„Church X”: Wenn die Kirche St. Georg in Brunn sich in ein Kino verwandelt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 04.11.2025 08:00

„Church X”: Wenn die Kirche St. Georg in Brunn sich in ein Kino verwandelt

Ungelüftet bleibt weiterhin das Geheimnis, wer in der Gruft unter der Brunner Kirche St. Georg ruht. Wird man es je lösen? (Foto: Ute Niephaus)
Ungelüftet bleibt weiterhin das Geheimnis, wer in der Gruft unter der Brunner Kirche St. Georg ruht. Wird man es je lösen? (Foto: Ute Niephaus)
Ungelüftet bleibt weiterhin das Geheimnis, wer in der Gruft unter der Brunner Kirche St. Georg ruht. Wird man es je lösen? (Foto: Ute Niephaus)

Kino- und Gänsehaut-Gefühle erlebten insgesamt 240 Besucherinnen und Besucher bei zwei Vorstellungen in der komplett ausgebuchten Brunner Kirche. Bei Nachos, Popcorn und Getränken wurde die Vorführung des 27-minütigen Films „Church X - Die letzten Geheimnisse der Sankt-Georgs-Kirche” zu einem besonderen Erlebnis.

Dafür sorgte auch die Illumination im Innenraum des Gotteshauses sowie im Dachboden und Glockenturm. Etliche Gäste nutzten die seltene Gelegenheit, diese Orte im Gotteshaus zu erkunden, selbst in die Vergangenheit einzutauchen und nahmen dafür schmale Treppen und steile Leitern in Kauf.

Die Mühe lohnte sich und machte die zuvor im Film erfahrene Geschichte hautnah erlebbar. Die Möglichkeit, in die in schummriges Licht getauchte Gruft durch eine enge Luke hinabzusteigen, hatte am Sonntag lediglich unsere Redaktion. Es war eine einmalige Gelegenheit, die nicht ungenutzt blieb.

Mysterium um Schädel und Knochen

Es war kein mulmiges Gefühl, das sich einem, unten angelangt, bemächtigte. Es war eher ein Gefühl des Bedauerns, da die Namen der beiden hier ruhenden Menschen – eines Kindes und eines Erwachsenen – nach wie vor nicht bekannt sind. Nur noch ihre Schädel und ein paar Knochen existieren, nirgends ein Hinweis auf ihre Identität, weder in der Gruft noch in den Kirchenbüchern, die Nadine Haag zuhauf wälzte.

Ihre Aufgabe hatte darin bestanden, die Inhalte des Films historisch einzuordnen und die geschichtlichen Fakten für die Moderation zu recherchieren. Immerhin sollte der Film im Stile des ZDF-Formats „Terra X” geschichtlich korrekt sein.

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Mit Holz, Stein und Hoffnung

Bevor der Streifen über die große LED-Leinwand flimmerte, erzählte Peter Haag, der die Idee für dieses Filmprojekt hatte und für Kamera, Drehbuch und Regie verantwortlich war, einiges über die Entstehungsgeschichte. Er und seine engagierten Mitstreiterinnen und Mitstreiter gewährten durch den Streifen Einblicke hinter Türen, die sonst verschlossen bleiben und zeigten, wie Pfarrer Alexander Seidel im Film betonte, dass die St.-Georgs-Kirche, mit Holz und Stein, aber auch Hoffnung errichtet wurde. Sie ist für viele bis in die heutige Zeit ein Ort des Glaubens, der Begegnung, des Zusammenhalts und der Gemeinschaft.

Großes schauspielerisches Talent bewiesen Jens, Karl und Damaris Birnbach. Die Besitzer des Brunner Schlosses stellten nicht nur Räumlichkeiten für den Dreh zur Verfügung. In historische Gewänder gehüllt, schlüpfte das Ehepaar Birnbach auch in die Rollen der Eheleute von Hessberg. Der Patron sammelte mehr als zwei Jahrzehnte unermüdlich Geld für den Kirchenneubau, als Ersatz für den völlig maroden Vorgängerbau.

Ein unermüdlicher Kämpfer

Trotz aller Mühen und Rückschläge war es für ihn keine Option aufzugeben, wurde im Film deutlich, an dem auch Mario Leibold mitwirkte. Er war für Kamera und Lichttechnik verantwortlich. Im Team hinter der Kamera war auch Thorsten Braun dabei. Sie alle machten das Projekt erst möglich, das im Rahmen des 300. Geburtstags der Kirche entstand.

Am Ende des Films gab es nicht nur viel Applaus, sondern auch ein dickes Dankeschön von Marion Braun als Stellvertreterin des Kirchenvorstandes. Dank des engagierten Teams habe man die Geschichte der Kirche auf eindrucksvolle Weise erleben können. Mit Weitblick und Kreativität sei ein toller Film entstanden, aus der Vision Peter Haags Wirklichkeit geworden.

Von Nacho- und Popcorn-Spuren

Er und seine Frau Nadine dankten allen Beteiligten und Sponsoren, aber auch Mesnerin Betty Kolb, die nach den Vorstellungen die Nacho- und Popcorn-Spuren beseitigte. Das Geld, das die Zuschauer spendeten, fließt zu 100 Prozent in den Erhalt der Kirche, betonte Peter Haag und wies gegenüber unserer Redaktion noch darauf hin, dass der Film ab dem 8. November auf der Website der Kirchengemeinde Brunn-Wilhelmsdorf online abrufbar ist. So können ihn auch all jene anschauen, denen man keinen Platz mehr zu den besonderen Vorführungen hatte anbieten können.

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