Ein Missverständnis sorgte am Samstag dafür, dass die Stadt Bad Windsheim sich nur zum Teil an der „Earth Hour“, die eine Stunde lang gehen sollte, beteiligte. Nur etwa 30 Minuten lang erlosch das Licht der Straßenlaternen ab 20.30 Uhr bei der symbolischen Aktion für den Umweltschutz. Bürger waren darüber verwundert.
Zur Earth Hour gehen rund um den Globus an zahlreichen Wahrzeichen die Lichter aus – Privathaushalte beteiligen sich und auch Städte und Gemeinden. Bürgermeister Jürgen Heckel wies im Vorfeld der Aktion auf facebook darauf hin, dass Bad Windsheim auch heuer wieder mitmachen werde und kündigte die Abschaltung im Mitteilungsblatt der Stadt und auch in einer Ausgabe unserer Zeitung an.
Für die Beleuchtung in der Stadt sind generell die Stadtbetriebe zuständig. Ein Mitarbeiter nahm am Samstag die Laternen folglich, wie von Bürgermeister Heckel explizit angewiesen, um 20.30 Uhr vom Stromnetz und es wurde dunkel in der Stadt, wie Johannes Popp, der Leiter der Stadtbetriebe, auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte. Nicht an allen Stellen in der Stadt sei eine Abschaltung möglich, an manchen blieb das Licht deshalb an, so Popp.
Laut Stadtbaumeister Ludwig Knoblach habe „jemand“ beim zuständigen Energieversorger N-Ergie in Nürnberg angerufen, um mitzuteilen, dass es in Bad Windsheim düster wurde. Wie unsere Redaktion erfahren hat, war es wohl sogar ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der die N-Ergie informiert hat.
Von da an ging alles seinen gewohnten Gang. Der Energieversorger informierte den Notdienst der Stadtwerke, der in solchen Fällen zuständig ist, wie deren Leiter Thomas Hartlehnert erklärte, der selbst von der Earth-Hour-Teilnahme Bad Windsheims erst aus der Zeitung erfahren habe.
Der Notdienst sei nicht darüber informiert worden, dass es sich um eine geplante Abschaltung handelte und knipste die Lichter wieder an, erklärte Knoblach. Den Stadtbetrieben habe der Notdienstmitarbeiter dann gegen 21 Uhr mitgeteilt, dass die „Sicherungen wieder drin sind“, so der Stadtbaumeister.
Er habe seine Mails noch einmal gecheckt und keine „offizielle Ankündigung“ für eine Teilnahme an der Earth Hour gefunden. Wer es nun versäumt hat, die Stadtwerke zu informieren, das konnte am Montag auch Heckel nicht mehr recherchieren. „Offensichtlich ist die Ursache ein Kommunikationsdefizit zu den Stadtwerken“, teilte Knoblach Heckel schriftlich mit, der von ihm eine Aufarbeitung des Vorfalls verlangt hatte.