CSU-Kandidat im Wahlkreis Ansbach: Artur Auernhammer will mehr Pragmatismus | FLZ.de

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Veröffentlicht am 14.02.2025 09:00

CSU-Kandidat im Wahlkreis Ansbach: Artur Auernhammer will mehr Pragmatismus

Artur Auernhammer, hier in seinem Büro in Oberhochstatt, vertritt den Bundeswahlkreis Ansbach seit 2013 im Bundestag in Berlin. Seine politischen Schwerpunktthemen sind Landwirtschaft und Sport. (Foto: Robert Renner)
Artur Auernhammer, hier in seinem Büro in Oberhochstatt, vertritt den Bundeswahlkreis Ansbach seit 2013 im Bundestag in Berlin. Seine politischen Schwerpunktthemen sind Landwirtschaft und Sport. (Foto: Robert Renner)
Artur Auernhammer, hier in seinem Büro in Oberhochstatt, vertritt den Bundeswahlkreis Ansbach seit 2013 im Bundestag in Berlin. Seine politischen Schwerpunktthemen sind Landwirtschaft und Sport. (Foto: Robert Renner)

Einen gewissen Stolz merkt man Artur Auernhammer an, wenn er von seiner Arbeit im Deutschen Bundestag spricht. Den CDU-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz nennt er nur beim Vornamen, auch der grüne Landwirtschaftsminister Özdemir ist nur „der Cem“. Oder wenn er von seiner Arbeit im Sportausschuss berichtet und euphorisch wird beim Thema Wintersport.

Er, der aus dem kleinen Weißenburger Ortsteil Oberhochstatt stammt, der natürlich ganz anders funktioniert als die Bundeshauptstadt. Er, der noch vor der Wahl 2021 von Vertretern seines Berufsstandes ausgebuht wurde. Doch der 61-jährige staatlich geprüfte Landwirt und Landwirtschaftsmeister, der seit zwölf Jahren für die CSU im Bundestag arbeitet und das Direktmandat im Wahlkreis Ansbach verteidigen will, hat längst Fuß gefasst im großen Politikbetrieb.

Der gefällt ihm trotz allem aber nicht immer. Zu verkopft ist ihm vieles, zu wenige Fachleute aus den verschiedensten Berufszweigen seien unter den Abgeordneten. Zu wenig Krankenschwestern, zu wenig Ärzte beispielsweise. Aus seinem Berufsstand kennt er unter den Parlamentariern gerade mal fünf. Das Plenum sei geprägt von Beamten und Juristen. Auernhammer fehlt manchmal ein „gesunder Pragmatismus“ bei Problemlösungen.

Wirtschaftsministerium des ländlichen Raums

Er spricht sich dafür aus, das Bundeslandwirtschaftsministerium anders zu strukturieren. Es soll auch für Heimat und Infrastruktur zuständig sein, quasi ein Wirtschaftsministerium des ländlichen Raums, das auch den demografischen Wandel im Blick hat. So will er Landstriche wie das westliche und südliche Mittelfranken aufwerten, denn der Respekt gegenüber ländlichen Räumen und deren Bevölkerung ist abhanden gekommen, beklagt Auernhammer.

Apropos Landwirtschaftsministerium: Dass Markus Söder schon weit vor der Wahl den bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner als künftigen Minister gesetzt hat, kritisiert er offen. Und auch das vehemente Nein des CSU-Chefs zu einer Koalition mit den Grünen stößt bei ihm auf wenig Gegenliebe. Vorabfestlegungen seien schwierig, denn keiner wisse, wie die Wahl ausgehe. „Man kann auch am letzten Tor noch einfädeln“, warnt der begeisterte Skifahrer.

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Jüngst erst war er als für den Wintersport zuständiges stellvertretendes Sportausschuss-Mitglied in Garmisch-Partenkirchen und musste die wetterbedingte Absage der Weltcup-Abfahrt der Männer miterleben. Dass eine kleine Kommune mit 500 ehrenamtlichen Kräften so ein Wintersportspektakel auf die Beine stellt, nötigt ihm Respekt ab.

Energiewende ist unumgänglich

Gleichzeitig fragt er sich aber, wie lange es dort solche Rennen noch geben wird. „Der Klimawandel schlägt voll zu“, sagt Auernhammer und spannt den Bogen vom Sport hin zur Landwirtschaft, die mit den Folgen des Klimawandels täglich umgehen muss.

Um dessen Folgen einzugrenzen, sei die Energiewende unumgänglich, die er als „große Chance für den ländlichen Raum sieht. Beispiel Windkraft. Hier könne „vor Ort investiert“ und „vor Ort verdient“ werden. Es müsse also nicht, wie beim Kauf von Erdgas, „nach Russland überwiesen werden“. Allerdings dürfe der Windkraftausbau immer nur in Abstimmung mit der Bevölkerung passieren.

Auch wenn er als Übergangslösung eine etwas längere Laufzeit der Atomkraftwerke befürwortet hätte, sagt Auernhammer klar nein zur weiteren Kernenergienutzung, und dies nicht nur, weil er bis Mitte November Vorsitzender des Bundesverbandes Bioenergie war. Es fehlt ihm eine Lösung für Endlagerstätten in Deutschland. „Und nach einer Million Jahren ist die Strahlung immer noch tödlich“, warnt er.

Der Bundestagswahlkreis 240 umfasst Stadt und Landkreis Ansbach sowie den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. (Foto: Datawrapper/Alexander Biernoth)
Der Bundestagswahlkreis 240 umfasst Stadt und Landkreis Ansbach sowie den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. (Foto: Datawrapper/Alexander Biernoth)

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Beim Verkehr sieht er die Zukunft in der E-Technologie, dennoch erachtet er das Aus für Verbrenner als überhastet. Man schließe die intensivere Nutzung von Biokraftstoffen so von vornherein aus.

Auf den letzten Metern bis zur Wahl am 23. Februar gilt es für Auernhammer, noch etliche Wahlkampftermine zu bestreiten, unter anderem an Infoständen. Und dann heiße es, das Ergebnis abzuwarten. Vom Aufeinander-Eindreschen der Parteien und sich gegenseitig der Unfähigkeit zu bezichtigen, hält er nichts. „Was machen wir denn am 24. Februar, am Tag nach der Wahl?“, fragt er denn auch. Da werde die Union möglicherweise auch mit den Grünen sprechen müssen.

Zu Argumenten zurückkehren

„Vielleicht rappelt sich die FDP noch zusammen?“, fragt er eher rhetorisch, um gleich hinterherzuschicken, dass dies keine Einladung sei, die Liberalen zu wählen. „Die CSU hat keine Stimme zu verschenken“, macht er deutlich, nicht zuletzt mit Blick auf das geänderte Wahlrecht, bei dem es passieren kann, dass ein Kandidat ein Direktmandat holt, aber trotzdem nicht in den Bundestag einzieht.

In dem will er sich weiterhin von der AfD fernhalten, auch wenn er in der letzten Sitzungswoche die umstrittenen Initiativen von Friedrich Merz zur Migrationspolitik und damit eine Steilvorlage für die AfD mitgetragen hat. Er habe sich aber aus Überzeugung an der Demo gegen die AfD-Veranstaltung jüngst im Weißenburger Wildbadsaal beteiligt, sagt er.

Die demokratischen Parteien müssten aber „das Gas wegnehmen und zu Argumenten zurückkehren“. Es gelte, sich „wieder um die Themen kümmern, die die Menschen bewegen“.


Von Robert Renner
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