Cello und Olympia: Clueso beim Ansbach Open in Hochform | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.07.2024 14:41

Cello und Olympia: Clueso beim Ansbach Open in Hochform

Thomas Hübner alias Clueso begeisterte mit einem vielschichtigen Programm beim Ansbach Open auf dem Campus der Hochschule. (Foto: Martina Kramer)
Thomas Hübner alias Clueso begeisterte mit einem vielschichtigen Programm beim Ansbach Open auf dem Campus der Hochschule. (Foto: Martina Kramer)
Thomas Hübner alias Clueso begeisterte mit einem vielschichtigen Programm beim Ansbach Open auf dem Campus der Hochschule. (Foto: Martina Kramer)

Kommt er oder kommt er nicht? Das war hier die Frage beim Ansbach Open am Samstagabend. Nun, es stieg kein Astronaut aus einem Ufo herab und entpuppte sich als Udo Lindenberg. Aber es war trotzdem schön und als Clueso allein „Cello“ anstimmte, schmolzen die Herzen dahin.

Nach Jahren der Pause war dieses Sommer-Festival ein Höhepunkt im Ansbacher Kulturkalender. Neuer Veranstalter, die Ansbacher Kammerspiele, und neuer Spielort, der Campus der Ansbacher Hochschule, erwiesen sich als gelungene Kombination. Gute Organisation, ein weitläufiges Gelände, kulinarische Versorgung nebst großer Getränkeauswahl sorgten für eine entspannte Atmosphäre. Am Freitag war der Auftritt von Martina Schwarzmann ausverkauft. Trotz anfänglich unerwartet zurückhaltender Nachfrage für das Clueso-Konzert war der Campus auch am Samstag gut gefüllt und die Stimmung ausgelassen.

Clueso mit seiner hervorragenden Band präsentierte sich vor rund 2000 Besuchern in Hochform. Das Programm bot eine bewährte Mischung aus älteren und neueren Songs, darunter mit „Ich komm heim“ ein noch nicht veröffentlichtes Stück, das an diesem Abend Weltpremiere feierte.

Von Rap bis Reggae

Clueso deckt mit seiner Musik eine weite Spannbreite an gefragten Musikstilen von Rap bis Reggae ab, gepaart mit intelligenten deutschen Texten. Diese Vielseitigkeit ist Programm von Thomas Hübner, der seinen Künstlernamen von dem Helden „Clouseau“ des Blake Edwards Films „Der rosarote Panther“ abgeleitet hat.

Clueso ist kein Solist im eigentlichen Sinne, sondern arbeitet gerne mit anderen Künstlern zusammen. Einige der dabei entstandenen Songs finden sich auch beim Ansbach Open auf der Setlist, wie etwa „All die Augenblicke“, den er mit Wolfgang Niedecken geschrieben hat, oder „Zusammen“, den er mit den Fantastischen Vier aufgenommen hat. Die wohl bekannteste Kooperation stellt „Cello“ mit Udo Lindenberg dar.

Vater traf Udo im Feuerwehranzug in Erfurt

Für den Erfurter Clueso schreibt sich damit ein Stück Familiengeschichte zu Ende, wie er selbst erzählt. Einst war sein Vater im vom Opa geborgten Feuerwehranzug dem Panik-Rocker bei dessen ersten Erfurter Konzert so nahe gekommen, dass ein kurzer Dialog möglich wurde. Für den glühenden Fan ging damals, 1990, ein Traum in Erfüllung.

Jahre später klingelt beim Sohn das Telefon und die typische Stimme von Udo Lindenberg meldet sich mit der Frage nach einer Zusammenarbeit für die Neufassung eines Songs, der bereits 1974 entstanden war. Ein Lied für eine ehemalige Angebetete Udos, die im wahren Leben allerdings nicht Cellistin, sondern Turmspringerin war.

Geschichten aus Hippie-Hausen

Aber weil das nicht so gut klang, entschied er sich damals für das Instrument. Auch heute noch verbindet Clueso und Lindenberg eine tiefe Freundschaft. Und wenn sie sich auf dem Lido Deck des Atlantik Hotels treffen, in „Hippie-Hausen“, dann erzählen sie sich manche „Geschichten, die erfunden, aber dennoch keine Lügen sind“. Das trifft auch auf den Song „Cello“ zu. Die Kammerspiele hatten deshalb Udo Lindenberg eingeladen, zu dem Konzert seines Freundes Clueso nach Ansbach zu kommen.

Augenblicklich richtet sich Cluesos Aufmerksamkeit allerdings nicht auf Hamburg, sondern Paris, wo demnächst ein großes Sportevent stattfinden wird. Mit seinem Song „Olympia“ im Gepäck, den er eigens für dieses Ereignis geschrieben hat, ist er bestens gerüstet. Schön, dass er es zwischendurch nach Ansbach geschafft hat. Der sympathische Künstler dürfte mit diesem mitreißenden Konzert seine alten Fans bezaubert und viele neue dazu gewonnen haben.


Von Martina Kramer
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