groß wie eine Münze, andere handgroß. Ein mehrere Meter großes Geschöpf krabbelt am Dach über den Schornstein. „Um die 2,20 Meter müsste die haben“, schätzt Steve Miller. Über das Dachfenster ist er hinaufgeklettert, um das riesige Exemplar anzubringen. Zusammenbauen konnte er sie erst oben. „Die Beine kann man abnehmen“, erklärt Miller.

Seit 19 Jahren dekoriert der 56-Jährige an Halloween sein Haus und seinen Garten. Angefangen hat alles sehr klein. „Da waren es Kürbisse und Spinnweben“, erinnert er sich. Über die Jahre ist es dann immer mehr geworden.

Gestaltung kostet viel Zeit und Geld

Steve Miller kommt aus den USA und hat den Trend mitgebracht. In Amerika ist diese Menge an Halloween-Dekoration häufiger anzutreffen. „Und noch viel mehr“, erzählt er. In Höfstetten hebt sich das Haus von den anderen Häusern der Siedlung hingegen deutlich ab.

Die Fenster sind abgeklebt und mit Balken verbarrikadiert – damit die Zombies nicht reinkommen. Für zwei Wochen ist es innen dunkel. „Ist normal“, sagt Christa Miller und zuckt mit den Schultern.

Die Ideen für die unheimliche Dekoration hat Steve Miller aus dem Internet. Was er nicht kaufen oder bestellen kann, bastelt er selbst. Jedes Jahr nimmt sich der Schichtleiter dafür extra eineinhalb Wochen Urlaub. Tag für Tag werkelt er dann von „früh bis in die Nacht“ zwischen Spinnen, Skeletten und Zombies.

Der ganze Aufwand hat ein Ziel: „Die Leute sollen hier zusammenkommen“, sagt Steve Miller. Ihr Haus hat sich zum festen Treffpunkt am Abend des 31. Oktobers etabliert.

Über die Jahre kamen immer mehr Leute aus Höfstetten, aber auch aus den Nachbardörfern Meinhardswinden und Brodswinden, weiß Christa Miller. Die Fete wird gut angenommen. Auch der teils makabere Schmuck wird akzeptiert. „Wir bekommen nur positive Rückmeldungen“, versichert Steve Miller.

Nachbarskinder helfen beim Dekorieren

Besonders die Kinder schätzen die schaurige Gruselwelt sehr. Viele Nachbarskinder schauen jeden Tag vorbei und bewundern die Fortschritte, manche helfen beim Dekorieren. Steve Miller packt extra für die kleinen Tütchen mit Süßigkeiten. Rund 80 Stück hatte er vergangenes Jahr – zu wenige. Diesmal hat er 120 vorbereitet.

Einfach so bekommen die jungen Gäste das Geschenk aber nicht. Sie müssen durch einen Grusel-Gang in der Garage gehen, an dessen Ende Steve auf sie wartet.

Der 56-Jährige verwandelt sich für die Party in einen Zombie. Mit Kontaktlinsen und flüssigem Latex wird er selbst zur Gruselfigur. „Ich verkleide mich als Zombie-Braut“, verrät Christa Miller, im echten Leben Verwaltungsangestellte.

Gäste bringen viele Geschenke mit

Zum Essen gibt es Ofensuppe aus einem großen Hexenkessel. Außerdem haben die Millers gemeinsam mit einer Nachbarsfamilie Apfelpunsch vorbereitet. Den Rest bringen erfahrungsgemäß die Gäste mit. Sie kommen mit Bier, Wein oder Kuchen, erzählt Steve Miller. Letztes Jahr waren über 120 Gäste da, schätzt das Ehepaar.

Nebelmaschinen und Schwarzlicht

Für den Dienstagabend wurde aufgerüstet: Zwei Nebelmaschinen sorgen für mystische Stimmung, Schwarzlicht für magische Beleuchtung. Für manche könnte schon der Weg zur Party zum Schreckensparcours werden: Einige Skulpturen sind mit Bewegungsmelder ausgestattet und springen Passanten von der Seite an.

Nach der Party bleibt die Dekoration noch etwa eine Woche erhalten. „Da können die Leute noch Fotos machen“, sagt Steve Miller. Dann verschwinden Spinnen und Skelette wieder in den Kisten. Das Haus und der Garten der Millers gleichen wieder den umliegenden: unauffällig und schlicht. Bis die düsteren Geschöpfe im nächsten Jahr wieder auferstehen.


Antonia Müller
Antonia Müller
Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach
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