Cooler Konter aus Schweden: So drängelt sich der EX60 vor | FLZ.de

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Veröffentlicht am 02.06.2026 00:08

Cooler Konter aus Schweden: So drängelt sich der EX60 vor

Rahmenlose Türen bis zur Front: So tritt der EX60 vergleichsweise filigran auf. (Foto: Volvo/dpa-tmn)
Rahmenlose Türen bis zur Front: So tritt der EX60 vergleichsweise filigran auf. (Foto: Volvo/dpa-tmn)
Rahmenlose Türen bis zur Front: So tritt der EX60 vergleichsweise filigran auf. (Foto: Volvo/dpa-tmn)

Es ist der Zweikampf des Jahres: BMW iX3 und Mercedes GLC gelten nicht nur als die aktuell besten elektrischen SUV aus heimischer Produktion, sondern auch als Schicksalsmodelle für ihre Hersteller. Schließlich ergänzen sie die jeweils wichtigsten Modellreihen beider Marken und treten zudem in einem der stärksten Segmente an.

Doch jetzt kommt Störfeuer aus Schweden. Still und leise schickt Volvo in diesem Sommer den EX60 ins Rennen und setzt dabei nicht nur auf ein cooles Design und eine zeitgemäße Elektrotechnik. Obendrein lockt ein knapp kalkulierter Preis.

Los geht es im Juli bei 62.990 Euro. Das sind knapp zehn Prozent weniger als bei den Deutschen. Und innerhalb der Familie ist der EX60 damit sogar billiger als der konventionelle XC60 mit Plug-in-Antrieb.

Eleganz ohne Effekthascherei

Dafür gibt es einen schwedisch schicken Geländewagen von 4,80 Metern Länge. Der tritt von den rahmenlosen Türen bis zur Front ohne viel Lametta vergleichsweise filigran auf und hat trotzdem einem hohen Wiedererkennungswert. Nicht zuletzt wegen seiner markanten LED-Signatur an Bug und Heck.

Effekthascherei wie der GLC mit seinen Leuchtsternen im Grill oder der iX3 mit seinem - man könnte sagen: retrofuturistischen - „Neue Klasse“-Look verkneift sich der Herausforderer dagegen. Wer die Brust trotzdem gern etwas breiter macht, bekommt den EX60 obendrein für rund 3.000 Euro mehr auch als Cross Country, der sich mit Dachreling und Plastikplanken am Blech ein wenig mehr in den Vordergrund spielt.

Hygge trifft Hightech

Auch innen halten sich die Schweden erfreulich zurück, setzen auf eine hygge - eben gemütliche - Atmosphäre mit schlanken und trotzdem kuscheligen Sesseln, einem luftigen Ambiente mit einem dimmbaren Panoramadach und viel textilen Oberflächen.

Was es dagegen nur spärlich gibt, sind Taster und Schalter. Das Gros der Bedienung erfolgt über den neuerdings quer statt wie noch beim EX90 hochkant montierten Touchscreen. Zum Einsatz kommen dabei die eingängige Google-Software und die zwei Knubbel am Lenkrad.

Das klappt bei der Jungfernfahrt schnell und unkompliziert, nervt aber bei dem Grundeinstellungen von Spiegeln und Lenkrad. Und dass selbst die Lüfterdüsen nur am Display verstellt werden können, ist des Guten vielleicht dann doch zu viel.

So praktisch wie eine Ikea-Küche

Aber der EX60 will nicht nur schick und modern sein, sondern er ist auch so praktisch und durchdacht wie eine Ikea-Küche – deshalb gibt es bei knapp drei Metern Radstand viel Platz auch in der zweiten Reihe. Der Kofferraum fasst solide 523 bis 1.647 Liter und dann sind da noch ein paar erfreuliche pfiffige Details.

Aus der Mittelarmlehne zum Beispiel surrt eine Schublade fürs Smartphone oder die Kaffeebecher, das Handschuhfach ist für mehr Fußraum des Sozius und bessere Erreichbarkeit senkrecht vor dem Mitteltunnel installiert. Unter dem Kofferraumboden gibt es mehrere Staufächer, die die durch einzelne Klappen zugängig sind. Und vorn unter der Haube ist Platz für Ladekabel und anderen Kleinkram.

Eher Gleiter als Fighter

Entspannung und Gelassenheit - das suggeriert der Schwede auch beim Fahren. Er ist zwar kräftig und hat wie jedes E-Auto einen sehr spontanen Antritt, so dass beim Kick-down schon mal der Kopf gegen das Polster knallt.

Doch ist er im Grunde seines Wesens ein gemütlicher Geselle, der unaufgeregt seinen Kurs hält, auf Wunsch mit adaptivem Fahrwerk und beim Cross Country auch mit Luftfederung die Straße knitterfrei bügelt wie die Tischdecke beim Sonntagsmahl. Dabei lässt er sich präzise um die Ecken bringen. Zumindest, wenn man sich mal an das ungewöhnlich kleine Lenkrad gewöhnt hat, das den EX60 allerdings handlicher erscheinen lasst, als er tatsächlich ist.

Schnell im Sprint und beim Laden

Für den Antrieb bietet Volvo zwei Varianten: Als Hecktriebler kommt der EX60 mit einem 275 kW/374 PS starken E-Motor, beim Allradler bauen die Schweden zwei Maschinen von zusammen 500 kW/680 PS ein. Obwohl der EX60 stattliche 2,3 Tonnen wiegt, haben die Motoren mit ihm buchstäblich leichtes Spiel.

Zwar zieht Volvo grundsätzlich bei 180 km/h den Stecker. Doch bei 790 Nm Drehmoment gelingt der Sprint von 0 auf 100 km/h im besten Fall in 3,9 Sekunden. Schnell wollen Schweden auch beim Laden sein. Die Akkus sind mit 83, 95 oder 117 kWh deshalb nicht nur gut für 511 bis 810 Normkilometer, sondern laden dank 800-Volt-Technik auch mit bis zu 370 kW. In zehn Minuten reicht das im besten Fall für weitere 340 Kilometer.

Fazit: der Lachende Dritte 

Er ist bei Effizienz und Ladeleistung mindestens genauso gut wie die deutschen SUV-Stars für die Generation E. Dazu bietet er viel Platz und die pfiffigeren Details, sieht cool aus und kommt ohne den ideologischen Ballast einer „Neuen Klasse“ oder der Rückbesinnung auf die alte Schule daher. Und obendrein ist der Volvo auch noch billiger als die Konkurrenz von BMW und Mercedes. Im Rennen zwischen iX3 und GLC könnte der EX60 damit zum lachenden Dritten werden.Datenblatt: Volvo EX60 P10 AWD 

 

 

 

 

© dpa-infocom, dpa:260601-930-160064/1


Von dpa
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