Bundesstraße 470: Plan für die Umgehung von Lenkersheim fertig | FLZ.de

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Veröffentlicht am 27.01.2024 09:00

Bundesstraße 470: Plan für die Umgehung von Lenkersheim fertig

Bürgermeister Jürgen Heckel (links) und Christoph Eichler vom Staatlichen Bauamt Ansbach präsentieren die Routenführung der geplanten Umgehung der Bundesstraße 470 um Lenkersheim. (Foto: Katrin Merklein)
Bürgermeister Jürgen Heckel (links) und Christoph Eichler vom Staatlichen Bauamt Ansbach präsentieren die Routenführung der geplanten Umgehung der Bundesstraße 470 um Lenkersheim. (Foto: Katrin Merklein)
Bürgermeister Jürgen Heckel (links) und Christoph Eichler vom Staatlichen Bauamt Ansbach präsentieren die Routenführung der geplanten Umgehung der Bundesstraße 470 um Lenkersheim. (Foto: Katrin Merklein)

Die Planungen für die Ortsumgehung der Bundesstraße 470 sind weitestgehend abgeschlossen. Im Jahr 2027 könnten die Bagger rollen.

„Wir sind ein ganzes Stück weiter“, kündigte Bürgermeister Jürgen Heckel in einem Pressegespräch zur geplanten Ortsumgehung von Lenkersheim an. Die Planungen für die B 470 sind weitestgehend abgeschlossen. Frühestens 2027 können dann die Bagger rollen, eineinhalb Jahre später der Verkehr.

Wirklich nur im allergünstigsten Fall sei dieser Termin einzuhalten, erklärte Christoph Eichler, der Leiter der Abteilung Planen im Staatlichen Bauamt Ansbach, in dem der Stadtratssitzung vorgeschalteten Pressegespräch. Heckel hatte sich zuvor eine Fertigstellung zur Landesgartenschau 2027 gewünscht, ist aber auch zufrieden, „wenn es dann nun endlich wirklich losgeht. Viele Jahre des Wartens, der Geduld, des Aufstands haben ein Ende.“

Eichler erläuterte die bisherigen Schritte seit der Aufnahme 2016 in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans, der dem Bauamt Planungsrecht einräumte. Mitte 2018 war die Vordringlichkeitsuntersuchungen abgeschlossen, 2020 die Entwurfsplanung, von da an mussten immer wieder neue Richtlinien der Europäischen Union eingepflegt werden, wie auch das neue Klimaschutzgesetz berücksichtigt werden. „Das hat uns enorm viel Zeit gekostet“, betonte Eichler.

Moderate Zahl an Stellungnahmen

Im Herbst 2023 startet das Planfeststellungsverfahren. Vergangenen Montag endete die Frist, Bedenken gegen die bei der Stadt Bad Windsheim und im Internet ausgelegten Pläne einzureichen. 20 Träger öffentlicher Belange haben Stellungnahmen abgegeben, „eine moderate Zahl“ erklärte Eichler, der diese am Donnerstag vor der Stadtratssitzung von der Regierung von Mittelfranken erhalten hatte.

Seine Behörde werde diese in den nächsten Monaten auswerten und beantworten und gibt wiederum ihre Stellungnahme zurück an die Regierung von Mittelfranken. Wohl im Herbst wird es einen Erörterungstermin geben, bei dem alle Antragsteller sich noch einmal äußern können und Lösungen für eventuelle Probleme vorgeschlagen werden können. Die Regierung trifft dann den Planfeststellungsbeschluss, mit dem das Bauamt Baurecht erlangt.

Allerdings haben alle, die vorher Einwände hatten, die Möglichkeit der Klage. Hier appelliert Heckel an die „Vernunft der Bürger und Verbände, nicht den Klageweg zu gehen, sondern eine einvernehmliche Lösung zu finden“. Zu lange ziehe sich das Projekt nun schon hin, immerhin passieren den Bad Windsheimer Ortsteil täglich mehr als 14.000 Autos und weit über 1000 Lastwagen. „Der Schuh drückt richtig.“

90 Prozent der Bürger stehen hinter dem Projekt

Optimistisch stimme Jürgen Heckel, dass 90 Prozent der Bürger hinter der Umgehung stünden. Seit er 2008 die Initiative „Die Umgehung muss her“ gegründet habe, habe sich auch keine „Gegenformation gebildet, es gab keine Oppositionswelle“.

Von ein paar Landwirten wisse der Bürgermeister allerdings schon, dass sie unzufrieden sind mit der „ungünstigen Durchschneidung von Äckern“. Die Stadt Bad Windsheim werde alles tun, um ihnen entgegenzukommen. Erst 2021 war die Flurneuordnung abgeschlossen, alles zufriedenstellend eingeteilt worden. Heckel habe „gekämpft wie ein Löwe“, dass man die Planung der Ortsumgehung in die Flurneuordnungspläne mit einbezieht.

Das Bauamt hatte zu der Zeit jedoch noch kein Planungsrecht. „Diese Bürokratie, mir stinkt das bis ins Mark“, betonte Heckel. Volker Goller (Liste Land) schlug in der Sitzung des Stadtrats, in der die Pläne ebenfalls vorgestellt wurden, eine „Mini-Flurneuordnung“ vor. Heckel betonte, dass er mit dem Amt für ländliche Entwicklung im Gespräch sei, welches Unterstützung zugesagt habe.

Zur Umgehung: Die neue, acht Meter breite, Bundesstraße 470 wird vom Kreisverkehr bei Bad Windsheim in einem Bogen südlich um Lenkersheim herum verlaufen und mündet östlich des Ortsteils nach 2,7 Kilometern in einen neu zu bauenden Kreisverkehr. Westlich wird es eine neue Zufahrt nach Lenkersheim geben. Etwa in der Mitte wird zudem eine Brücke über die Bundesstraße die Wirtschaftswege wieder vernetzen.

Eine Unterführung für Radfahrer

Für Radfahrer ist am östlichen Kreisel eine Unterführung am Radweg Richtung Mailheim angedacht, so dass sie die Straße sicher queren können. Hier gab Bernhard Kisch (CSU) den Hinweis, dass Radfahrer meist schneller als die in Planungen bedachten 15 Kilometer pro Stunde seien, der Durchgang solle breit genug angelegt werden, um Unfälle zu vermeiden.

Die obere Naturschutzbehörde habe eine Fledermausüberflughilfe angeordnet, erläuterte Eichler. Es habe sich herausgestellt, dass viele dieser Säuger im südlichen Lenkersheim leben und ihr Beuterevier im Süden haben. Somit kreuzt die Flugroute die Bundesstraße. Besonders Lastwagen seien eine tödliche Gefahr für die Tiere, erklärte Eichler. Eberhard Gurrath (FWG) konnte das nicht ganz verstehen, da die Tiere ja nachtaktiv seien und nachts wenige Laster unterwegs seien. Dennoch, die Gefahr sei da und „ohne Überflughilfe gibt es keine Maßnahme“, betonte Eichler.

Zäune weichen Büschen und Hecken

Parallel zu diesen rund vier Meter hohen Zäunen die in zwei Abschnitten auf einer Länge von 700 Metern teils beidseitig angebracht werden müssen, werden Büsche und Hecken gepflanzt. Wenn diese in etwa zehn Jahren die Höhe der Zäune erreicht haben, wird die Überflughilfe abgebaut.

Sebastian Göttfert (Grüne) machte darauf aufmerksam, dass der Radweg von Ickelheim nach Bad Windsheim unterbrochen werde und nur über einen Grünstreifen bis zur Übergangsbrücke verbunden sei. „Viele Kinder nutzen diesen Weg, um mit ihren Eltern in den Kindergarten zu fahren.“ Bernhard Kisch (CSU) schlug vor, den Grünstreifen zu asphaltieren.

Dies wurde in die Stellungnahme der Stadt aufgenommen, die die Genehmigung erhalten hatte, ihre Stellungnahme zum Feststellungsentwurf etwas später abgeben zu dürfen. Ohne Gegenstimme wurde diese abgesegnet.


Von Katrin Merklein
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