Die Firma Aprovis in Weidenbach wächst und wächst. Die Mitarbeiterzahlen klettern in den vergangenen Jahren immer weiter nach oben. Über 300 sind es inzwischen. Um weiter wachsen zu können, möchte das Unternehmen in den kommenden Jahren am Weidenbacher Standort viel bauen. Losgehen soll es mit einem großen, runden Bürokomplex.
Etwa 45 Meter Durchmesser, viel Glas, moderne Optik: Es wird ein auffälliges und großes Gebäude werden – ein Blickfang in der Ornbauer Straße 10. Als „ortsbildprägend” beschreibt es Bürgermeister Willi Albrecht positiv. Es zeige jedoch seiner Meinung nach auch, dass die Gemeinde innovativ sei.
Das Bürogebäude ist jedoch nur eines von mehreren Bauprojekten, die das Unternehmen in den kommenden Jahren angehen will. Die Pläne stellten Aprovis-Gründer Dr. Steffen Hauff und einer der beiden Geschäftsführer, Dr. Markus Heusch, in der Gemeinderatssitzung vor.
Auf zwei Stockwerken wird Platz für rund 200 Arbeitsplätze geschaffen. Weitere Eckdaten: Gesamtfläche etwa 2500 Quadratmeter, Höhe rund neun Meter, Durchmesser satte 45 Meter. Geplant ist auf dem Betonfundament eine Stahlkonstruktion mit Holzdecken.
Das Innere soll sehr offen gestaltet werden, erklärte Heusch in der Sitzung. Deshalb sei auch die Form des Gebäudes wichtig. Dadurch sollen große Flächen geschaffen werden, die flexibel gestaltet werden können. So sei es möglich, Mitarbeitende eines Projekts für eine bestimmte Zeit zusammenzubringen. Mit Innenhöfen soll auch in die Mitte des Gebäudes Tageslicht kommen.
Der Marktgemeinderat stimmte dem Bauplan für dieses Projekt einstimmig zu. Die Firma plant noch dieses Jahr mit den Bauarbeiten zu beginnen. Ihre Schreibtische im neuen Büro sollen die Mitarbeitenden dann im ersten Quartal 2028 beziehen, blickte Heusch voraus.
Die Aprovis-Vertreter Heusch und Hauff kündigten an, dass in den kommenden Monaten noch weitere Anträge kommen werden. Das Bürogebäude ist „Bauabschnitt III”. In weiteren Schritten möchte das Unternehmen den Standort zusätzlich erweitern.
Unter anderem ist ein Parkhaus für die Mitarbeitenden geplant. Dafür soll die ehemalige „Seiler-Halle” abgerissen werden. Zwischen 200 und 250 Fahrzeuge sollen an dieser Stelle stehen. Auch dieses Projekt möchten die Verantwortlichen noch 2026 angehen.
Rund elf Meter hoch wäre das Gebäude, ein „mächtiges Bauwerk”, räumte Heusch selbst ein. Wenn möglich, soll es „gut eingepackt” werden. Das Unternehmen denkt dabei an Begrünung. Die Zufahrt ist über die Straße „Am Hirtenbuck” geplant. Aus dem Gemeinderat sprachen sich Heidi Ebersberger (FWG/Weidenbacher Liste) und Rainer Tiefel (Bürgerliste) dafür aus, die Zufahrt zu überdenken. Dort gehe es ohnehin so eng zu.
Ebersberger fragte außerdem, ob es möglich wäre, eines der neuen Gebäude zivilschutztauglich zu gestalten. Immer wieder werde aufgrund der geopolitischen Lage darauf hingewiesen, sich um solche Räume zu kümmern. In Weidenbach gebe es das bisher nicht. Die Aprovis-Vertreter nahmen den Hinweis mit.
Auch noch in diesem Jahr soll ein Technikum mit einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern entstehen. Darin soll Platz für Forschung sein. Diese beiden Bauanträge werden noch in der ersten Hälfte des Jahres beim Gemeinderat landen, prognostizierte Heusch.
Für die vielen Mitarbeitenden soll außerdem eine Art Kantine gebaut werden. In einem letzten Bauabschnitt kümmere man sich dann noch um die Außenanlagen. Das ursprüngliche Bürogebäude gegenüber des heutigen Firmengeländes soll zu einem „Gründercampus” werden. Das Ziel des Unternehmens ist, „einen Campus zu schaffen”, schilderte Gründer Hauff. Die Mitarbeitenden sollen sich dort wohlfühlen.
Aprovis wurde im Jahr 2000 gegründet und beschäftigt über 300 Mitarbeitende an mehreren Standorten weltweit. Ein großer Teil der Beschäftigten arbeitet in Weidenbach. Das Kerngeschäft ist das Planen, Bauen und Warten von Energiesystemen. Immer wichtiger wird jedoch die Sparte der Rechenzentren, wichtig zum Beispiel für künstliche Intelligenz.