Das Ehepaar Dorothee und Matthias Lehr sitzt gemeinsam im Burker Gemeinderat | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.04.2025 11:39

Das Ehepaar Dorothee und Matthias Lehr sitzt gemeinsam im Burker Gemeinderat

Für die Kinder Sophie, Benjamin und Klara (von links) können die Abende manchmal etwas länger werden, wenn für Dorothee und Matthias Lehr am Abend eine Gemeinderatssitzung ansteht. (Foto: Lisa-Maria Liebing)
Für die Kinder Sophie, Benjamin und Klara (von links) können die Abende manchmal etwas länger werden, wenn für Dorothee und Matthias Lehr am Abend eine Gemeinderatssitzung ansteht. (Foto: Lisa-Maria Liebing)
Für die Kinder Sophie, Benjamin und Klara (von links) können die Abende manchmal etwas länger werden, wenn für Dorothee und Matthias Lehr am Abend eine Gemeinderatssitzung ansteht. (Foto: Lisa-Maria Liebing)

Seit 2020 ist das Ehepaar Dorothee und Matthias Lehr Mitglied des Burker Gemeinderats. Mit mittlerweile drei kleinen Kindern ist es manchmal ein Spagat, Familienleben und das Ehrenamt unter einen Hut zu bringen.

Seit 2018 betreibt die ausgebildete Landwirtin Dorothee Lehr in Burk einen Hühnerhof. Auf Wochenmärkten, in einem Bioladen und am hauseigenen 24-Stunden-Automaten verkauft sie unter anderem die Eier sowie daraus hergestellte Nudeln. Ihr Mann ist als Geflügelwirt bei einem Hühnerhof in Lehrberg angestellt. Trotz der vielen Arbeit hat sich das Ehepaar vor fünf Jahren dazu entschieden, für den Burker Gemeinderat zu kandidieren.


Wir waren damals unzufrieden.

Dorothee Lehr

„Wir waren damals unzufrieden, wie es in Burk lief. Wir wollten etwas verändern. Deshalb haben wir zusammen mit ein paar anderen die Fraktion Gemeinsam für Burk (GfB) ins Leben gerufen“, erzählt die 34-Jährige. „Wir wurden von den Burkern immer als Revoluzzer bezeichnet. Wir wussten einfach, dass wir nur etwas bewegen können, wenn es einer von uns in den Gemeinderat schafft. Und mit der neuen Liste hatten wir da einfach größere Chancen.“

Dorothee Lehr selbst habe sich, wie sie erzählt, eigentlich nur als „Listenauffüllerin“ aufstellen lassen, quasi auf den letzten Platz, mit wenig Erfolgsaussicht. Allerdings hat sie dann so viele Stimmen erhalten, dass sie es trotzdem in den Gemeinderat geschafft hat. „Wir waren damals dann schon erst etwas geschockt, weil wir nicht damit gerechnet haben“, erklärt ihr Mann Matthias Lehr. „Es hätte ja dann noch die Option gegeben, dass sie auf den Platz verzichtet, aber wir wollten es probieren und es hat bisher ganz gut geklappt.“

Vor den Gemeinderatssitzungen bereitet sich das Ehepaar gemeinsam auf den Abend vor. Sie drucken sich die Unterlagen aus, besprechen die Themen und legen fest, wie sie abstimmen. „Meistens sind wir einer Meinung, aber es kam schon auch einmal vor, dass ich anders abgestimmt habe als er“, sagt Dorothee Lehr, die ursprünglich von einem Hof in Oberkönigshofen stammt. Als gebürtiger Burker kenne sich ihr Mann sehr gut in der Gemeinde aus und könne ihr bei Verständnisfragen häufig helfen.

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Kritik aus der Bürgerschaft

Ihr Mann ergänzt: „Wir sagen uns unsere Meinungen und vielleicht hat ja manchmal der andere auch eine bessere Idee, auf die man selber vielleicht gar nicht gekommen wäre.“ Das würde er sich auch in den Gemeinderatssitzungen wünschen, dass über die Themen ausgiebiger gesprochen wird, Meinungen ausgetauscht und ausdiskutiert werden.

Aus der Bürgerschaft hagelte es laut Dorothee Lehr das ein oder andere Mal bereits Kritik, weil das Ehepaar gemeinsam als Gemeinderäte agieren. Das hält die beiden aber nicht davon ab, sich in der nächsten Amtsperiode erneut zur Wahl aufstellen zu lassen. Aus der GfB sind sie mittlerweile aufgrund von zunehmenden Meinungsverschiedenheiten ausgetreten. „Ich trete wieder an, mit der Hoffnung, dass sich etwas ändert, vielleicht ja auch am Bürgermeister – oder eben mit der Hoffnung, dass sich ein anderer Kandidat findet“, betont Matthias Lehr.

Die Kinder kommen zur Oma

Doch ohne die Unterstützung ihrer Familie wäre die Ausübung des Ehrenamts nicht möglich, heben beide hervor. Die Gemeinderatssitzungen finden immer am Abend statt. Einmal im Monat heißt es deshalb für ihre drei kleinen Kinder Benjamin (9), Klara (3) und Sophie (1,5), dass sie zur Oma nach Oberkönigshofen müssen.

Da können die Abende dann schon einmal länger als gewöhnlich werden. „Da ist dann natürlich nicht um acht Uhr Bettgehzeit. Wir können die Kinder ja erst abholen, wenn die Sitzung vorbei ist. Aber es geht einfach nicht anders und sie freuen sich immer, wenn sie zur Oma dürfen“, berichtet die 34-Jährige.

Als Baby in der Gemeinderatssitzung

„Früher war das leichter. Wir konnten die Kinder immer einfach schnell rüber zu meiner Mama bringen. Die hat gleich nebenan gewohnt“, erklärt Matthias Lehr. Doch deren Tod im Sommer 2023 hat das Ehepaar vor eine neue Herausforderung gestellt. „Jetzt müssen wir eben immer erst bei Dorothees Eltern oder Schwester nachfragen, ob sie die Kinder auch nehmen können.“

Und seine Frau ergänzt: „Als Baby war Sophie deshalb wirklich lange im Maxi-Cosi bei den Gemeinderatssitzungen dabei, aber dafür ist sie jetzt zu alt. Da würde sie nicht mehr ruhig sitzen bleiben.“

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