Baubeginn war bereits Ende Februar, aber jetzt haben die Bürgermeister der Gemeinden Colmberg, Geslau und Windelsbach mit dem ersten Spatenstich den Bau ihrer gemeinsamen Kläranlage gefeiert. Die knapp 16 Millionen Euro teure Anlage soll bis Ende 2026 oder Anfang 2027 fertiggestellt werden.
Weil absehbar war, dass die aktuell betriebenen Kläranlagen ihre Genehmigung verlieren, traten die drei Gemeinden bereits im Mai 2020 in Gespräche über eine gemeinsame Kläranlage ein. Jetzt, fünf Jahre später, wird das Gemeinschaftsprojekt Wirklichkeit.
Man habe berechnet, dass eine gemeinsame Anlage günstiger komme, als wenn jede Gemeinde ein eigenes Klärwerk baue, sagte Colmbergs Bürgermeister Gerhard Wachmeier, und lobte seinen Vorgänger Wilhelm Kieslinger für seine Weitsicht. Die Ersparnis sei bei den Baukosten gar nicht mal so groß, weil man aus Geslau und Windelsbach Druckleitungen nach Colmberg bauen muss, sagte Wachmeier. Entscheidend sei der Unterhalt: Weil man die neue Anlage mit nur drei Personen betreiben könne, spare man pro Jahr rund 100.000 Euro.
Die drei Gemeinden haben den Zweckverband Obere Altmühl gegründet, an den Gesamtkosten beteiligt sich Colmberg zu 42 Prozent, Geslau zu 38 Prozent und Windelsbach zu 20 Prozent. Wie die Kosten anteilig auf die Bürger umgelegt werden – ob über Abwassergebühren oder Verbesserungsabgaben – entscheidet jede Gemeinde für sich.
Man bekomme relativ hohe Zuschüsse vom Freistaat, sagte Gerhard Wachmeier: 4,3 Millionen Euro für die Druckleitungen und knapp 1,4 Millionen Euro für den Bau der Zentralkläranlage, die ganz in der Nähe des alten Colmberger Klärwerks errichtet wird. Die laufenden Kosten werden zu 25 Prozent über eine Pauschale der Gemeinden gedeckt, der Rest richtet sich jeweils nach der eingeleiteten Abwassermenge. Der Unterhalt der örtlichen Kanalisation bleibt in der Hand der jeweiligen Kommune.
Die Gemeinschafts-Kläranlage sei für seine Gemeinde „die Rettung beim Abwasser”, sagte Geslaus Bürgermeister Richard Strauß, ein Glücksfall und eine zukunftsträchtige Investition. Man sei dem Markt Colmberg dankbar, dass er das Projekt federführend übernommen habe, sagte Windelsbachs Bürgermeister Werner Schuster. Von den drei Gemeinden hat nur Colmberg einen hauptamtlichen Bürgermeister, Strauß und Schuster führen ihr Rathaus ehrenamtlich.
„Wir sind froh, dass wir für das Projekt das Planungsbüro Christofori und für den Bau die Firma Moezer gefunden haben”, sagte Gerhard Wachmeier. So bleibe das Geld in der Region und man habe kurze Wege, wenn es etwas zu besprechen gebe. Alle drei Bürgermeister lobten die „hervorragende Zusammenarbeit” der Gemeinden.