Seit rund anderthalb Jahren bietet die Großtagespflegeeinrichtung „Hofstube 9“ in Dagenbach eine Alternative zu Krippe, Kindergarten oder Hort. Das kommt so gut an, dass die Betreiber Svenja und Florian Weiskopf nun eine weitere Einrichtung für Kinder im Alter bis 14 Jahren planen.
Dies schließt eine Lücke im Angebot, denn vor allem Hortplätze sind im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Neuhof-Trautskirchen rar.
Der Gemeinderat befürwortet das Vorhaben und hat nun einstimmig den Antrag auf Unterstützung nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) beschlossen. Demnach teilen sich Kommune und Freistaat die kindesbezogene Förderung zu gleichen Teilen. Wie Bürgermeister Werner Wirth (SPD) erläuterte, habe die Erweiterung der Hofstube für die Gemeinde nur Vorteile. Denn die zahlt für jedes betreute Kind, das seinen Wohnort auf ihrem Gebiet hat, egal, welche Einrichtung es besucht.
Unter einer Großtagespflege versteht man einen Zusammenschluss von zwei oder mehr Tagesmüttern oder -vätern. Die Hofstube wurde als landkreisweit zweite Einrichtung dieser Art geschaffen und bietet seitdem Plätze für bis zu zehn Kinder. Ab September sollen fünf weitere Vollzeitplätze angeboten werden. Da eine Großtagespflege auf zehn Plätze beschränkt ist, bedeutet dies die Gründung einer neuen Einrichtung.
Außerdem werden die Betreuungszeiten ausgeweitet. Aktuell sind diese noch von Montag bis Donnerstag von 8 bis 13.30 Uhr. Ab September soll an diesen vier Tagen jeweils von 7.30 bis 15 Uhr geöffnet sein. Wie Svenja Weiskopf der Redaktion erläuterte, wolle man damit vor allen Dingen Familien entgegenkommen, die noch auf der Suche nach Hortplätzen sind. „Durch die Verlängerung der nachmittäglichen Betreuungszeit ist mehr Spielraum für Mittagessen und Hausaufgaben“, so Weiskopf. Die Hortkinder kommen mit dem Schulbus nach Dagenbach und werden dort dann von den Eltern abgeholt.
Das ist ein großes Plus auch aus Gemeindesicht. „Es kommt vor, dass berufstätige Eltern aus Trautskirchen für ihre Kinder in Neuhof keinen Hortplatz bekommen und sich hilfesuchend an die Gemeinde wenden“, sagte Wirth während der Ratssitzung. Allein im letzten Jahr habe dies fünf Familien betroffen. Der Kinderhort gehört zum evangelischen Kindergarten der Kirchengemeinde Neuhof an der Zenn und befindet sich auf dem Schulgelände.
Auch die zuständige Stelle des Landratsamts befürworte das zusätzliche Angebot, so Wirth. Dort sei man voll des Lobes für die Weiskopfs: „Die bisherige Einrichtung wird als Vorbild angesehen, mit idealen Räumlichkeiten, engagiertem Personal und ansprechendem Außengelände.“
Anmeldungen fürs neue Schuljahr sind schon möglich. Wie Svenja Weiskopf betont, richtet sich das Angebot auch an Kinder mit besonderem Förderbedarf.
Infos unter www.instagram.com/hofstubeneun