Im Atommüll-Zwischenlager Niederaichbach in Niederbayern gehen nach der Ankunft von sieben Castor-Behältern die Arbeiten zur Einlagerung weiter. Die Behälter werden nach und nach von den Waggons abgeladen, wie ein Sprecher der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) mitteilte. Für die Lagerung ist die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) zuständig.
In Niederaichbach sind nach BGZ-Angaben bisher 88 Castor-Behälter eingelagert, die Atomabfälle aus dem Kernkraftwerk Isar am selben Standort enthalten. Die neuen Abfälle aus den sieben Behältern stammen von Brennelementen aus deutschen Kraftwerken, die in England wiederaufbereitet wurden.
Dieser Atommüll muss von Deutschland zurückgenommen werden und ist seit 1995 auf mehrere Zwischenlager verteilt worden. Sieben letzte Castor-Behälter befinden sich noch in Sellafield. Die sollen nach Brokdorf in Schleswig-Holstein gebracht werden.
Für die Bürger in Niederaichbach ist das Thema Kernkraft noch nicht beendet, auch wenn das AKW vom Netz genommen ist. Block I befindet sich seit 2017 im Rückbau, Block II seit 2023. Die Arbeiten werden Jahre dauern. Erst 2040 soll von der gesamten Anlage nichts mehr zu sehen sein. Das Zwischenlager dürfte dann noch übrig sein - einen Standort für ein Atommüll-Endlager gibt es nicht.
Das bereitet vielen Menschen in der Region und auch Atomkraftgegnern Sorgen. Sie fordern ein zügiges Vorankommen bei der Endlager-Frage. Die Zwischenlager seien nur für eine begrenzte Betriebsdauer ausgelegt gewesen, mahnen sie an. Niederaichbachs Bürgermeister Josef Klaus hat noch einen weiteren Kritikpunkt: Standort-Kommunen der Zwischenlager sollten Kompensationszahlungen bekommen, schließlich könnten sie die Flächen über Jahre nicht anderweitig nutzen.
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